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Ehemann ist tatverdächtig: Vierfache Mutter in Hamburg getötet – nun sammeln Angehörige Geld für ihre Kinder

Eine Mutter von vier Kindern wird in ihrer Hamburger Wohnung umgebracht. Der mutmaßliche Täter: ihr Ehemann. Nach dem grausamen Familiendrama sammeln Angehörige jetzt Geld für die Beerdigung der Frau und die Zukunft der Kinder.

Hamburg: Die ermordete Mutter und ihre vier Kinder

Mit einer "GoFundMe"-Kampagne sammeln Angehörige Geld für die Zukunft der Kinder – hier auf einem Familienfoto mit ihrer Mutter

Am 5. Dezember macht ein Elfjähriger im Hamburger Stadtteil Altona eine grausige Entdeckung. Er findet seine tote Mutter im Schlafzimmer der Familienwohnung. Tatverdächtig ist sein Vater, der getrennt von der Familie lebt. Wie die Polizei Hamburg berichtet, wurde die Frau am Kopf verletzt und hatte mehrere Stichwunden am Körper. Mittlerweile wurde der 49-jährige Tatverdächtige festgenommen. Er steht im Verdacht seine 42-jährige Ehefrau mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt zu haben. Die Getötete hinterlässt vier Kinder – zwei (7 und 11) aus der Ehe mit dem Tatverdächtigen und zwei weitere (14 und 18) aus einer anderen Beziehung. 

"Sie konnte sich nicht mehr von ihren Kindern verabschieden"

Der Schock bei allen Familienmitgliedern sitzt tief. Sherryl, Cousine der Getöteten, will helfen – und wird aktiv. Als sie mit einigen Verwandten zusammensitzt und darüber nachdenkt, wie man die Kinder jetzt unterstützen könne, kommt ihr die Idee zu einer Crowdfunding-Kampagne.

Auf der Plattform "GoFundMe" startet sie einen emotionalen Aufruf. Der Titel der Kampagne: "Sohn findet tote Mutter". Im Begleittext schreibt sie: "Unsere lebensfrohe Cousine, Mutter, Schwester und Tochter wurde uns auf gewaltsamer Weise entrissen. Juliet, von uns auch Nana Akua genannt, konnte sich nicht mehr von ihren Kindern verabschieden." 10.000 Euro sind aktuell als Spendenziel ausgegeben. Schon am ersten Tag kamen etwa 1500 Euro zusammen. Das Geld soll für die Beerdigung der Mutter, Weihnachtsgeschenke für die Kinder sowie künftige Ausgaben für die Hinterbliebenen eingesetzt werden.

Cousine spricht über den Hintergrund der "GoFundMe"-Kampagne

Der stern hat mit Sherryl, die die "GoFundMe"-Kampagne ins Leben gerufen hat, über die Beweggründe für die Spendenaktion gesprochen. "Die beiden Kleinen sind traumatisiert. Sie spielen zwar ganz normal, aber man merkt, dass sie sich von Menschen fernhalten", sagt Sherryl über den Zustand der Kinder. "Sie verlieren sich selbst." Der Elfjährige, der seine leblose Mutter in der Wohnung fand, habe bislang noch keine psychiatrische Unterstützung erhalten.

Natürlich hoffen wir, dass mehr Geld zusammenkommt

Sherryl selbst war und ist auch sehr mitgenommen von dem Tod ihrer Cousine. Besonders ein Gespräch mit der Tochter der Verstorbenen habe sie "sehr getroffen". So habe diese berichtet, dass die Familie eigentlich geplant hatte, nächstes Jahr gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Sie selbst habe mit ihrem Führerschein anfangen wollen. "Das war so ein Punkt, wo ich dachte: 'Wie kann man es möglich machen, dass sie trotz ihres Verlusts ein einigermaßen normales Leben führen können?'", sagt Sherryl, der natürlich bewusst ist, dass kein Geld der Welt die Mutter ersetzen kann. Und doch versucht sie mit dieser Aktion, den Jugendlichen unter die Arme zu greifen. Dass 10.000 Euro langfristig für die Zukunft der Kinder nicht ausreichen werden, weiß sie. Auch deshalb hofft sie, dass am Ende mehr Geld über die Kampagne eingesammelt wird.

Die vier Kinder leben aktuell beim Bruder der Getöteten. Wie lange sie dort bleiben (können), ist ungewiss. Wer die Kinder unterstützen möchte, kann das hier tun: gofundme.com/hamburghilft

Quellen: Pressestelle der Polizei Hamburg / GoFundMe / stern-Interview

hh

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