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stern-Beratung: Zehn Tipps für den Camcorder-Kauf

Die Auswahl bei Videokameras ist ebenso riesig wie die Liste der Fähigkeiten, die viele der Geräte haben. Lassen Sie sich vom stern beraten!

Von Hartmut Krafczyk

Was Sie vorab wissen sollten: Die derzeit meistbeworbene Eigenschaft von Camcordern ist "High Definition" (HD), also die Aufnahme in hoher Auflösung, die viele neue Fernseher anzeigen können. Gute gibt es ab 900 Euro. Vier Speichermedien stehen bei modernen Kameras zur Wahl: Kassetten sind günstig, das Spulen aber ist lästig. Mini-DVDs passen zum Betrachten in jeden DVD-Spieler, haben aber eine kurze Aufnahmedauer (etwa 30 Minuten pro Seite). Die Festplatte hat viel Platz, eignet sich aber nicht zur Archivierung. Camcorder mit Speicherkarte sind sehr klein und leicht, die Karten mit etwa 70 Euro für vier Gigabyte (40 bis 90 Minuten) aber teuer.

Checken Sie die Optik

Vielleicht ist Ihnen ein großer Weitwinkel wichtig, um Landschaftspanoramen einzufangen. Oder eine hohe Lichtstärke, damit Sie auch noch in der Dämmerung filmen können. Dann achten Sie auf die Objektivdaten: Die erste Zahl einer Brennweitenangabe wie "4,5 - 45 mm" ist das Maß für den größten Aufnahmewinkel. Je niedriger der Wert, desto breiter das Panorama. Je größer der zweite Wert, desto näher können Sie ferne Motive heranholen - allerdings bei steigender Verwacklungsgefahr. Die Angabe zur Lichtstärke lautet etwa 1:2,3. Je geringer die Zahl hinter dem Doppelpunkt, desto besser verträgt der Camcorder Dunkelheit.

Lesen Sie das Datenblatt

Im Kleingedruckten verstecken sich Unterschiede: Camcorder mit drei Bildchips ("3CCD") liefern potenziell bessere Aufnahmen. Eine kurze Verschlusszeit (etwa 1/8000 Sekunde) lässt bewegte Motive schärfer erscheinen. Aufnahmeprogramme wie "Feuerwerk", "Schnee" oder "Nacht" stellen den Camcorder automatisch richtig ein. Ein optischer Bildstabilisator gleicht durch Gegenbewegungen der Linse Verwacklungen aus.

Achten sie auf Zubehör

Was im Lieferumfang fehlt, verteuert den Camcorder nachträglich. Oft fehlen die Kabel für den Anschluss an Fernseher und Computer. Praktisch ist ein Ladegerät, das den Zweitakku lädt, ohne dass er in der Kamera steckt. Eine Fernbedienung erleichtert das Vorführen per TV.

Fassen Sie mal an

Kaufen Sie nie einen Camcorder, ohne ihn in der Hand gehalten und ausprobiert zu haben. Sind die Bedienknöpfe für Sie gut erreichbar? Überprüfen Sie, wie schnell das Gerät betriebsbereit ist und wie viel Feingefühl der Zoomknopf erfordert. Klappen, die Anschlüsse verbergen, müssen sich leicht öffnen lassen. Zudem sollte die Handschlaufe verstellbar sein.

Sorgen Sie für Anschluss

Der Camcorder sollte einen S-Video-Anschluss für den Fernseher haben, weil die Bildqualität besser als beim Standard- AV-Kabel ist. Ein digitaler Ausgang überträgt Videos verlustfrei an den PC. Bei HD-Camcordern macht das der neue HDMI-Anschluss. Ein Zubehörschuh gestattet es, Videoleuchten anzuschließen. Der Mikrofoneingang ist für ein externes Mikro, das in vielen Situationen besseren Ton liefert.

Prüfen Sie den Ton

Je nach Modell nehmen Camcorder den Ton in Stereo analog oder digital oder sogar im Surround-Sound Dolby Digital 5.1 auf. Stereo genügt meist. Wie gut das eingebaute Mikrofon die Betriebsgeräusche des Geräts und Windgetöse ausblendet, lässt sich nur durch einen Aufnahmetest ermitteln. Einige Camcorder bieten spezielle Windfilter. Eine manuelle Tonaussteuerung ermöglicht die Regulierung von Höhen und Tiefen.

Machen Sie ein Bild

Camcorder knipsen auch Fotos. Deren Auflösung variiert aber enorm, sie reicht von 0,3 bis zu 5 Megapixeln. Wer auf die Fotofunktion Wert legt, sollte auf ein eingebautes Blitzgerät achten, muss aber wissen: Sie ist ein nützliches Extra, als Ersatz für eine Digitalkamera eignet sich der Camcorder aber nicht, weil seine Technik für Videobilder ausgelegt ist.

Fragen Sie nach Zubehör

Falls aus Ihrem Hobby eine Leidenschaft wird, interessieren Sie sich bald für Vorsatzlinsen und Filter. Die Linsen verändern die Brennweite und vergrößern etwa den Aufnahmewinkel. Filter können Kontraste verstärken oder Spiegelungen mindern. Passende Gehäuse schützen vor Sand und Spritzwasser. Ersatzakkus sollten günstig zu beschaffen sein.

Errechnen Sie den wahren Preis

Einen zweiten Akku sollten Sie gleich einkalkulieren, sonst geht Ihnen der Camcorder mitten im Sonnenuntergang am Traumstrand aus. Bedenken Sie bei der Modellauswahl: Nicht allein die Qualität, sondern auch die Extra-Features verteuern einen Camcorder. Zahlen Sie nur für das, was Sie nutzen wollen und können: Wer keinen HD-Flachbildfernseher besitzt oder zu kaufen plant, braucht auch keinen HD-Camcorder.

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