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Ausbildung: Wie wird man Journalist?

Es gibt sicher bessere Zeiten, um Journalist zu werden: Zeitungen entlassen massenhaft Redakteure, Magazine werden eingedampft, Fernsehsender verkauft. Dennoch sollten die bad news niemanden davon abhalten, auch in der Krise seinen Traumberuf anzustreben. Antizyklisches Verhalten kann sich auch im Journalismus auszahlen.

Einstiege gibt es viele: Zunächst ist "Journalist" keine geschützte Berufsbezeichnung, jeder, der für eine Zeitung schreibt oder Beiträge sendet, darf sich Journalist nennen - egal, was ihn oder sie dazu befähigt. Ein Studium war früher nicht wichtig, mittlerweile möchten aber auch Chefredakteure von Lokalzeitungen meist Akademiker.

Was studieren, um Journalist zu werden?

Ein Fachstudium wie Biologie oder Jura und nebenbei Praktika in Redaktionen machen? Oder gleich ein medienwissenschaftliches Fach wie Journalistik studieren? Ein Blick auf die aktuellen Berufschancen gibt keine eindeutige Antwort. Gesucht sind, wenn überhaupt, Journalisten mit naturwissenschaftlichem Background. Wirtschaftsjournalisten sind dagegen gerade weniger gefragt, dafür stellen Jugend- und Frauenzeitschriften wieder stärker ein - zwei Segmente, für die eher kein spezielles Studium notwendig ist. Praktiker aus der Medienbranche raten immer noch zum klassischen Fachstudium. Allerdings werden auch Kommunikationswissenschaftler, wenn sie genügend praktische Erfahrungen gesammelt haben, in den Redaktionen nicht mehr rundweg abgelehnt. Die Journalistik-Studiengänge etwa in Hamburg, Dortmund und Eichstätt gelten als solide. Dort gibt es Pflichtpraktika und berufspraktische Übungen. Einige Hochschulen haben zudem in jüngster Zeit auf die zunehmende Spezialisierung in den Medien reagiert und Studiengänge eingerichtet, die ein Fachstudium mit journalistischer Praxis verknüpfen, so etwa die Hochschule Bremen (Fachjournalistik mit den Schwerpunkten Technik oder Wirtschaft), oder die gleich für bestimmte Medien ausbilden wie die FH Darmstadt (Online-Journalismus). Auch im Angebot: Aufbaustudiengänge wie Wissenschaftsjournalismus an der FU Berlin.

Es kommt jedoch immer darauf an, was man aus dem Studium macht. Denn Journalisten werden nicht wegen ihres Studiums eingestellt, der Weg führt fast immer über ein zweijähriges Volontariat oder den Besuch einer Journalistenschule. Die Zahl der Plätze ist in Folge der Medienkrise geschrumpft, so haben beispielsweise die Journalistenschulen der Verlage Axel Springer und Gruner + Jahr in Hamburg ihre Plätze um gut ein Drittel reduziert, die "FAZ" bildet derzeit gar keine Volontäre mehr aus. Viele andere Verlage übernehmen ihren Nachwuchs nicht in die Redaktion. Voraussetzung für alle, die ein Volontariat oder einen Platz an einer Journalistenschule ergattern wollen, ist und bleibt viel Praxis. Wer so früh wie möglich beginnt, Praktika zu machen, neben der Uni für eine lokale Zeitung als freier Mitarbeiter schreibt oder sich beim Campus-Radio engagiert, der wird es mit fast jedem Studium einfacher haben als ein Einserkandidat, der noch nie eine Zeile veröffentlicht hat.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.