Holzpellets & Co Zuschüsse für die private Energiewende


Billiger werden die fossilen Energieträger Öl und Gas wohl nicht mehr. Viele Hausbesitzer satteln daher mit staatlicher Hilfe auf alternative Energien um. Was den Geldbeutel freut, freut auch die Umwelt.

Das Ölzeitalter neigt sich unaufhaltsam dem Ende entgegen. Deshalb lassen sich derzeit viele Hausbesitzer mit staatlicher Hilfe den Umstieg auf alternative Energien finanzieren: Pfiffige Investoren kassieren dabei Zuschüsse aus diversen Geldtöpfen oder finanzieren die Umrüstung über zinsverbilligte Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA, www.bafa.de) fördert zum Beispiel Holzpelletkessel mit 60 Euro je Kilowattstunde (kW) Heizleistung. Die Warmwassererzeugung mittels Solarthermie wird mit 105 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche bezuschusst. Dient die Förderung zusätzlich der Heizungsunterstützung, steigt die Förderung sogar auf 135 Euro pro Quadratmeter.

Auch bei Bestandsimmobilien lohnend

Bei den Fördermitteln gilt das Müllerprinzip: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Einige Energieversorger beteiligen sich mit Zuschüssen auch an der Anschaffung einer Wärmepumpe. Bei Bestandsimmobilien fördert die KfW den Austausch alter Heizungsanlagen über zinsverbilligte Kredite mit dem Programm "Wohnraum modernisieren" und dem "CO2-Gebäudesanierungsprogramm" (für bis 1978 fertig gestellte Gebäude). Für Neubauten gibt es das Sonderprogramm "Ökologisch Bauen". Mehr Infos gibt's im Internet unter www.kfw-foerderbank.de.

Für das Umsatteln auf alternative Energieträger lässt Vater Staat keine direkten Steuervorteile springen. Ganz ohne Finanzamt sollten Vermieter ihre private Energiewende aber nicht vollziehen. Es gibt nämlich einiges zu beachten. Zuschüsse aus staatlichen Fördertöpfen müssen private und gewerbliche Vermieter als Einnahmen versteuern. Im Gegenzug können die vollen Kosten für den Austausch der alten Heizungsanlage als Werbungskosten oder Betriebsausgaben gegengerechnet werden.

Vorsicht beim Abschreibungszeitraum

Doch nicht immer ist ein Sofortabzug der Kosten die optimale Lösung. Private Vermieter können die Kosten für größere Renovierungsmaßnahmen alternativ auch auf bis zu fünf Jahre verteilen. Das macht Sinn, wenn man mit seinem Einkommen voraussichtlich auf Dauer dem Spitzensteuersatz unterliegt. Mit einer geschickten Ausgabenverteilung kann nämlich über einen Zeitraum von maximal fünf Kalenderjahren die steuerlich teuerste Spitze des Einkommens abgeschnitten werden - die Steuerersparnis ist dann am größten. Voraussetzung für das Wahlrecht zwischen Sofortabzug und Kostenverteilung: Die Immobilie gehört zum Privatvermögen und wird überwiegend zu Wohnzwecken vermietet.

Aufpassen müssen Investoren, die eine heruntergekommene Immobilie innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Kauf instand setzen. Die Kosten dürfen ohne Mehrwertsteuer maximal 15 Prozent des Gebäudekaufpreises betragen. Wird die Sanierung teurer, schlägt das Finanzamt die Reparaturkosten dem Anschaffungspreis für das Gebäude zu. Der Aufwand kann dann nur noch scheibchenweise über die jährliche Gebäudeabschreibung von maximal 2,5 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Ist das Gemäuer als Baudenkmal eingestuft, kann der Sanierungsaufwand dem Fiskus über einen Zeitraum von zwölf Jahren peu à peu in Rechnung gestellt werden.

Michael Degethof/DDP DDP

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