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berlin: Studieren in der Hauptstadt: Mehr als eine Möglichkeit

Die Wiedervereinigung hat Berlin ins Rampenlicht gerückt. Das charmante Durcheinander von Alt und Neu lockt scharenweise Touristen in die Stadt. Doch nicht nur bei den Urlaubern ist Berlin gefragt: Viele junge Menschen entschließen sich zu einem Studium in der wiederbelebten Metropole.

Die Wiedervereinigung hat Berlin ins Rampenlicht gerückt. Das charmante Durcheinander von Alt und Neu lockt scharenweise Touristen in die Stadt. Doch nicht nur bei den Urlaubern ist Berlin gefragt: Viele junge Menschen entschließen sich zu einem Studium in der wiederbelebten Metropole.

»Berlin hat mich schon immer gereizt, die Stadt ist lebendig, darum bin ich hierher gezogen«, erzählt Judith Oberschäfer. Sie studiert Geografie und Spanisch an der Freien Universität Berlin. So wie sie denken viele: Bis zu siebzig Prozent sind Neuberliner, schätzen die Unis. Folglich sitzen in den Vorlesungen Hamburger neben Rheinländern und Schwaben, waschechte Berliner sind zu einer Gruppe unter vielen geworden. Durch den Zuzug ist die Zahl der Studierenden an den Universitäten und Fachhochschulen der Stadt auf 134.000 angewachsen. Das Angebot der 13 Fachhochschulen reicht von Schauspiel über Musik bis zu den klassischen Wirtschaftswissenschaften. Der größte Teil der Studenten verteilt sich auf die drei großen Universitäten der Stadt.

Studieren im Grünen: die Freie Universität Berlin

Mit 42.500 Studierenden ist die FU-Berlin eine der größten Universitäten Deutschlands. Sie wurde 1948 als Protest gegen die Einflussnahme der sowjetischen Besatzungsmacht auf die damalige Hochschule unter den Linden, heute Humboldt-Universität, im Westen der Stadt gegründet. Berühmtheit erlangte die FU als Keimzelle der 68er-Proteste. Studentenführer Rudi Dutschke studierte hier ebenso wie der am Rande des Schah-Besuchs erschossene Benno Ohnesorg. Das fachliche Profil der Freien Universität wird in den Geistes- und Sozialwissenschaften durch die großen klassischen Ausbildungsfächer der Sprach- und Geschichtswissenschaften sowie der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bestimmt. Traditionell starke und in dieser Form nur an der FU angebotene Fächer sind die Politischen Wissenschaften (Otto-Suhr-Institut), Publizistik und Kommunikationswissenschaften.

Allerdings stehen auch diese Paradeinstitute unter Sparzwang. So wird die Anzahl der Professuren des politischen Instituts in den nächsten Jahren von 28 auf zwölf sinken. Ein Schritt, der nicht ohne Auswirkungen für die Anzahl der Studienplätze und die Qualität der Ausbildung bleiben wird.

Zwischen Siegessäule und Bahnhof Zoo: die Technische Universität Berlin

Der Schwerpunkt der mehr als 50 Studiengänge liegt auf den Ingenieurs- und Naturwissenschaften. Aber auch geistes-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Fächer werden an der Universität im Bezirk Tiergarten angeboten. »Die technische Ausstattung unserer Hochschule ist gut«, freut sich Maschinenbaustudent Lars Hippmann. Auch sonst weiß er nichts Negatives über die TU zu berichten. »Das Einzige, was mir einfällt«, so Hippmann,» ist die nicht sonderlich charmante Betonbauweise der Uni.« Die TU Berlin ist vielleicht nicht die schönste, mit 28.200 Studenten jedoch die größte Technische Universität Deutschlands.

Die Hochschule wurde 1946 als TU Berlin an der Straße des 17. Juni neu gegründet. Ihre Geschichte reicht jedoch weiter in die Vergangenheit zurück.

Vorläufer der TU waren die Bergakademie, die Bauakademie und die Gewerbeakademie, die Friedrich der Große im 17. und 18. Jahrhundert gründete.

Heutzutage bietet die Universität multikulturelles Flair. 20 Prozent der Studierenden sind Gaststudenten. Damit hat die Technische Universität den größten Anteil ausländischer Studierender in Deutschland.

Stilvoll studieren: die Humboldt-Universität Berlin

Zwischen Brandenburger Tor und dem Berliner Dom liegt die unbestritten schönste Universität der Stadt. In historischem Gemäuer studiert ein Teil der 33.740 Studenten direkt an Deutschlands Prachtstraße Unter den Linden. Berühmte Absolventen wie der Physiker Albert Einstein, Philosoph Hegel und Karl Marx sprechen für die Tradition der 1810 gegründeten Hochschule in Berlin-Mitte. Die ehemalige »Linden-Universität« befindet sich seit der Wiedervereinigung in einer Phase der Umstrukturierung. Die naturwissenschaftlichen Fächer werden schrittweise in die neuen Universitätsgebäude in Adlershof, im Südosten der Stadt, verlagert. Berühmtester Fachbereich der ehemals größten Hochschule der DDR ist das Universitätsklinikum Charité sowie das Großbritannien-Zentrum. Beliebt ist die HU besonders wegen ihrer Lage nah der Studentenbezirke Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Die zahllosen Cafés, Bars und Clubs tragen ihren Teil zum studentischen Leben der Stadt bei. (ad)

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