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Trollkrieg bei Youtube: "Supergeiler" Friedrich vs. "Sexy Julia"

Friedrich Liechtenstein ist nicht nur für die supergeile Werbekampagne bekannt, sondern auch für derbe Scherze. Das bekam nun auch Youtube-Star "Sexy Julia" zu spüren - die sich prompt revanchierte.

Von Martin Thiele

Kunstfigur, moderner Flaneur, Werbeikone - für Friedrich Liechtenstein gibt es zahlreiche, treffende Umschreibungen. War der 58-Jährige vor einigen Jahren nur Nachteulen der Berliner Partyszene geläufig, so verhalf ihm spätestens Anfang 2014 die Neuinterpretation seiner Single "Supergeil" zu internationalem Ruhm. Initiiert von der Werbeagentur Jung von Matt schwofte sich der Entertainer in dem viralen Spot der Einzelhandelskette Edeka grazil durch Supermarktregale - und unverzüglich in die Herzen der Netzgemeinde.

Wer Liechtenstein - der mit bürgerlichem Namen Hans-Holger Friedrich heißt - allerdings genauer verfolgt, kennt auch seinen etwas speziellen Humor. Den beweist der Meister des sonor vorgetragenen Herrenwitzes nicht zuletzt in seinem Youtube-Clip "Faxen mit Friedrich". "Auf jedem Schiff, was dampft und segelt, gibt es einen, der die Waschfrau hilft", ist dabei nur ein Exempel seines Repertoires an launigen Kalauern. Dass der passionierte Sonnenbrillenträger auch auf Angriffsmodus schalten kann, bekam nun Youtube-Star "Sexy Julia" zu spüren.

In der Reihe "Trolling mit Friedrich Liechtenstein" macht der Großstadtcowboy keinen Hehl daraus, wie gering er die Internetaktivitäten der freizügigen Blondine schätzt, deren Themen sich meist um Mode, Beauty-Tipps und die eigene Sexualität drehen. In seiner unverkennbaren Art trägt der Unterhaltungskünstler zunächst einen altbekannten Blondinenwitz vor, ehe er die 27-Jährige, im Hinblick auf ihren kolportierten Geisteszustand, wahlweise als Saftzwetschge oder Schmaltier betitelt. Der Trollversuch endet schließlich mit einer bitterbös gemeinten Bastelanleitung.

Die Reaktion der gebürtigen Russin lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Exakt mit den gleichen Stilmitteln der vorigen Liechtenstein-Attacke, wenngleich nicht ganz so elegant, schießt die selbsternannte Flirt-Expertin zurück. Im Fokus ihrer Revanche stehen die Halbwertzeit von Werbegesichtern und die mit steigendem Alter nachlassenden Liebesqualitäten der männlichen Zunft. Nebenbei erklärt die Kölnerin ihren Followern auch gleich den Begriff des Trollens - in Abgrenzung zum ordinären Haten.

Das nächste Kapitel dieses Trollkrieges steht vermutlich unmittelbar bevor. Denn Friedrich Liechtenstein findet, nach den boygroup-artig vergötterten Youtube-Megastars von Y-Titty, sicher weitere Protagonisten für seine nicht so bierernst zu nehmende Provokationsserie. Angesichts der schier unendlichen Fülle an Youtube-Kanälen, gehen ihm die Opfer ganz bestimmt nicht aus.