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AKTIONSTAG: Weil ich ein Mädchen bin

Statt zur Schule zu gehen, sind heute bundesweit 40.000 Mädchen für einen Tag in die Arbeitswelt abgetaucht. Der »Girl's Day« will bei Schülerinnen das Interesse für technische Berufe wecken.

Mehr als 40.000 Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren haben am Donnerstag beim bundesweiten »Girls? Day« in den Arbeitsalltag technischer Berufe hineingeschnuppert. Rund 1.200 Betriebe, Forschungseinrichtungen, Rathäuser, Hochschulen und Medienanstalten gaben den Schülerinnen der 5. bis 10. Klassen die Gelegenheit zum eintägigen Praktikum, wie die Schirmherrin, Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), in Berlin mitteilte. Der »Girls? Day« soll das Interesse für technische Berufe wecken. »Für alte Vorurteile über Mädchen und Technik gibt es keinen Platz mehr!« sagte Bulmahn.

Die Resonanz auf den Schnuppertag war gut: Es nahmen 10.000 Mädchen mehr als erwartet teil. Ministerin Bulmahn selbst empfing an ihrem Arbeitsplatz 16 Mädchen aus Hannover. Das Probesitzen am Schreibtisch der Politikerin war allerdings weniger Werbung für einen technischen Beruf: So will die 13-jährige Lea aus Hannover nach dem Besuch viel lieber Ministerin werden. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) und Familienministerin Christine Bergmann (SPD) hatten ebenfalls Schülerinnen eingeladen, um am »Girls? Day« aus ihrem Arbeitsleben zu erzählen.

Auch die vermeintliche Männerwelt öffnete ihre Türen für die Mädchen: Bei Volkswagen in Braunschweig konnten 150 Mädchen Schlüsselanhänger ausstanzen und mit Werkstoffen arbeiten; bei der Deutschen Bahn in Seelze bei Hannover besuchten 30 Schülerinnen einen Rangierbahnhof und lernten den Arbeitsplatz eines Lokführers kennen. Wer später hoch hinaus will, konnte sich beim Bremer Raketen- und Satellitenhersteller Astrium informieren.

Im Osten Deutschlands besuchten Schülerinnen beispielsweise die BASF in Schwarzheide, die Lausitzer Braunkohle AG und die Telekom in Cottbus. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit weiblichen Azubis und Führungskräften in technischen Produktionsbereichen. In den Lehrwerkstätten fertigten Mädchen kleine Proben an, in Quizveranstaltungen wurde Allgemein- und Fachwissen getestet.

Finanziert wird die bundesweite Kampagne von den Bundesministerien für Frauen und für Forschung. Auch Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und die Bundesanstalt für Arbeit gehören zu den Unterstützern. Die Idee zum »Girls? Day« stammt aus den USA, wo seit 1993 ein Mal im Jahr Mädchen mit Verwandten oder Freunden zur Arbeit gehen, um Jobs aus der Nähe kennen zu lernen.

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