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Fernseher, Beamer & Lautsprecher: So motzen Sie Ihr Heimkino auf

Kinogefühle auf der heimischen Mattscheibe? Kein Problem für die aktuelle Generation von TV-Geräten, Beamern, Blu-Ray-Servern und Soundanlagen. Wir zeigen die neusten Geräte und erklären die Fachbegriffe.

Der Samsung SUHD TV JS9590 kann gut eine Milliarde Farben wiedergeben

Eine Milliarde Farben - Samsung SUHD TV JS9590

Samsung setzt bei der 4K-Auflösung wie viele andere Hersteller noch zusätzliche Techniken für die Bildverbesserung ein. So vermag der SUHD JS9590 weit mehr, als nur den bislang üblichen Farbraum von 8 Bit pro Farbkanal darzustellen. Statt  16,7 Millionen Farben zeigt er mit seinem 10-Bit-Display bisher kaum vorstellbare 1,07 Milliarden Farben. Nano Crystal Color Technologie nennt das Samsung. 

Die kleinen Kristalle verfeinern sozusagen die Hintergrundbeleuchtung der blauen Leuchtdioden und geben zusätzlich rotes und grünes Licht hinzu. Aus allen Farben zusammen kann der Fernseher dann mehr Töne mischen, als wenn übliche weiße Leuchtdioden das Licht erzeugten. Selbst in der Bilddiagonale von 2,22 Metern dieses "Kleinkinos" sind einzelne Pixel oder Farbtreppen nicht mehr zu sehen. Mit fast 20.000 Euro in der größten Ausführung ist das Modell allerdings kein Schnäppchen.

stern-online

Wer auch daheim gern Kino-Momente auf seinem Fernseher erleben möchte, kommt um das Pauken von Vokabeln kaum mehr herum. Reichte es vor einem Jahr noch zu wissen, was sich hinter FullHD und 4K verbirgt, kommen auf den kaufentschlossenen Konsumenten nun Begriffe wie HDR, 5K, Nano Crystal und Quantum Dot zu. Mit diesen Techniken bohren die meisten Hersteller die Bildqualität ihrer neusten Geräte kräftig auf. 

Was hat es mit 4K und UHD auf sich?

Ein aktueller Fernseher muss groß sein und ultrascharf. Laut Samsung liegt die Durchschnittsgröße eines neu verkauften Fernsehers bei 55 Zoll. Einige Hersteller bieten aber auch Modelle mit bis zu 80 Zoll. Bei solchen Mega-Glotzen mit mehr als zwei Metern Bilddiagonale kommt definitiv Kino-Feeling auf - allerdings nur, wenn der Fernsehern auch die passende UHD-Auflösung unterstützt. UHD-Bildschirme (auch 4K genannt) haben die vierfache HDTV-Auflösung, auf den Bildschirm quetschen sich acht statt zwei Millionen Pixel (Auflösung: 3840 x 2160 Pixel). Selbst bei großen Fernseher erkennt man dann keine einzelnen Bildpunkte mehr. Außerdem bietet Ultra-HD einen deutlich umfangreicheren Farbraum.

Ultra-HD wird definitiv der nächste TV-Standard werden. Allerdings dauert es noch einige Jahre, bis das normale TV-Programm auf die neue Bildtechnologie setzt. Selbst Streaming-Vorreiter wie Netflix und Amazon bieten derzeit nur einen Bruchteil ihres Film- und Serienkatalogs in UHD an. Bei Netflix sind das etwa die Serien "Marco Polo", "Breaking Bad" und "House of Cards", bei den Filmen "Die Schlümpfe 2" und verschiedene Dokumentationen. Amazon bietet in 4K die Serien "Mozart in the Jungle", "Transparent" und "Orphan Black" und bei den Filmen etwa "Captain Philips" und "The Amazing Spiderman". Wirklich groß ist die Auswahl aber bei beiden Anbietern nicht.
Ein weiterer Knackpunkt: Neben dem passenden Gerät benötigt man für UHD-Streaming ein Premium-Abonnement (Netflix: 12,99 pro Monat, Amazon: 49 Euro pro Jahr) und eine schnelle Internetleitung mit mindestens 25 Mbit/s. Um UHD-Blu-rays anzusehen, benötigt man einen neuen Blu-ray-Player - und die sind nicht gerade billig.

