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Haushaltsgerät Roomba Combo j7+ – der erste Robotersauger, der auch schonend wischen kann

Das Wischpad befindet sich oben am Gerät,
Das Wischpad befindet sich oben am Gerät,
© PR
Der neue Combo j7+ kann nicht nur autonom saugen, der kann dazu auch wischen. Und das macht er – anders als die Mitbewerber – so geschickt, dass die Teppiche im Haus nicht unter Nässe leiden.

Die Roomba-Staubsauger von iRobot sind die Marktführer in ihrem Segment. Nun hat die Firma erstmals ein Gerät herausgebracht, das saugen und zugleich wischen kann. Mit einiger Verspätung. Diese Kombinationsgeräte erfreuen sich beim Kunden schon länger einer großen Beliebtheit. Denn hier hat man den Eindruck, gleich zwei Geräte – Wischer und Sauger – zum Preis von einem zu bekommen. Bei manchen Geräten wird der Staubbehälter gegen einen Tank getauscht, andere machen beides in einem Modul.

iRobot wollte bei der Mode lange nicht mitmachen. Denn alle Apparate arbeiten mit einem Wischpad an der Unterseite. Auch im gelupften Zustand, wenn die Maschine nicht wischen soll, streift der nasse Lappen über Teppiche und ungeeignete Böden. Auf Dauer bekommt das den Fasern nicht, vor allem dann, wenn echte Teppiche aus Naturfasern regelmäßig gewässert werden.

Kein Feucht-Biotop im Teppich

Der Roomba Combo j7+ hat das Problem an der Wurzel gepackt, das Reinigungspad befindet sich im Ruhezustand nicht unter dem Gerät, ein Hebelmechanismus führt es an die Oberseite, wenn der Boden ungeeignet ist. Das ist eine weit aufwendigere Lösung, die auf Dauer aber die Böden schont. Es ist zwar immer nur wenig Wasser, aber wenn so ein Gerät täglich arbeitet, werden die Oberfläche auch täglich angefeuchtet.

Der j7+ kann natürlich auch "nur saugen". Im Test konnte es im "Saugen und Wischen"-Modus den Untergrund zuverlässig erkennen. Das Versprechen, flauschige Untergründe nicht zu befeuchten, wurde eingehalten. Die Maschine saugt zuerst einen Raum ab, bevor sie wischt. Dann klappt der Mopp runter und die entsprechenden Zonen werden feucht übergewischt und dann geht es weiter in den nächsten Raum.

Man muss sich lange auf die Lauer legen, um das Herausfahren des Pads zu beobachten.
Man muss sich lange auf die Lauer legen, um das Herausfahren des Pads zu beobachten.
© PR

Wischen ist nicht Schrubben 

Das Wischen führt wie allen Maschinen dieser Art zu einem Effekt gefühlter Sauberkeit. Dazu werden beim Saugen aufgewirbelte Partikel entfernt. In warmen Gegenden dürfte das verteilte Wasser auch erfrischend wirken. Aber man sollte nie das Wort "Wischen" mit "Schrubben" übersetzen. Groben Dreck oder angetrocknete Soßenreste auf dem Boden lassen sich mit "einmal feucht drüberwischen" nicht entfernen. Letztlich wird ein feuchtes Tuch einmal leicht über den Boden geführt.

Der Combo j7+ wird mit der empfehlenswerten Dockingstation geliefert – die saugt den Staub zuverlässig ab und speichert den Schmutz von Wochen. Aber sie pumpt kein Wasser in den Wischsauger. Je nach Größe des Bodens muss der Mini-Tank also regelmäßig nachgefüllt werden. Läuft er leer, arbeitet die Maschine im Saugmodus weiter.

