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Scharfe Tools Kleine Klinge, große Schnittkunst: Was eine gute Gartenschere können muss

Allzweckwaffe Gartenschere: Frau mit Handschuhe schneidet Ast mit einer Gartenschere ab
Gartenscheren gehören zur Grundausstattung jedes Schrebergärtners. Doch was schneidet man mit welcher Klinge? Und wie pflegt man die Messer aus Stahl? Tipps und Tricks rund um die scharfen Klingen.
© Vuk Saric / Getty Images
Schnippschnapp, Triebe ab. Zum Herbstanfang schneiden und trimmen Hobbygärtner vor allem Obststräucher. Doch welche Gartenschere kann das am besten? Und wie pflegt man die Klingen richtig? Kleine Scherenkunde.

Gartenscheren sind die Allzweckwaffe jedes Kleingärtners. Es gibt fast nichts, mit dem es die handlichen Klingen nicht aufnehmen können. Rosen, Beerensträucher, Lavendel, Tomaten, Blumen oder die Rasenkante schneiden – mit der Gartenschere kann dabei kaum etwas schief gehen. Vorausgesetzt, man hat die passende Schere parat. Denn Gartenschere ist nicht gleich Gartenschere. So stößt man bei etwas dickeren und älteren Ästen mit einer Bypass-Schere schnell an Grenzen. Für filigrane Schnitte im Blumen- oder Kräuterbeet greifen Hobbygärtner am besten zu einem Modell mit Microtip. Was das ist, welche Scherenarten es gibt, worin sie sich unterscheiden und was es bei der Pflege zu beachten gibt, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Gartenscheren: Die verschiedenen Scheren im Überblick

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Kleine Gartenscherenkunde: Bypass oder Amboss?

Amboss oder Bypass? Oder gar beides? Mit dieser Frage sollte sich jeder Kleingärtner beschäftigen, bevor eine neue Gartenschere angeschafft wird. Wichtig: Die eine Schere, mit der in einem Garten jeder Strauch, jeder Baum und jede Staude sauber geschnitten werden kann, gibt es nicht. Kommen wir zunächst zu den beiden Scherentypen zwischen denen ganz grundsätzlich unterschieden wird. Was ist das Besondere an einer Amboss-Schere und wodurch zeichnet sich die Bypass-Schere aus?

1. Bypass-Gartenschere

  • zwei Schnittblätter, die aneinander vorbei gleiten
  • Schnittstelle in der Regel glatt und sauber
  • erfordern wenig Kraft
  • schneiden dünnes, frisches Schnittgut präzise
  • empfohlen für Rosen, Sträucher und Stauden

Bypass-Schere

Vorteile

Nachteile

empfohlen für

sehr präzises Schnittbild

Kraftaufwand recht hoch

dünnes und weiches Holz

schont das Gewebe (kaum Quetschungen)

Handgelenk ermüdet schnell

Grünschnitt und Steckhölzer

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2. Amboss-Schere

  • eine scharfe, keilförmige Klinge trifft auf feststehenden Amboss
  • bessere Kraftübertragung möglich
  • längere Scherenarme minimieren Kraftaufwand zusätzlich
  • optimal für das Schneiden von Obstgehölzen
  • zuverlässig bis zu einer Astdicke von 3,5 bis 4 Zentimetern

Amboss-Schere

Vorteile

Nachteile

empfohlen für

geringer Kraftaufwand

Quetschungen am Trieb möglich

Gehölzschnitt wie Obstbäume

kaum Verkanten

Schnittführung weniger exakt

Auslichten von Totholz

belastet das Handgelenk weniger

ausgefranste Ränder (bei weichem Holz)

Einen aktuellen Gartenscheren Vergleich lesen Sie hier.

