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»PISA«-STUDIE: »Bedürfnisse der Kinder beachten«

Vor überstürzten Folgerungen der »Pisa«-Studie hat CSU-Fraktionschef Alois Glück gewarnt. Zugleich mahnte er an, die Bedürfnisse der Kinder stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

CSU-Fraktionschef Alois Glück hat angemahnt, bei den Konsequenzen aus der »Pisa«-Studie die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Überstürzte Folgerungen aus dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler in der internationalen Vergleichsstudie »Pisa« lehne er entschieden ab, sagte Glück in München. Zunächst müsse der Schulvergleich der deutschen Länder abgewartet werden, der im kommenden Sommer vorliegen soll. Dann könne von einer breiteren Datenbasis ausgegangen werden. Glück appellierte an die SPD-geführten Länder, auf Verzögerungen wegen möglicher unangenehmer Ergebnisse zu verzichten.

Hälfte des Problems im Elternhaus

Nach Glücks Auffassung wurde in der Schulpolitik bisher zu viel auf die Anforderungen von außen geachtet. Nun müsse die Frage lauten: Was brauchen die Kinder? »Wir reden zu wenig von den Bedürfnissen der Kinder«, sagte Glück. Dabei gehe es nicht nur um reine Leistungsanforderungen, sondern auch um den Stellenwert der Bildung und um den Willen zur Anstrengung. Der Fraktionschef äußerte sich überzeugt, dass die Hälfte des Problems auch in den Elternhäusern liege.

Praxisklassen in Hauptschulen

Gute Ergebnisse in der Pisa-Studie hätten gerade Länder wie Finnland erzielt, in denen es eine enge Kooperation von Schulen und Eltern gebe. Hilfreich seien auch in Bayern Vereinbarungen zwischen Schulen, Schülern und Eltern über bestimmte Verhaltensweisen und Hausordnungen. »Eine Kultur der Verantwortung muss in der Schule etabliert werden.« Bayern sei mit den Reformen der vergangenen Jahre bereits auf dem richtigen Weg, sagte Glück. Er verwies auf die Einrichtung von Praxisklassen an den Hauptschulen, in denen Kinder, die für theoretischen Unterricht weniger begabt sind, besonders gefördert werden.

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