bochum Ruhr-Universität reagiert auf BSE-Diskussion


Rindfleisch wird auf unbestimmte Zeit vom Mensa-Speiseplan gestrichen

Rindfleisch wird auf unbestimmte Zeit vom Mensa-Speiseplan gestrichen

In einer Pressemeldung des Akademischen Förderungswerkes Bochum (AkaFö) vom 27. November heißt es, dass die derzeitige Diskussion über BSE-Fälle in Deutschland dazu veranlasse, schnell und im Interesse der Mensagäste zu handeln. Somit haben Reaktionen auf die Entdeckung des ersten mit BSE verseuchten Rindes in diesem Lande auch an heimischen Universitäten nicht lange auf sich warten lassen: Alle Hochschulen, deren Mensen vom Studentenwerk Nordrhein-Westfalen betreut werden, bieten seit Ende November keine Gerichte mehr an, in denen Rindfleisch enthalten ist. An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) wurden am selben Tag Lagerbestände von 120 kg aussortiert und mit einem Sperrvermerk versehen.

Aus den insgesamt fünf Gerichten, die beide Mensen der RUB täglich anbieten, konnten die Studenten bislang zwei bis drei Mahlzeiten pro Woche wählen, deren Hauptbestandteil Rindfleisch war. Allerdings weist das AkaFö darauf hin, dass dieses Rindfleisch seit Jahren strengen Kontrollmaßnahmen seitens der Universität unterlegen habe. So seien die Lieferanten von Fleisch- und Wurstwaren verpflichtet worden, Herkunftsnachweise eines jeden Tieres zu erbringen und die Einhaltung von Hygienerichtlinien zu gewährleisten. Rindfleisch aus gefährdeten Herden, in denen BSE-Fälle vorgekommen oder vermutet worden sind, sei niemals Bestandteil der Mensanahrung gewesen. Die Bochumer Studenten könnten daher sicher sein, in den beiden Mensen nur Rindfleisch zu sich genommen zu haben, dass den angesprochenen Sicherheitsstandards entsprach. »Viele Menschen machen sich leider gar nicht bewusst, dass die Ansteckungsgefahr mit BSE nicht allein durch den Verzehr von Rindfleisch, sondern ebenfalls durch den Gebrauch von Nebenprodukten eines verseuchten Tieres besteht«, sagt Manuela Hildebrandt, Leiterin der Pressestelle des AkaFö in Bochum. »Daher verwenden wir seit Mitte der Neunziger Jahre beispielsweise nur noch Gemüsebrühwürfel und verzichten auf jegliche Nebenprodukte von Rindern.« Diese Maßnahmen haben ihrer Meinung nach zur Beruhigung eines Teiles der Studentenschaft beigetragen.

Zwar ist die Nachfrage nach Rindfleisch in den letzten Jahren zurückgegangen, doch viele Studenten haben auch weiterhin diese Gerichte in den Mensen bevorzugt. Sie werden von nun an mit Geflügel- und Schweinefleisch vorlieb nehmen müssen, sofern sie nicht auf Nudelgerichte, Salatteller oder das stetig wachsende Angebot der vegetarischen Soja- und Getreideküche zurückgreifen möchten. In näherer Zukunft plant das AkaFö, vermehrt Kalbfleisch als Ersatz für Rindfleischgerichte anzubieten. Mit einer Aufhebung des freiwilligen Verzichts auf Rindfleisch seitens der RUB wird laut Manuela Hildebrandt erst dann wieder zu rechnen sein, wenn der Gesetzgeber verlässliche Kontrollen zur Feststellung von BSE-Erkrankungen bei Rindern verankert hat. (sh)


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