Gartenschere kaufen: Drei praktische Tipps

Gartenscheren, egal ob mit Amboss- oder Bypass-Mechanismus, werden in der Regel nicht explizit für Links- oder Rechtshänder gefertigt. Wenn möglich, sollte das Modell der Wahl also einmal ausprobiert werden, bevor es in die Galerie der Gartenwerkzeuge aufgenommen wird. Wichtig ist dabei, dass die Schere bequem und sicher in der Hand liegt. Achten Sie zudem darauf, dass die Klingen aus hochwertigem und präzise geschliffenem Werkzeugstahl gefertigt wurden. In Kinderhänden haben Gartenscheren nichts zu suchen. Zur Sicherheit aller sollte eine Gartenschere über einen Sicherheitsverschluss verfügen, über den die Klingen mit einem einfachen Handgriff arretiert werden können. So vermeidet man schmerzhafte Verletzungen.

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Nun gibt es in Gärten im Normalfall mehr zu schneiden als Obstbäume, Beerensträucher oder Rosenstöcke. Und hier kommen die kleinen und großen Geschwister der gewöhnlichen Gartenschere ins Spiel. So rücken Gärtner ihrer Hecke – sei es Thuja, Kirschlorbeer oder Liguster – idealerweise mit einer Heckenschere zu Leibe. Die gibt es in elektrischer und manueller Ausführung. Für eine größere Reichweite greift man am besten zu einer Heckenschere mit Teleskopgriff. Bei den elektrischen Scheren reicht die Länge des Messers in der Regel aus.

Gartenscheren im Einsatz: Wann wird was geschnitten – und womit?

Entscheidend für den Blüh- und Ernteerfolg in der nächsten Gartensaison ist nicht nur, womit Sie Ihre Pflanzen schneiden. Mindestens genauso wichtig ist, wann der Pflege- oder Verjüngungsschnitt gesetzt wird.

Pflanze

Schnittzeit

Scherenart

Apfel/Birne

Februar/März | Juli/August

Gartenschere (Amboss) / Astschere

Brombeere/Heidelbeere

März/April

Gartenschere

Buchs

März-Juli

Heckenschere

Flieder/Heidekraut

März/April

Gartenschere (Bypass)

Hibiskus

März/April

Gartenschere (Bypass)

Kirsche

März/April | Juli/August

Gartenschere (Amboss) / Getriebe-Astschere

Kübelpflanzen

Februar/März

Microtip-Schere / Gartenschere (Bypass)

Lavendel

März/April | Juli

Gartenschere (Bypass) / Heckenschere (manuell)

Rhododendron

März-Juni

Gartenschere (Amboss) / Astsäge

Rosen (öfter blühend)

März | Juli/August

Gartenschere (Bypass)

Thuja

März-Juli

Heckenschere

Wilder Wein

März-August

Gartenschere (Bypass)

Zwetschge/Pflaumesch

März | Juli/August

Gartenschere (Amboss) / Astschere

(Quelle: Hansjörg Haas, Pflanzenschnitt – So einfach geht's)

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Gartenscheren pflegen: Das ist dabei wichtig

Gartenscheren sind normalerweise im Dauereinsatz und müssen entsprechend regelmäßig gepflegt werden. Nach jedem Einsatz sollten zunächst Erde und Pflanzenreste mit einer Haushaltsbürste von den Klingen entfernt werden. Auch Gartenscheren können Rost ansetzen. Trocknen Sie die Messer deshalb zusätzlich mit einem Tuch ab, bevor die Schere im Schuppen landet. Neben der täglichen Pflege sollten Sie sich Ihren Gartenscheren einmal in der Saison etwas intensiver widmen. Dazu bauen Sie das Gerät am besten auseinander. So können auch die Feder und andere Kleinteile leicht gesäubert werden. Im Anschluss sollte die Schere einige Minuten in ein kleines Gefäß mit hochprozentigem Alkohol gestellt und desinfiziert werden. So erwischt man Keime, Pilze oder Viren, die sich an den Klingen festgesetzt haben. Den Feinschliff bekommen die Klingen dann mit einem Schleifstein. Damit diese Arbeit nicht umsonst war, sollte die generalüberholte Gartenschere an einem trockenen Ort verstaut werden.

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js

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