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Warum Hummer rot wird und Kohl stinkt: Sieben Mal Besserwissen bei Tisch

Warum wird ein Hummer beim Kochen rot? Was unterscheidet Obst von Gemüse? Wie entlarvt man faule Eier? Antworten für alle, die bei Tischgesprächen mit Angeberwissen beeindrucken möchten.

Von Henry Lübberstedt

Der Kohl stinkt, weil ...

Er sozusagen pupst.
Wenn Kohl zu lange gart, stinkt es in der Küche - und mit jeder weiteren Minute, die das Gemüse im sprudelnden Wasser kocht, nimmt der Mief zu. Was da so unangenehm riecht, ist Schwefel. Im rohen Kohl ist er noch fest an die Zuckermoleküle gebunden. Diese Verbindung wird jedoch durch Enzyme gelöst, die beim Kochen aus den Pflanzenzellen freigesetzt werden.

Poularde, Hähnchen, Suppenhuhn - was denn nun?

Drei Bezeichnungen, ein Tier.
Hühner werden je nach Gewicht und Alter unter verschiedenen Namen angeboten. Eine Poularde ist ein schweres Huhn, das gut 1,2 Kilogramm auf die Wagen bringen muss. Wiegt es weniger, heißt es Hähnchen oder im Osten der Republik gern auch Broiler. Das Schwergewicht unter den Hühnern ist das Suppenhuhn. Es ist noch älter und wiegt durchaus mal 2,5 Kilogramm und mehr.

Der schwarze Hummer wird rot, weil ...

... er seine Farbe sozusagen versteckt.
Ob Hummer oder Scampi: Beide Meeresbewohner sehen in ihrem natürlichen Lebensraum grauschwarz aus. Erst im kochenden Wasser laufen sie knallrot an. Die rote Farbe versteckt sich im Wortsinn. Sie rührt von einem Farbpigment, das im lebenden Tier an einem Protein hängt. So eingebunden, kann das Pigment die rote Farbe nicht hervorbringen. Erst die Hitze im Topf löst diese Verbindung. Das Protein verliert seine Struktur und der nun freie Farbstoff lässt das schmackhafte Schalentier erröten.

Die Nudeln pappen auf dem Teller zusammen, weil ...

... sie mit viel zu wenig Wasser gekocht wurden!
Nudeln sollten immer in einem großen Topf mit viel Wasser kochen. Faustregel: ein Liter Wasser pro 100 Gramm Nudeln. Ist im Topf zu wenig Flüssigkeit, verkleben die Nudeln zu einem unschönen Klumpen. Nudeln enthalten viel Stärke, die sich beim Kochen mit Wasser vollsaugt. Die Pasta wird nicht nur weich, sie produziert auch einen Stärkekleister. Ein Teil davon geht ins Wasser über. Wurde mit Wasser gegeizt, wird der Kleister nicht ausreichend verdünnt. Folge: Die Nudeln verkleben.

Dieses Ei ist schlecht, weil ...

... es ist einem Wasserglas schwimmt.
Mit einem Wasserglas lässt sich leicht der Frischegrad eines Hühnereis feststellen. Knackfrisch: Das Ei sinkt bis auf den Boden und legt sich zur Seite. Recht frisch: Das Ei steht aufrecht auf dem Boden. Reif für die Biotonne: Das Ei treibt an der Oberfläche. Je älter ein Ei ist, desto mehr Wasser verdunstet durch die Schale und desto mehr Luft dringt von außen ein. Mehr Luft heißt mehr Auftrieb.

Paprika haben verschiedene Farben, weil...

... sie unterschiedliche Reifegrade haben.
Denkste! Das ist falsch. Ein Irrtum der gern verbreitet wird: Eine grüne Paprika ist unreif, eine gelbe schon etwas reifer und die rote ist schließlich voll ausgereift. Klingt logisch, ist aber falsch. Die Farben sind keine Abfolge unterschiedlicher Reifegrade. Was aber stimmt: Grüne Paprika sind unreif. Die reife Frucht wird dann entweder rot, orange oder gelb.

Obst oder Gemüse, das ist hier die Frage!

Als Gemüse wird ein Teil einer Pflanze bezeichnet, zum Beispiel die Wurzel oder der Stängel. Bei der Gemüse-Ernte wird die Pflanze zerstört und muss neu gesät werden. Eine Frucht hingegen wird von einer Pflanze oder einem Baum über viele Jahre immer wieder hervorgebracht, wie zum Beispiel Äpfel und Birnen. Was sich nicht in dieses Schema einordnen lässt, heißt Fruchtgemüse. Dazu gehört die Tomate. Die Tomatenpflanze muss alle zwei Jahre neu ausgebracht werden.

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