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J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: "Soll ich der Frau meines Geliebten aus Rache alles erzählen?"

Dunja hatte eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Er beteuerte immer wieder, dass er seine Frau verlassen werde. Doch passiert ist nichts. Nun hat Dunja Schluss gemacht. Und überlegt, aus purer Rache alles seiner Frau zu beichten. Eine gute Idee?

Aus Rache eine Affäre beichten?

Sollte Dunja aus Rache eine Affäre beichten?

Liebe Frau Peirano,

ich bin 39 und hatte 1 ½ Jahre lang eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Ich habe ihm gleich am Anfang gesagt, dass ich keine Affäre will, sondern dass er sich zwischen mir und seiner Frau entscheiden muss. Er hat gesagt, dass es mit seiner Frau nichts mehr läuft und schon lange überlegt, ob er sich trennt. Er hat mir auch immer wieder gesagt, dass er mich liebt und mit mir leben will. Ich habe ihn wirklich geliebt. Er ist der erste Mann in meinem Leben, mit dem ich mir eine Zukunft vorstellen konnte.
Das Ende vom Lied ist bitter. Er hat mich zwar immer wieder hingehalten und mir gesagt, dass er sich bald entscheidet, aber er hat seiner Frau nicht einmal von mir erzählt.


Im November erwähnte er, dass er mit seiner Frau in den Urlaub fahren will und sich einen Hund anschafft.
Ich habe es geschafft, mich von ihm zu trennen. Das hat mich alle Kraft gekostet, und ich habe ihm gründlich die Meinung gesagt. Ich habe ihm verboten, mich zu kontaktieren. Ich bin total niedergeschmettert. Es lässt mich nicht los, wie er mich auf gut deutsch verarscht hat.
Ich überlege jetzt, seiner Frau reinen Wein einzuschenken. Muss sie nicht auch wissen, mit wem sie es zu tun hat? Er hat mir erzählt, dass seine Frau es niemals mitmachen würde, wenn er eine andere hätte. Und klar, es ist auch Rache. Er hat sie betrogen, mich benutzt, und er selbst kommt gut dabei weg. Ich weiß, dass ich nicht die Erste war, mit der er seine Frau betrogen hat, und ich glaube, dass er es wieder machen wird.

Ist es total verwerflich, wenn ich seiner Frau erzähle, was er gemacht hat?

Viele Grüße,

Dunja T.

Liebe Dunja T.,

ich kann gut verstehen, dass Sie sauer und enttäuscht sind. Hier ist die Gewissensfrage: Sind Sie nur sauer auf Ihren Ex-Geliebten – oder auch auf sich selbst? Es wird deutlich, dass er Ihnen mehr versprochen hatte, als er halten konnte. Möglicherweise hat er Ihnen auch falsche Tatsachen vorgespielt und Ihnen verschwiegen, dass die Ehe zwischen ihm und seiner Frau keineswegs so am Ende war, wie es schien.

Aber Sie haben sich darauf eingelassen, obwohl Sie von Anfang an hätten wissen können, dass die Chancen sehr gering waren, dass er sich von seiner Frau trennt. Denn wenn er ernsthafte Trennungsabsichten gehabt hätte, hätte er gleich die Ehe beenden können, bevor er sich auf Sie einlässt. Sie sagen, dass er seine Frau schon früher betrogen hat. Auch damals hat er sich nicht getrennt, sondern nach einiger Zeit die Affäre beendet. Ihm muss bewusst gewesen sein, dass er sich nicht entscheiden kann.
Und Ihnen war das bestimmt auch bewusst. Sie haben sicher aufmerksam auf Signale gelauscht: Wie er sich über seine Frau äußert. Ob er nach einer Wohnung sucht. Was er Ihnen über seine Gefühle für Sie sagt. Wie war denn Ihr Bauchgefühl? Ich kann mir vorstellen, dass Sie unterschwellig gemerkt haben, dass die Geschichte nicht in die von Ihnen gewünschte Richtung läuft. Und trotzdem haben Sie sich immer weiter darauf eingelassen und sich immer weiter dem Risiko ausgesetzt, enttäuscht zu werden.


