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Konkurrenzkampf der Discounter: Aldi prescht mit Preissenkungen vor

"Kampfpreise" bei Aldi: Der Discounter hat erneut die Preise für etliche Produkte gesenkt. Betroffen sind vor allem Getränke, aber auch andere Lebensmittel. Erste Konkurrenten wollen bald nachziehen. Der Preiskampf freut die Kunden - doch ob er den Unternehmen nützt, halten Experten für fraglich.

Der führende Lebensmittel-Discounter Aldi setzt seine Preissenkungen fort, obwohl sich das in den ersten Monaten 2009 nach Erkenntnissen von Marktforschern nicht ausgezahlt hat. Aldi Nord und Aldi Süd gaben am Donnerstag per Anzeigen Preissenkungen bei Cola und Limonaden um 25 Prozent bekannt. Den Cola-Preis von 29 Cent je 1,5 Liter der Aldi-Eigenmarken bewerten Experten als "Kampfpreis". Außerdem wurden Preise von einigen Tiefkühlprodukten (Eis, Pizza) gesenkt, allerdings in einem deutlich geringeren Umfang. Aldi gilt als Vorreiter im deutschen Lebensmittelhandel, an dessen Preisen sich andere Discounter und selbst große Supermarktketten orientieren.

Im Unterschied zu den Preissenkungen der vergangenen Monate bei Milch, Brot, Käse und Schokolade ging Aldi diesmal zunächst allein voran. Bei den zurückliegenden Runden hatten zeitgleich auch andere Discounter Preissenkungen in ähnlichen Größenordnungen vollzogen. Die REWE-Discounttochter Penny will nun ab diesem Freitag ebenfalls Cola und Limonaden der Eigenmarken deutlich billiger verkaufen. Das kündigte ein Sprecher des Mutterkonzerns REWE in Köln an. Er verwies auf den harten Wettbewerb im Handel. Günstigere Konditionen bei der Beschaffung würden an die Kunden weitergeben.

Aldi hat den Preis für 1,5 Liter Cola von 39 auf 29 Cent gesenkt. "Das ist ein Kampfpreis, den es dauerhaft bislang so nicht gab", sagte Discount-Experte Matthias Queck vom Marktforschungsunternehmen Planet Retail. Die neuen Tiefstpreise bei Cola und Limonade seien zugleich auch Zündstoff in der politischen Debatte um Mehrwegverpackungen. Die führenden Discounter, die Getränke fast ausschließlich in Einwegflaschen anböten, würden als Hauptverursacher der ständig sinkenden Mehrwegquote angesehen. Bislang sei die Debatte um Mehrwegflaschen hauptsächlich an Mineralwasser festgemacht worden.

Im Unterschied zu den Preissenkungen bei den Erfrischungsgetränken Cola und Limonade (Orange, Zitrone) lässt Aldi den Preis seines Mineralwassers unverändert. Aldi hatte bereits vor mehreren Jahren den Mineralwasserpreis auf 19 Cent je 1,5 Liter gesenkt und damit Maßstäbe für den Preiseinstiegsbereich im Lebensmittelhandel gesetzt.

Die "Lebensmittel Zeitung" hatte Anfang April berichtet, dass die Umsätze von Aldi und Lidl im Januar und Februar 2009 deutlich gesunken seien. Das bewährte Rezept, mit Preissenkungen den Absatz und die Kundenzahl zu erhöhen, habe in diesen Monaten nicht funktioniert. Es seien deshalb nicht mehr Kunden in die Märkte gekommen, wie die Marktforscher von Nielsen und GfK berichteten hätten.

DPA / DPA

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