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Modell-A380: Maximales Minimum

Das ist ein Flugmodell der Superlative: 5,25 Meter lang, 5,35 Meter Spannweite und vier richtige Düsentriebwerke, die den kleinen Riesen auf Tempo 120 beschleunigen. Erbauer Reinhard Oetken musste sogar einen speziellen Pilotenschein machen, um mit dem Schrumpf-Airbus A380 fliegen zu dürfen.

Von Catrin Frerichs

Der Wind fegt aus östlicher Richtung über die Startbahn. Die Luft flimmert. Drei Männer knien auf dem Boden und betanken ein Flugzeug. Sie checken die Ruder und Klappen. Testen die Turbinen. "Welche willste haben?", fragt einer. "Rechts außen", erwidert ein anderer. Er dreht den Kerosinhahn auf. Ein Sirren, das zum Sound eines starken Industriestaubsaugers anschwillt. Aus der Turbine schießt eine Flamme. Hinten bläst das heiße Abgas Staub und kleine Erdklumpen über den Asphalt. Schließlich ein Grollen, das alle anderen Geräusche übertönt. Der Lärm schmerzt in den Ohren.

Auf dem Gelände des einstigen Militärflughafens Ahlhorn, an der A 1 zwischen Osnabrück und Bremen, bereiten Reinhard Oetken und seine Freunde Herbert Janning und Olaf Wittje den Jungfernflug eines kleinen Giganten vor. Vor ihnen steht das weltgrößte ferngesteuerte Flugmodell des Airbus A 380, jenes Riesenvogels, dessen Auslieferung an Fluggesellschaften wegen technischer Probleme schon x-mal verschoben worden ist.

Die Positionslampen der beeindruckenden Verkleinerung blinken. Gleich soll das Modell abheben - hoffentlich. Alle Turbinen haben den Test bestanden. Die wenigen Zuschauer halten respektvoll Abstand zum Geschehen. Oetken schaut in den Himmel und sagt: "Der Wind ist bockig heute."

Der 56-jährige Oldenburger hat sein Flugmodell der Superlative nach Originalplänen von Airbus gebaut, die das Unternehmen ihm zur Verfügung stellte, im Maßstab 1 : 15. Mit 5,25 Metern ist es fast so lang wie Oetkens Wohnmobil. Die Spannweite beträgt 5,35 Meter, das Gewicht rund 100 Kilo. Als Vorlage diente die verlängerte Version des Super-Jets, der A 380-900. Diese knapp 80 Meter lange Stretchversion für bis zu 963 Passagiere existiert bisher nur auf dem Papier. Und nun als Modell.

Ein Aufwand wie bei den Großen: Um starten zu dürfen, wurde Reinhard Oetkens Flieger von einem Prüfer des Luftfahrtbundesamts abgenommen, Oetken musste den Pilotenschein (für Modelle) machen und Probeflüge absolvieren.

Materialkosten: 23.000 Euro

Etwa 23.000 Euro hat der Elektromechaniker, der seine Brötchen mit einem Büromaschinen- und Geräteverleih verdient, allein an Materialkosten in seinen Mini-Airbus gesteckt. Die vier Turbinen lieferte ein Kleinhersteller an der Grenze zu Tschechien. Normalerweise kosten die pro Stück bis zu 3000 Euro, Oetken hat nichts bezahlt, stattdessen pappt ein Werbeaufkleber des Produzenten auf dem Flugzeug. Die hydraulischen Fahrwerke fertigten Lehrlinge der Ausbildungswerkstatt des Nordenhamer Airbus-Werks an. Nicht gerechnet sind die rund 2000 Arbeitsstunden, die Oetken innerhalb von zweieinhalb Jahren in seinem Bastelraum saß und aus Holz, Styropor und glasfaserverstärktem Kunststoff sein Baby schuf. Was sagt seine Frau dazu? "Das ist ein schwieriges Thema", winkt Oetken ab.

Heute ist Probe vor kleinem Publikum. Das Wetter ist gut. In der Ferne sind die Tower des ehemaligen Fliegerhorstes und Hangars zu sehen. In einem hat Oetken vor einer halben Stunde die Akkus für die Elektrik seiner Maschine an die Steckdose zum Aufladen gehängt. Nervös fragt er immer wieder: "Hat das noch nicht gepiept?" Sobald die Akkus voll sind, werden sie piepen. "Das macht mich noch ganz vogelig."

Endlich ist es so weit. Nach den letzten Checks rollt die Maschine auf die Piste. Olaf Wittje hält einen Feuerlöscher bereit. "Wenn's brennt, muss ich schnell hinterher", sagt er. Oetken dreht seinen Airliner gegen den Wind. Die gewölbten Tragflächen sehen aus wie Vogelschwingen. Es geht los. Beschleunigung auf etwa 60 km/h. Der Flieger hebt schon nach wenigen Metern ab, nicht schwerfällig, sondern federleicht. Das verbrannte Kerosin riecht süßlich.

Die Männer nicken. Ein guter Start. Oetken steht auf der 2600 Meter langen Startbahn, in den Händen die Fernbedienung mit unzähligen Knöpfen, den Blick gen Himmel gerichtet, einen Daumen am Steuerhebel.

Sprit für zehn Minuten in der Luft

Bei 120 Sachen klingt das Modell fast wie ein großer Jet. Ab 100 Meter Höhe wird die Gefahr groß, es aus den Augen zu verlieren. Oetken fliegt viel tiefer. "Willst du schon landen?", fragt Wittje. "Nein", erwidert Oetken. Er will seinen Brummer im Vorbeiflug anschauen, anschließend lässt er ihn steigen. 14 Liter Kerosin passen in die Tanks. Das reicht für zehn Minuten. Das Original fasst 310.000 Liter.

"Der Start ist ein aufregender Moment", sagt Oetken. Aber das Schwierigste sei, die Maschine wieder heil auf die Erde zu bringen. Oetken fliegt noch eine Schleife und lässt sein Flugzeug dem Fotografen zuliebe dicht über die Köpfe der Zuschauer sausen. Einmal, noch einmal.

Noch eine weite Schleife, dann senkt sich schließlich die Nase zur Landebahn. Das Fahrwerk ist schon draußen. "Nicht so tief ", ruft Herbert Janning. Aber da ist schon das Aufsetzgeräusch der Reifen auf dem Boden zu hören. Perfekt gelandet. Die Maschine rollt auf Oetken zu, der ihr still entgegenlächelt.

Die Generalprobe hat also geklappt, und wenige Wochen später, Anfang Juli, absolviert die Mini-Riese seinen großen Auftritt vor Publikum: Oetken sorgt mit dem Schrumpf-Airbus bei den "AirShampoo Jet-Flugtagen" in Ganderkesee bei Bremen für Aufsehen sorgen.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.