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Bildung: Köhler für Studiengebühren

Studiengebühren und Stipendien sind für Bundespräsident Horst Köhler nötig, um die Lage an den Universitäten zu verbessern. Bildungsministerin Buhlmann widersprach ihm umgehend.

Für die Einführung von Studiengebühren hat sich Bundespräsident Horst Köhler ausgesprochen. "Ich glaube, wir kommen in Zukunft an Studiengebühren nicht vorbei", sagte er der "Welt" vom Samstag. Er warb dafür, sie mit Stipendien zu kombinieren, um die Chancengleichheit zu wahren: "Sonst würde ich als Kind aus armen Verhältnissen kaum eine Chance haben, ein Studium zu ergreifen." Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn dagegen glaubt nicht, dass Gebühren den Universitäten letztlich mehr Geld einbringen würden.

Studiengebühren seien kein "Heilsbringer", sagte Bulmahn der "Welt am Sonntag" und verwies auf bisherige Erfahrungen. "Sie würden nichts an den Finanzproblemen der Hochschulen ändern." So habe der Bund seine Hochschulausgaben in den vergangenen Jahren erhöht. Weil aber gleichzeitig fast alle Länder ihre Hochschulausgaben eingefroren oder sogar gesenkt hätten, hätten die Hochschulen im Ergebnis nicht mehr Geld gehabt.

"Das wäre bei den Studiengebühren wohl genau so." Auch von den Einnahmen der Gebühren für Langzeitstudenten, die es in einigen Ländern gebe, bekämen die Hochschulen praktisch nichts. Im Übrigen habe noch kein Bundesland ernsthaft mit dem Aufbau eines tragfähigen Stipendiensystems begonnen.

Köhler irre in der Annahme, dass Studiengebühren die Lage verbesserten, meinte auch das "Aktionsbündnis gegen Studiengebühren". Sie brächten nicht mehr Geld an die Hochschulen und wirkten sozial selektiv, erklärte Geschäftsführer Klemens Himpele. Das werde würde auch nicht durch Stipendien aufgefangen, die gegenüber staatlichen Leistungen wie dem Bafög einen Rückschritt bedeuteten.

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