Neuer Gadget-Trend Auf der Spur der MIDs


Intel proklamiert eine neue Gerätekategorie: Mobile Internet Devices. Kleiner als ein Netbook und größer als ein Smartphone sollen sie sein. Doch was sind MIDs genau? Vielleicht gibt es sie schon längst.
Von Björn Maatz

Sie sind größer als ein Smartphone, aber kleiner als ein Netbook. Intel zufolge darf der Bildschirm nicht größer als sechs Zoll sein, die Analysten von iSuppli dagegen setzen die Grenze bei acht Zoll. Die Rede ist von sogenannten Mobile Internet Devices (MID) - einer laut Intel "neuen" Produktklasse. "MIDs sind konzipiert, um dem Nutzer ein reichhaltiges, interaktives Interneterlebnis wie auf dem PC zu ermöglichen", sagt Pankaj Kedia, einer der verantwortlichen Manager des weltgrößten Chipherstellers. Diesen Anspruch wollen Smartphones jedoch auch erfüllen - viele Experten sind der Meinung, dass einige Modelle wie Apples iPhone dies bereits tun.

Intel trommelt für das Segment zwischen Smartphones und kleinen Notebooks am Lautesten. Aus gutem Grund: Der Konzern beherrscht zwar das Computergeschäft bis hinunter zum Netbook, doch bei kleineren Einheiten wie Handys, wo der Stromverbrauch der Prozessoren ein mindestens ebenso entscheidendes Kriterium wie die Leistungsfähigkeit ist, hat der weltgrößte Chiphersteller noch nicht Fuß fassen können. Konkurrenten wie ARM liefern bislang Chips für Smartphones wie die Blackberrys von Research In Motion (RIM) und Palms Hoffnungsträger Pre.

Kräftige Entwicklung bis 2012

Analysten machen Intel Hoffnung: Den Experten von iSuppli zufolge werden 2012 rund 38 Millionen MIDs weltweit im Umlauf sein - verglichen mit 470.000 im vergangenen Jahr. Zählt man Smartphones dazu, sind es in drei Jahren den Schätzungen zufolge gar 416 Millionen des neuen Gerätetypus. Den Marktforschern zufolge wird im Jahr 2012 jedes Smartphone auch als Mobile Internet Device definiert werden können. Die Frage der Definition ist entscheidend, um den Erfolg von MIDs richtig einschätzen zu können. "Der Markt umfasst Segmente verschiedenster Produkte wie etwa Smartphones, mobile Navigationsgeräte, E-Book-Reader, MP3-Spieler und Spielekonsolen", sagt Francis Sideco von iSuppli. Der Analyst zählt zu den MIDs beispielsweise Apples iPhone und iPod Touch, Amazons Kindle und die Playstation Portable von Sony. Da verwundert das prognostizierte starke Wachstum nicht.

Auch Intel selbst zeigt, wie fließend die Grenze zwischen MID und Smartphone ist: Der Chipproduzent hatte Mitte Februar beim Mobile World Congress in Barcelona angekündigt, 2010 zusammen mit dem Unterhaltungselektronikhersteller LG ein MID auf den Markt zu bringen. Intel-Manager Kedia sieht darin das erste Beispiel eines Smartphones der nächsten Generation. Damit könnten die Nutzer verschiedenste Wege zur Kommunikation nutzen, etwa Facebook, Instant Messaging, E-Mail und auch Telefongespräche. Im kommenden Jahr würden weitere Ankündigungen folgen. Kedia lässt keinen Zweifel, wer in diesem angeblich neuen Segment Marktführer sein wird: "Wir glauben nicht, dass sich andere Anbieter auf diesem Gebiet mit Intel messen können."

FTD

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