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Überwachungsdrohnen: Fliegende Augen über Deutschland

Eine weitere Science-Fiction-Vision wird Realität: Die Polizei testet fliegende, mit Kameras ausgestattete Drohnen. Bald soll ein solcher Minihubschrauber aus der Luft sächsische Fußballstadien überwachen. Auch für Paparazzi und Privatleute werden die Drohnen erschwinglich.

Leise Spione aus der Luft: Nicht nur in Kriegsgebieten, auch in Deutschland sollen kleine Hubschrauber mit Kameras künftig zur Überwachung eingesetzt werden. Doch nicht nur die Polizei hat Interesse - dank sinkender Preise leisten sich zunehmend auch Detektive, Paparazzi und wohlhabende Privatpersonen eigene Drohnen.

Ob damit Schlafzimmerfenster, Promi-Wohnungen oder Demonstranten gefilmt werden, ist Sache des Besitzers. Eine Kontrolle, wofür die Geräte eingesetzt werden, gibt es zumindest beim Kreuztaler Hersteller Microdrones nach eigener Aussage nicht. "Im Gegensatz zu fest installierten Überwachungskameras können Drohnen gezielt eingesetzt werden", erklärt der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert. "Dabei sind sie so leise, dass sie nicht gehört werden."

Dank vier horizontaler Propeller und GPS-Navigation können die sogenannten Quadrokopter sowohl still in der Luft stehen als auch festgelegten Routen metergenau folgen oder auf Sicht geflogen werden. Mit den hochauflösenden Foto- oder Videokameras sind Menschen selbst aus 100 Meter Entfernung noch identifizierbar.

Demnächst über sächsischen Fußballstadien

Den sächsischen Innenminister Albrecht Buttolo haben die Flieger bereits überzeugt: Als erstes Bundesland will der Freistaat offiziell eine Drohne bei Fußballspielen einsetzen, um Stadien zu überfliegen und Aufnahmen von Randalierern zu machen. So könnten Gewalttäter schneller und sicherer als bisher identifiziert werden, argumentiert der CDU-Politiker. Im Vergleich zu bemannten Hubschraubern sind die Drohnen mit Preisen ab 10.000 Euro ein Schnäppchen. Zwei Exemplare hat Sachsen nach Auskunft von Microdrones bereits bestellt. Das bislang einzig verfügbare Modell der Firma MD4-200 kann etwa 20 Minuten in der Luft bleiben. Die Drohne AR100-B des Konkurrenzherstellers AirRobot ist ähnlich ausgestattet, bleibt aber rund 30 Minuten in der Luft und kann in dieser Zeit einen halben Kilometer zurücklegen.

Neben einer normalen Digitalkamera können die Quadrokopter auch mit Nachtsicht- oder Wärmekameras ausgestattet werden - ideal, um selbst bei Dunkelheit und in Waldgebieten flüchtige Kriminelle aufzuspüren. Auch chemische Sensoren, Laserpointer zur militärischen Zielmarkierung oder gar der Transport und Abwurf von Nebelgranaten sind nach Angaben der Hersteller möglich. Aktuelle Modelle tragen bis zu 200 Gramm, die Nachfolger sollen das Fünffache heben können.

"Eigentlich sind da alle interessiert"

Das hessische Landeskriminalamt hat deshalb offenbar ebenfalls Interesse an den fliegenden Kameras. AirRobot hat nach eigenen Angaben mindestens ein Modell zeitweise an die Beamten in Wiesbaden vermietet. Mit Niedersachsen und vielen anderen Bundesländern steht die Firma demnach ebenfalls in Kontakt. "Eigentlich sind da alle interessiert", sagt die Geschäftsführerin Jolante Wiggerich. "Es gibt genügend Bundesländer, die unsere Drohnen bereits nutzen." Besonders beliebt seien die Flugroboter bei Spezialeinheiten, etwa zur Bekämpfung von Drogenkartellen. In Hessen sind sie nach Angaben des Landespolizeipräsidiums bislang jedoch nicht im Einsatz. "Die hessische Polizei nutzt keine Drohnen", sagt ein Sprecher.

Aus rechtlicher Sicht ist der Einsatz von Drohnen nach Einschätzung des Datenschutzbeauftragten Weichert ohnehin problematisch: Anders als bei fest installierten Kameras mit Hinweisschildern sei den Bürgern die Überwachung nicht bewusst. "Es handelt sich hier also um eine heimliche Videoüberwachung", betont er. Selbst die Polizei dürfe die Quadrokopter deshalb nur einsetzen, wenn damit eine konkrete Gefährdung der öffentlichen Sicherheit abgewehrt werde. "Das anlassunabhängige Überfliegen von Innenstädten einfach mal so geht nicht." Nur wenn keine Gesichter oder Autokennzeichen erkennbar sind, wie etwa bei der großräumigen Verkehrsüberwachung aus der Luft, sei der Einsatz unproblematisch.

Privatleuten sind verdeckte Filmaufnahmen anderer Menschen Weichert zufolge eigentlich grundsätzlich verboten - nicht nur über Privatgrundstücken, sondern auch im öffentlichen Raum. Bislang achtet jedoch offenbar nur die Firma AirRobot darauf, wer die Geräte kauft. "Ohne Gewerbeschein geht gar nichts", sagt Geschäftsführerin Wiggerich. "Wir sichern uns ab, indem wir die Interessenten fragen, was sie damit wollen." Sind die Drohnen allerdings erst mal für jeden erschwinglich, sei dieses Verbot kaum noch zu kontrollieren, befürchtet Weichert. "Das 100-prozentig durchzusetzen, ist unmöglich."

Nils Weisensee/AP/AP

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