Projektoren Heimkino mit teuren Lampen


Projektoren liefern richtig große Bilder - aber nur, wenn es im Wohnzimmer so dunkel ist wie im Kinosaal.

Ein Heimkino verdient den Namen eigentlich nur, wenn das Bild die Dimensionen eines Durchschnittsfernsehers sprengt. Immer noch am billigsten pro Zentimeter Bilddiagonale sind in der Anschaffung Projektoren. Ein paar Tipps erleichtern die Auswahl.

Da sind zuerst die Sehgewohnheiten: Richtig gut sieht ein Projektorbild nur aus, wenn der Raum völlig dunkel ist. Licht von Fenstern oder Lampen hellen Nachtszenen gnadenlos auf, sodass feine Schattierungen in der Dunkelheit völlig verschwinden. Selbst die 700 Ansi-Lumen, so das Maß für die Lichtleistung, preiswerterer Projektoren reichen im Dunklen für ein brillantes Filmbild.

Business- versus Home-Cinema-Projektoren

Vorläufiger Tiefpunkt der Projektorpreise war Ende Oktober ein Medion-Projektor für 999 Euro bei Aldi-Süd. Schnäppchen für rund 1000 Euro sind allerdings meistens Auslaufmodelle aus dem Business-Angebot der Hersteller - sie sind ursprünglich für das Anzeigen von Grafiken und Diagrammen in Konferenzräumen gedacht und haben deshalb eine auf das Format 4:3 optimierte Display-Technik. Wer damit 16:9-Breitwand-DVDs anschaut, verschenkt Licht: Fast ein Drittel geht in den dunklen Balken oben und unten verloren. Speziell fürs Home Cinema optimierte Projektoren mit 16:9-Format gibt es ab 1300 Euro, etwa den Sanyo PLV-Z1 oder den Epson EMP-TW10.

Viel wichtiger als die Lichtleistung ist der Kontrast, das Verhältnis von dunkelster zu hellster Stelle im Bild. Spitzengeräte schaffen heute Werte von 3000:1. Der Einstieg ins gute Kinoerlebnis beginnt bei etwa 700:1.

Zwei Techniken, verschiedene Nachteile

Es sind vor allem Modelle mit der DLP-Technik, die extreme Kontrastwerte erreichen. Hier schalten kippende Minispiegel auf einem Mikrochip die einzelnen Bildpunkte hell oder dunkel. Das konkurrierende LCD-Verfahren projiziert das Bild einer winzigen Flüssigkristallanzeige an die Wand. Gravierendster Nachteil bei DLP ist das so genannte Farbblitzen, das aber von manchen Betrachtern gar nicht bemerkt, von anderen dagegen als unerträglich eingestuft wird. LCD erreicht nur mit Mühe vernünftige Kontrastwerte und nervt mit einer sichtbaren Pixelstruktur im Bild.

Nicht nur probesehen, auch testhören

Ein ewiges Ärgernis ist die Geräuschentwicklung bei vielen Geräten: Ein recht guter Projektor wie etwa der Infocus X1 ist fast doppelt so laut wie ein etwa gleich teurer Panasonic PT-AE200. Ein Hörtest vor dem Kauf ist daher genauso ratsam wie ein Probelauf mit der Lieblings-DVD.

Lampen – ein Kostenfaktor

Finanziell ebenso wichtig wie der Projektorpreis ist die Lebensdauer der Lampe. Manche halten 1500 Stunden, andere 5000 Stunden - und der Ersatz kostet 250 bis 600 Euro. Eine Stunde Kinovergnügen kann so fast 50 Cent kosten. Der Preis der Lampe sollte also schon beim Kauf des Projektors erfragt werden. Und dann lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung: Wer die Lampe nicht ordnungsgemäß abkühlen lässt, verkürzt deren Lebensdauer erheblich.

Ulrich von Löhneysen print

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