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Ausbildungsstopp: Lehrermangel in Hamburg spitzt sich zu

"Hamburgs Schulen treiben in die Katastrophe", sagt der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands in Hamburg. Das Angebot schrumpft voraussichtlich um mehr als vierhundert Plätze.

Der Deutsche Lehrerverband in Hamburg (DLH) hat vor einer weiteren Verschärfung des Lehrermangels gewarnt. "Hamburgs Schulen treiben in die Katastrophe", meinte der DLH- Vorsitzende Arno Becker am Dienstag. Das dem Studienseminar verordnete Sparvolumen von 5 Millionen Euro schränke die Ausbildungskapazitäten drastisch ein. Das Angebot schrumpfe um mehr als 400 auf 810 Plätze, sagte Becker. Schon bald werde man nicht einmal mehr die Stellen der pensionierten Lehrer besetzen können. In den nächsten beiden Jahren gehen nach Verbands-Angaben jährlich rund 700 Lehrer in Pension, von 2006 an werden es pro Jahr etwa 800 sein.

Ausbildungsstopp verheerend


"Dabei ist Hamburgs Lehrermangel bereits greifbar: Eltern müssen unterrichten, pensionierte Lehrkräfte werden aktiviert, Programme für Seiteneinsteiger werden aufgelegt", betonte der DLH-Chef. Es sei an der Zeit, die Überalterung der Lehrerkollegien durch Einstellung junger Lehrer aufzufangen. "Es darf nicht sein, dass in den nächsten Jahren die Kinder und Jugendlichen nur noch von ihrer Großelterngeneration unterrichtet werden", erklärte die Pädagogin Stefanie Gierke.

Es sei unverständlich, dass man junge, motivierte Lehrer-Anwärter nicht den zweiten Teil ihrer Ausbildung im Studienseminar machen lasse. Der Ausbildungsstopp sei besonders verheerend, da in hohem Maße Studienabsolventen betroffen seien, die ihr Examen in typischen Mangelfächern abgelegt hätten. Das Vertrauen des Lehrernachwuchses in die Verlässlichkeit der Ausbildung in Hamburg sei auf dem Nullpunkt, so Gierke. Berufliche Perspektiven gebe es am Ende des Lehramtsstudiums praktisch nicht mehr.

DPA

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