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Love from Hell: Daddy wider Willen: Wenn deine Mitbewohnerin ein Baby kriegt und dich als Vater einspannt

Alleinstehende Frauen mit Kinderwunsch können sich in Dänemark ein "Spenderbaby" machen lassen. Blöd nur, wenn sie hinterher feststellen, dass ein Mann doch ganz praktisch wäre. So wie meine Bekannte.

Wenn die Mitbewohnerin Mutter wird, kann Mann plötzlich zum "Co-Parent" erkoren werden (Symbolbild)

Wenn die Mitbewohnerin Mutter wird, kann Mann plötzlich zum "Co-Parent" erkoren werden (Symbolbild)

Getty Images

Vor Kurzem habe ich eine Kolumne über die neuen Single Moms geschrieben – unter der Zeile "Baby? Ja. Vater? Nö, danke." Darin ging es u.a. um eine alleinstehende Bekannte von mir, die sich für 8000 Euro in Dänemark eine Samenspende gekauft hat, weil sie sich schon lange ein Kind wünschte, aber keine Lust hatte, einen (x-beliebigen) Mann in die Erziehungsfragen zu involvieren. Eine Beziehung würde alles nur verkomplizieren. Die erfolgreiche Karrierefrau wollte gerne alles allein durchziehen. So, wie sie es gewohnt war. "Männlichen Einfluss" versprach sie sich von ihrem schwulen Mitbewohner, der sie stets in ihrem mutigen Vorhaben bestärkt hatte und sich angeblich total auf ein WG-Baby freute.

Also suchte sie sich in einer Online-Datenband in Dänemark einen Spender aus. Das ging schnell und unkompliziert. Es gibt dort zig Kliniken, die darauf spezialisiert sind. Das ist nun neun Monate her. Gerade ist ihr Baby zur Welt gekommen – und nun ist alles ganz anders, als sie es geplant hatte.

Mitbewohner als Wahl-Papa

Kurz vor der Geburt ihres entzückenden Sohnes rief mich ihr Mitbewohner an, der ebenfalls ein Freund von mir ist. In seiner Stimme lag ein Hauch von Panik.

"Sie dreht total durch, Henriette! Alles dreht sich nur noch um das Baby. Zuerst habe ich sie ja noch gerne zu Terminen beim Frauenarzt begleitet oder war mit ihr Babyklamotten shoppen. Aber mittlerweile beansprucht sie meine gesamte Zeit – ich soll hier den Ersatzpapa spielen! Sie schickt mich ständig Windeln kaufen, ich muss Behördengänge für sie erledigen und neuerdings verlangt sie sogar von mir, dass ich sie in der Öffentlichkeit "Schatz" nenne! Das geht langsam echt zu weit."

Kinder-Wunsch und Tequila

Tatsächlich hatten die beiden mal ganz locker über das Thema "Co-Parenting" geredet – allerdings mit reichlich Tequila intus. Damals fand mein schwuler Freund die Idee grandios. Unter Co-Parenting versteht man laut Wikipedia "eine postmoderne Form der Familiengründung, bei der eine Frau und ein Mann sich gezielt zusammentun, um (meist ohne Sex) ein Kind zu zeugen und dann in enger Abstimmung arbeitsteilig aufzuziehen, wobei die Eltern in der Regel in getrennten Haushalten leben. Die Idee besteht darin, es auch solchen Menschen zu ermöglichen, ein biologisch eigenes Kind zu haben und aufzuziehen, die mit dem anderen Elternteil zwar dauerhaft einvernehmlich auskommen, aber nicht in einer Partnerschaft leben wollen".

Meine beiden Freunde eignen sich objektiv betrachtet perfekt für so ein Modell. Beide sind alleinstehend, Anfang 30, mit Kinderwunsch. Als Mitbewohner kennen sie sich seit Jahren in- und auswendig, vertrauen einander. Ihr Zusammenleben – ohne Kind – klappte stets hervorragend. Außerdem teilen sie die gleichen Werte und Vorstellungen zur Kindererziehung.

Daddy wider Willen

Trotzdem hat meine Freundin die Sache dann erstmal allein durchgezogen. So wie es ihre Natur ist. Im Nachhinein hat sie sich aber offenbar immer mehr in die Idee verliebt, ihren geschätzten Mitbewohner als Daddy einzuspannen. "Neulich hat sie sogar eine WG-Sitzung einberufen, in der sie eingefordert hat, dass sich ab sofort alle an den Kosten für Windeln, Brei und Co. beteiligen mögen – immerhin würden wir ja auch alle von den positiven Vibes des Kindes profitieren. Total gaga!" Mein Kumpel möchte nun am liebsten so schnell wie möglich aus der Baby-WG ausziehen – "und mein altes Leben zurück!"

Stellt sich bloß die Frage, wie er seiner Mitbewohnerin das schonend beibringen kann. Immerhin scheint sie Hilfe dringend nötig zu haben ...

Ich habe meinem Kumpel nun vorgeschlagen, sich als Patenonkel zur Verfügung zu stellen. Und darauf zu hoffen, dass sich unsere Freundin demnächst mal wieder verliebt – in einem Mann, der freiwillig und gerne die "freie" Vaterrolle für ihren süßen kleinen Sohn übernehmen möchte.

Fortsetzung folgt …

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