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Synchronuhren: Warum Radiowecker und Herduhren derzeit nachgehen

In den letzten Tagen gehen stromnetzgespeiste Uhren in der Zeit ein paar Minuten nach. Grund dafür ist der Energiemangel durch die derzeitige Kältewelle.

Herduhr

Wenn aktuell Ihre strombetriebene Herduhr nachgeht, hat das einen ganz bestimmten Grund

Getty Images

Viele Radiowecker oder Uhren in Mikrowellenherden haben aktuell offenbar Probleme, die exakte Zeit anzuzeigen: Sie gehen nach. Grund dafür sei akute Energieknappheit, berichtet das Technologiemagazin "Heise Online" am Freitag. Viele solcher Synchronuhren nutzten statt Quarzoszillatoren traditionell die minimalen Abweichungen der konstanten Netzfrequenz für die Berechnung der Zeitanzeige. Diese liegt in Europa traditionell bei fast genau 50 Hertz. Stärkeren Energiebedarf gleichen die Versorger in der Regel durch höhere Einspeisung aus, sodass die Frequenz normalerweise nur um ein paar Hundertstel Hertz differiert, was den Uhren aber als Taktgeber ausreicht.

Aktuelles Leistungsdefizit

Dass solche Uhren, die die Schwingungen der Netzfrequenz für die Zeitmessung nutzen, nun mehrere Minuten nachgingen, sei ein Indiz dafür, dass seit Längerem zu wenig Leistung etwa aus Gaskraftwerken ins Netz gespeist werde, schreibt "Heise Online": "Der Leistungsmangel scheint aktuell ein Dauerzustand zu sein."

Keine großen Ausfälle zu erwarten

Ein Grund dafür könne der Strompreis sein, schätzt Ahlers.
Möglicherweise exportiere Deutschland derzeit auch große Mengen an Strom nach Frankreich, da das Nachbarland aktuell Probleme mit der Energiegewinnung aus seinen Atomkraftwerken habe, vermutet "Heise Online". Wenn die Differenz deutlich sinke, würden die Anbieter jedoch gegensteuern. Größere Ausfälle seien also nicht zu erwarten. Wenn es wieder wärmer wird, werde sich das Problem ohnehin von selbst erledigen. 

leg / DPA
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