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Von der Wischfunktion abgesehen entspricht das Combogerät im Wesentlichen dem bekannten j7-Sauger. Die schlauere Software teilt sich der neue Roboter auch mit den ausgelieferten Geräten, die sich automatisch updaten. Bei manchen Maschinen ist eine App optional, bei den Saugern von iRobot ist sie Pflicht. Durch die Netzanbindung aktualisiert man die Software und trainiert den Roboter.

Schlau und sicher

Die Sauger von iRobot sollen nicht einfach stumpf durch die Wohnung saugen, sie sollen den "Haushalt verstehen", wie uns CEO Colin Angle sagte. Und das ist gar nicht so einfach. Denn anders als eine industrielle Fertigungsanlage ist der Haushalt eine chaotische Angelegenheit. "Die KI ist heute nicht das Problem, der Haushalt ist es." An dieses große Ziel arbeiten sich die kleinen Geräte Schritt für Schritt heran. Etwa mit der Erkennung von "gefährlichen" Objekten. Ob der Roboter wirklich ein Hundehäufchen – der GAU der Robotersauger – erkennt, haben wir nicht ausprobiert. Aber Schnürsenkel meidet er zuverlässig. So viel Cleverness will auch trainiert werden, regelmäßig schickt der Roboter Fotos von seinen "Begegnungen" – dann kann man sich jeweils entscheiden, ob man hier einen Gefahrenpunkt markiert, den der Roboter in Zukunft vermeidet. Oder man das Kabelchaos neben dem Sofa nicht doch besser wegräumen sollte. Bei uns schickte der j7+ entweder Bilder vom Hund, der nicht weichen wollte, oder von Kabeln, die an allen möglichen Stellen im Weg lagen. Innerhalb weniger Tage kann man den Roboter auf diese Weise auch an sehr zugestellte Wohnungen gewöhnen.

Wenn Maschinen den Haushalt (und seine Bewohner) immer besser verstehen, und detailliert beobachten, wird Datenschutz zentral. Manche Kunden ignorieren das Problem. Doch man sollte daran denken, dass ein Roboter jeden Tag mit einer hochauflösenden Kamera in der Wohnung herumfährt und via App und W-LAN mit dem Netz verbunden ist. Hier dürfte man mit den Geräten von iRobot auf der sicheren Seite sein. Ursprünglich hat die Firma Roboter für das US-Militär entwickelt. Alle Daten werden per Hardwareverschlüsselung geschützt.

Möglichkeiten sollte man ausschöpfen 

Der j7+ ist ein Gerät, das derzeit an der Spitze rangiert. Das nutzt man stärker, wenn man die Maschine auch "fordert", sie also trainiert und sie per Sprachsteuerung zu Reinigungsaufträgen auffordert. Das Gerät erkennt von allein "Schmutzzonen" etwa vor der Küchenarbeitsplatte. Wenn die einmal eingerichtet ist, kann man die Maschine genau dorthin beordern. Unserer Meinung nutzt man das Feature aber nur regelmäßig, wenn die Maschine über eine Sprachsteuerung wie Alexa herumkommandiert wird. Dann kann man lässig im Vorbeigehen noch mal rund um den Esstisch saugen lassen. Das gleiche Kommando via Handy-App ist weitaus weniger lässig.

Lässt man seinen Roboter per Timer stumpf nur um 11 Uhr morgens arbeiten, wenn man außer Haus ist, werden diese Fähigkeiten etwas verschenkt. Preislich liegt der Roboter mit der großen Dockingstation derzeit haarscharf unter 1000 Euro. Für den Combo j7+ spricht seine Cleverness, die elegante Form, die patente Dockingstation und die Datensicherheit.

So smart diese Gerät auch sind, man darf von den Robotern keine Wunder erwarten. Stufen in der Wohnung sind nach wie vor unüberwindbare Hindernisse und der ausgeklügelte Reinigungsplan endet vor einer geschlossenen Tür. Das Wischen erfreut mit seiner zusätzlichen Frische, aber man sollte nicht glauben, dass so der Gummistiefel-Dreck direkt vom Feld in der Diele verschwindet.

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