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Love From Hell: Ego-Ehe à la Hollywood: In guten Zeiten – und wenn’s schlecht wird, bin ich weg!

Verlobung als Accessoire, heiraten für die Likes: Miley Cyrus und Liam Hemsworth sind das jüngste Beispiel für den inflationären Umgang vieler Promis mit dem Thema Ehe.

Liam Hemsworth und Miley Cruys haben es nicht allzu lange als Ehepaar ausgehalten

Liam Hemsworth und Miley Cruys haben es nicht allzu lange als Ehepaar ausgehalten

Getty Images

Ich finde nichts schlimmer als Promi-Hochzeiten. Und nichts schöner. Herrlich, wie uns die nach Aufmerksamkeit heischenden Stars nur zu gerne an ihren Protz-Partys teilhaben lassen. Paparazzi sind bei ihnen immer willkommen, Auskünfte zu allen möglichen Details werden nur zu gerne gegeben: "Die Braut trug ein Kleid von bla …", "Zu den illustren Gästen zählten u.a. der Botschafter von bla nebst Gattin bla …" Amüsant für unsereins, aber auch immer ein bisschen unsympathisch, dieses öffentliche zur Schau stellen des eigenen Glücks. Zumal die durchschnittliche Promi-Ehe nur selten die Halbwertszeit eines Joghurts überschreitet.

Umso romantischer kam die stille, intime Hochzeit von Miley Cyrus und Liam Hemsworth daher. Im Kreise der Familie gab man sich letztes Jahr mehr oder weniger unterm Tannenbaum das Ja-Wort. Alles, was die Öffentlichkeit davon mitbekam, war ein hübsches Instagram-Foto. Klar, if it’s not on Instagram, it never happend. Aber gerade, weil es das millionenschwere "Hot Couple" (das 2012 schon mal verlobt gewesen war, sich aber kurz danach wieder trennte) so ruhig hatte angehen lassen, nahm man den beiden nach jahrelangem On-/Off-Gehampel ab, dass sie es jetzt echt ernst meinen.

Ego-Ende

Doch dann der "Schock". Nach nur acht Monaten gaben Miley und Liam gerade ihre Trennung bekannt. Besonders irritierend das dazugehörige Statement: "Sie haben entschieden, dass es das Beste ist und sie sich auf sich selbst und ihre Karrieren konzentrieren."

WTF?! Eben noch wollte man den Rest des Lebens miteinander teilen – und dann merkt man plötzlich, dass Filme, Musik, Ruhm, Geld doch wichtiger sind? Hm. War die Liebe wohl doch nicht so groß. Oder die Egos zumindest größer.

Liebe ist Marathon, nicht Sprint

Solche Aktionen machen mich sauer. Wie inflationär in Hollywood eigentlich seit jeher (Stichwort: Liz Taylor) mit der Institution Nr. 1 umgegangen wird – unterirdisch.

Mensch, Leute: IN GUTEN WIE IN SCHLECHTEN ZEITEN. Liebe hat auch immer was mit Ausdauer zu tun. Jedes Paar durchläuft komplizierte Phasen. Und klar, wenn es echt nicht mehr geht, nachdem man alles Mögliche versucht hat, dann muss und darf man die Sachen auch guten Gewissens beenden.

Verlobung als Promo

Wenn man "Verlobung" bei Google News eingibt, ploppen derzeit acht Promi-Paare auf, die demnächst "Ja" sagen wollen. Einige Anträge fanden sogar live im Fernsehen statt. Das bringt immer eine Menge Publicity, nach dem Motto: "Guckt mal, ich bin es wert geliebt zu werden! Bei mir läuft es privat BOMBE! Ätschi-Bätsch!"

Tja. Wetten, dass die Hälfte (wenn überhaupt) dieser Pärchen an Weihnachten nicht mehr zusammen ist? Dass nur ein Bruchteil überhaupt heiraten wird? Dem harten Kern, der es ernst meint und auch in fünf Jahren noch glücklich zusammen ist, wünsche ich von ganzem Herzen alles Gute.

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