Wie würden Sie damit umgehen, wenn Sie eine erwachsene Tochter hätte, die sich auf so eine unsichere Geschichte einlässt? Was würden Sie ihr sagen?
Wahrscheinlich hätten Sie Sorge um Ihre Tochter und würden Ihr raten, die Geschichte schnell zu beenden und den Mann zu vergessen. Und sich nach jemandem umzusehen, der sie liebt und es ernst mit ihr meint.
Ich würde Ihnen raten, sich auch den Eigenanteil genau anzuschauen: Sie haben sich selbst auf diese Geschichte eingelassen, obwohl sie ihnen von Anfang an nicht gut getan hat. Wäre es nicht an der Zeit, dass Sie sich bei sich selbst dafür entschuldigen, dass Sie sich nicht gerettet oder besser geschützt haben? Wenn Sie das aufrichtig bearbeiten, schützen Sie sich in Zukunft hoffentlich davor, diese Erfahrung zu wiederholen.

Kommen wir nun zu der Frage, ob Sie der Frau Ihres Ex-Geliebten von der Affäre erzählen wollen. Was genau sind Ihre Beweggründe? Ist es Empörung, weil er sich Ihnen gegenüber so unaufrichtig verhalten hat? Ist es Rache? Sie haben gelitten, Ihr Vertrauen wurde durch ihn missbraucht. Jetzt wollen Sie dafür sorgen, dass auch er leidet und sein Vertrauen in Sie missbraucht wird?

Ihr Verhalten trifft aber nicht nur ihn, sondern auch seine Frau. Untersuchen Sie mal folgende Fragestellung: Wollen Sie sich auch an seiner Frau rächen? Sie hat Ihnen nichts getan, sondern eigentlich haben Sie versucht, ihr den Mann auszuspannen. Ich kann mir vorstellen, dass es Sie im Nachhinein belasten würde, wenn Sie die Frau absichtlich verletzen. Können Sie sich in einem Boot mit ihr sehen? Denn da sitzen Sie eigentlich. Sie wurden beide von demselben Mann hinters Licht geführt. Wäre es eine Geste weiblicher Solidarität, ihr die Wahrheit zu sagen? Oder einfach das Motiv: Wenn ich ihn nicht haben kann, soll auch sie ihn nicht haben?

Versetzen Sie sich doch mal in ihre Lage. Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie einen Partner hätten, der Sie betrügt? Würden Sie sich wünschen, die Wahrheit zu erfahren? Wussten Sie, dass Frauen, deren Männer untreu sind, meistens sehr dankbar sind, wenn jemand Ihnen reinen Wein einschenkt? Wahrscheinlich hat sie instinktiv gemerkt, dass ihr Mann nicht bei ihr ist, aber er hat ihr weisgemacht, dass alles in Ordnung ist. Möglicherweise ist sie dankbar, dass sie erfährt, dass ihr Mann unehrlich und untreu ist. Wenn Sie es ihr sagen, wäre es wichtig, dass Sie sie vorher fragen, ob sie es überhaupt wissen will.

Mir scheint es, als wären Sie selbst nicht sicher, was für Sie das richtige ist. Spielen Sie doch einmal beide Szenarien durch. A) Sie machen nichts. Es vergehen zwei Monate, ein halbes Jahr, ein Jahr, zwei Jahre, fünf Jahre. Wie fühlen Sie sich?
B) Sie rufen die Ehefrau an oder schreiben ihr. Wie fühlen Sie sich in zwei Monaten, einem halben Jahr, einem Jahr, zwei Jahren, fünf Jahren. Bereuen Sie, was Sie getan haben oder sind Sie sicher, dass es richtig war?

Ich wünsche Ihnen eine gute Innnenschau und Aussöhnung mit diesem Kapitel Ihres Lebens.
Herzliche Grüße, Julia Peirano

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