Wer einen neuen Fernseher braucht, macht nichts falsch, wenn er bereits jetzt ein UHD-Modell kauft. Empfehlenswert ist es aber, noch ein bis zwei Jahre zu warten: Dann gibt es nicht nur mehr UHD-Inhalte, die Fernseher sind dann auch deutlich billiger oder bieten mehr Features fürs Geld.

Wofür steht HDR?

Ein weiterer Trend im TV-Bereich ist HDR. Die Abkürzung steht für "High Dynamic Range". Fotografen kennen die Technik bereits von Kameras, wo drei verschiedene Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen übereinander gelegt werden. Beim Fernseher sind das Ergebnis tiefere Schwarzwerte, hellere Weißflächen und insgesamt sattere Kontraste. Sieht prima aus, hat aber einen entscheidenden Haken: Derzeit sind die passenden Inhalte noch Mangelware.
Amazon hat ein paar zaghafte Schritte unternommen und bietet die Serie "Mozart in the Jungle" in HDR an. Fazit: Es geht auch ohne HDR. Derzeit sind die Modelle mit der Bildverbesserungstechnik noch zu teuer und es gibt zu wenig Inhalte. Doch die Hersteller setzen massiv auf die neue Technik - bislang gibt es sie aber nur in teuren Premiumgeräten.

Was machen SUHD und Quantum Dots anders?

Samsung (SUHD) und LG (Quantum Dots) setzen bei einigen neuen Fernsehern auf die sogenannte Nanokristall-Technologie. Damit sind nur wenige Atome dünne Nano-Kristalle gemeint, die dem Licht eine andere Farbe geben und den Farbraum deutlich erweitern. Vereinfacht gesagt machen sie aus blauem Licht rote und grüne Lichtpunkte, aus diesem Mix entsteht ein reines, weißes Licht. Der große Vorteil: SUHD-Displays sind sehr energiesparsam und strotzen vor Farben. Laut Samsung liefern sie 64-mal mehr Farben als herkömmliche Modelle.

Wofür braucht man ein 21:9-Format?

Alte Röhren hatten meist das 4:3-Format, der Großteil der Flachbildfernseher setzt auf das breitere 16:9-Format. Seit einigen Jahren gibt es auch Fernseher, die auf das noch breitere 21:9-Format setzen. Diese Modelle haben den Vorteil, dass sie auch mit dem Breitbildformat des Kinos (das sogenannte Cinemascope) zurechtkommen. Filme werden dann ohne schwarze Streifen oben und unten angezeigt. Vor allem interessant für Film-Fans.

Welches Betriebssystem haben die Fernseher?

Google TV, vor wenigen Jahren noch ein Hoffnungsträger des Suchmaschinenriesen, wurde mittlerweile komplett eingestampft. Stattdessen soll es nun Android TV richten: Mit Sony und Sharp hat Google jedenfalls prominente Fernseher-Hersteller an Bord. Android TV bietet neben Live-TV auch Zugriff auf Filme, Serien und Apps des Play Stores. Zudem gibt es die von Google Now bekannte Spracherkennung.Einen anderen Schritt geht Samsung: Die Südkoreaner setzen auf das firmeneigene Betriebssystem Tizen. Die wichtigsten Anwendungen werden auch hier unterstützt.
Panasonic hat auf der IFA sein Firefox OS vorgestellt. Größte Neuerung ist das Start-Menü, das man mit einem Druck auf die Home-Taste der Fernbedienung aufruft. Dort sind alle Apps übersichtlich dargestellt. Außerdem gibt es einen App Store, in dem auch die Anwendungen wichtiger Streamingdienste wie Amazon Prime Instant Video, Watchever und Maxdome angeboten werden. Netflix ist vorinstalliert und startet man mit einem Druck auf die Netflix-Taste auf der Fernbedienung.