Immobilienwirtschaft Eigenheimzulage soll regionaler werden


Das Votum des Bundesrats gegen eine Abschaffung der Eigenheimzulage ist bei Bayerns Immobilienwirtschaft auf Zustimmung gestoßen. Der Verband schlug dafür eine Reform mit einer Regionalisierung und stärkerer sozialen Staffelung vor.

"Das freut uns, denn gerade in Ballungsräumen wie München ist die Wohnungsnot weiterhin groß", sagte Philipp Reiners, Geschäftsführer des Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Bayern. Allerdings sei damit zu rechnen, dass das Thema schon bald wieder auf die Tagesordnung komme. Der Verband schlug eine Reform der Eigenheimzulage mit einer Regionalisierung und einer stärkeren sozialen Staffelung vor.

Stärkere soziale Staffelung

In dem Verband sind unter anderem Bauträger und Generalunternehmer Mitglieder. Auch der Branche sei klar, dass in Zeiten knapper Kassen auch die Eigenheimzulage diskutiert werde, sagte Reiners. Diese ist die größte Einzel-Steuersubvention des Bundes. "Über das Gießkannenprinzip, dass alle gefördert werden, kann man sicher nachdenken." Gerade für einkommensschwache Familien sei die Zulage aber ein wichtiger Faktor. "Darum müsste man vielleicht eine stärkere Staffelung erwägen."

In Ballungsräumen wie München oder Hamburg bestehe noch immer Handlungsbedarf, sagte Reiners. In München werde die Knappheit durch den Zuzug noch verstärkt. Wegen der schwachen Konjunktur seien in den vergangenen Jahren zu wenig neue Wohnungen gebaut worden. Daher müsse man über eine Regionalisierung der Eigenheimzulage nachdenken. Diese könnte dann in voller Höhe nur in Ballungszentren wie München oder Hamburg gezahlt werden, in denen Wohnungsknappheit herrscht.

Regierung will lieber Geld für Bildung

Der Bundesrat hatte am Freitag mit den Stimmen der unionsgeführten Länder gegen eine Abschaffung der Eigenheimzulage von 2005 an gestimmt. Dies strebt die Bundesregierung an. Mit den Einsparungen von bis zu sieben Milliarden Euro bis 2008 könnten Bund, Länder und Gemeinden mehr in Bildungs- und Forschungsprojekte investieren, argumentierte die Bundesregierung. (dpa)


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