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Energie: Strom und Gas werden um 30 Prozent teurer

Schlechte Nachrichten für viele deutsche Strom- und Gaskunden: Zum 1. Juli werden Energiepreise einem Verbraucherportal zufolge erheblich teurer - teilweise um rund 30 Prozent. Doch es gibt Möglichkeiten, den dratischen Preiserhöhungen zu entgehen.

Die nächste Preisrunde der Energieversorger wird die Verbraucher Branchenexperten zufolge besonders hart treffen. Insgesamt 28 Stromanbieter und 104 Gasversorger erhöhen zum 1. Juli ihre Preise, wie das Verbraucherportals Toptarif mitteilte. Vor allem die Gaskunden müssten mit erheblichen Steigerungen bis zu 31,3 Prozent rechnen. Die durchschnittliche Erhöhung liege beim Strom bei 5,2 Prozent, berichtete das Portal. Bei den Gasversorgern seien es durchschnittlich 8,4 Prozent in der Grundversorgung.

Für eine vierköpfige Familie mit Reihenhaus bedeutet dies den Angaben zufolge eine jährliche Mehrbelastung von im Schnitt 130 Euro - Spitzenreiter der Preisrunde sei die Gasversorgungsgesellschaft Rhein-Erft mit 417 Euro mehr. Vor allem beim Gas stellten die aktuellen Erhöhungen erst den Anfang einer drastischen Teuerungswelle dar, erklärte Toptarif-Experte Thorsten Bohg.

Für August gebe es erste Tarif-Neuerungen von mehr als 30 Anbietern, die sich im Schnitt bei mehr als 12 Prozent bewegten. "Wer sich vor Beginn der Heizperiode vor finanziellen Mehrbelastungen dieses Ausmaßes schützen möchte, sollte jetzt prüfen, ob es für seinen jeweiligen Wohnort auch günstigere Anbieter gibt", sagte Bohg.

Preise seit Juli 2007 um bis zu 49 Prozent gestiegen

Seit Juli 2007 sind die Gas- und Stromtarife in Deutschland bereits um bis zu 49 Prozent gestiegen, wie "Bild.de" unter Berufung auf Toptarif berichtete. Den größten Anstieg beim Gas habe es mit 49,16 Prozent bei den Stadtwerken Kaarst am Niederrhein gegeben. Beim Strom mussten demnach die Kunden der bayerischen Gemeindewerke Cadolzburg die stärkste Erhöhung hinnehmen: Binnen eines Jahres seien die Preise um 37,64 Prozent gestiegen.

Die anstehenden Preiserhöhungen zum 1. Juli sind in diese Berechnung bereits einbezogen. Bundesweit teuerster Stromanbieter sind dem Bericht zufolge die Versorgungsbetriebe Helgoland - hier zahle ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden jährlich 940,10 Euro. Das seien knapp 43 Prozent mehr als beim günstigsten Anbieter, der Stromversorgung Ismaning, mit 658,33 Euro. Das Gas bezahlten die Kunden der Energieversorgung Thüringen am teuersten: Hier bezahle ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt jährlich 2.038,80 Euro - und damit 889,26 Euro mehr als bei den Stadtwerken Quickborn (Schleswig-Holstein).

Preisunterschiede beim Strom bis zu 68 Prozent

Auch das Verbraucherportal Verivox wies auf erhebliche Preisunterschiede beim Strom hin. Bei einem bundesweiten Vergleich der Grundversorgungstarife und der günstigsten lokalen Anbieter stellten die Experten sogar Unterschiede von bis zu 68 Prozent fest, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Dabei sei ein Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden angenommen worden - diese schlugen bei einem Elektrizitätswerk im bayerischen Pocking mit 624 Euro zu Buche, bei einem Werk im thüringischen Eichicht dagegen mit 1.051 Euro. Der Präsident des Branchenverbands BDEW, Rolf Martin Schmitz, sagte der Zeitung, für die Preise sei es wichtig, aus welchen Quellen und zu welchen Kosten der Strom bezogen und wie aufwendig er in Stadt und Land verteilt werde.

AP / AP

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