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Kurzzeit-Beschäftigung So finden Sie den richtigen Ferienjob


Ferienzeit ist Arbeitszeit: Schüler, Studenten, Hausfrauen, Rentner oder Erwerbslose suchen daher Kurzzeitjobs. Doch nicht jedes Angebot ist seriös. Hier lesen Sie, wie Sie ernstzunehmende Jobs erkennen und wo Sie den richtigen Job für kurze Zeit finden.
Von Midia Nuri

Die Ferien nutzen vor allem Schüler und Studenten nicht bloß dazu, Erholung zu tanken oder Praktika zu absolvieren. Viele verdienen sich mit Ferienjobs das nötige Geld für Studium, Bücher oder Urlaub. Im Büro als Aushilfssekretärin, in der Buchhandlungen oder in der Produktion am Band, in der Küche oder als Kellner im Restaurant, gerne auch wo andere urlauben: als Animateur, Reiseführerin oder Begleiter von Kinder- und Jugendfreizeiten. Auch anspruchsvolle Jobs sind drin. So heuern Beratungsgesellschaften gern Studenten an, die während der Semesterferien an Projekten mitarbeiten.

Die Vielfalt an befristeten Jobs ist groß, ebenso wie die Möglichkeiten, an einen Job zu kommen. Wer einen Kurzzeitjob sucht, hat die Qual der Wahl. Und er sollte Obacht walten lassen - denn nicht jedes verlockende Angebot ist seriös.

Studenten haben gute Karten

In der Ferienzeit ist die Konkurrenz um die auch dieses Jahr wieder raren Jobs groß. "Ein Trend ist deutlich erkennbar", stellt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär vom Deutschen Studentenwerk (DSW) fest, "es werden immer weniger Ferienjobs angeboten." Viele Unternehmen wollen Studierende lieber längerfristig und kontinuierlich beschäftigen, vermutet er. In Berlin und Hamburg sei die Situation angespannt, in München dagegen entspannter. Dort decke das Angebot fast die Nachfrage: Monatlich werden dem DSW zufolge 300 Jobs vermittelt. Auch Frankfurt am Main und Mannheim melden eine entspanntere Lage, während in Münster Nebenjobs eher rar sind. Wenig Aussicht auf einen Nebenjob haben hingegen die Studierenden, die sich ans Studentenwerk Jena-Weimar wenden; dort übersteigt die Nachfrage bei weitem das Angebot.

Dabei tun sich Studenten bei der Jobsuche grundsätzlich noch leichter als Schüler - wohl vor allem wegen der Jugendschutzbestimmungen. Auch Rentner oder Hausfrauen tun sich schwer. Wer beim Jobben nicht auf Ferien oder die vorlesungsfreie Zeit angewiesen ist, für den lohnt es sich daher, bis nach den Ferien zu warten, wenn die Studenten und Schüler wieder vom Markt gehen.

Wo Jobs nach Nummer vergeben werden

Ein Blick auf die schwarzen Bretter an den Hochschulen schadet nicht. "Eine lohnenswerte Anlaufstelle sind sicherlich die studentischen Arbeitsvermittlungen", berichtet DSW-Sprecher Stefan Grob. "Dort kommen zumindest in den größeren Städten auch jetzt noch täglich kurzfristige und befristete Jobs herein." Jobs werden nach gezogener Nummer oder alphabetischer Reihenfolge vergeben. "Und die Jobs sind auch ordentlich bezahlt - darauf achten die Arbeitsvermittler", weiß Grob.

Zusätzlich finden sich auf den Internetseiten vieler Hochschulen auch befristete Stellenangebote von inner- und außerhalb der Hochschule. Jobvermittlungen für alle betreiben auch die Arbeitsagenturen. Allerdings fahren einige von ihnen in der Ferienzeit lediglich Sparbetrieb.

Zeitarbeitsfirmen geben etwas her

Wer jetzt noch für diesen Sommer einen Job sucht, der sollte unbedingt auch auf anderen Wegen suchen. Als chancenreich gilt es beispielsweise, einfach mal direkt bei mittelständischen Unternehmen vor Ort oder der Heimatstadt nach Jobs zu fragen. Oft ergibt sich aus einem Ferienjob gleich der nächste. Viele Unternehmen engagieren gern stets dieselben Ferienjobber.

Auch bei Zeitarbeitsunternehmen könnte es mit etwas Glück auch jetzt noch mit einem Job klappen. "Wenn bereits eine Partnerschaft mit einem Zeitarbeitsunternehmen besteht, versuchen zahlreiche Unternehmen auch ihren kurzfristigen Personalbedarf für die Urlaubszeit über Zeitarbeitsunternehmen zu decken", weiß Thomas Läpple vom Bundesverband Zeitarbeit (BZA) in Berlin. "Wir beobachten in der Sommerzeit, dass die Nachfrage spürbar anzieht", sagt er. Mit ein wenig Glück für den Jobsuchenden steht gerade keiner der beim Zeitarbeitsunternehmen festangestellten Leiharbeiter für den Kurzeinsatz zur Verfügung.

Auf Alarmsignale achten

Eine Fundgrube sind vielerorts die Kleinanzeigen der Zeitungen, Anzeigenblätter sowie die diversen Stellensuchportale. Hier finden sich kurzfristige und befristete Jobangebote aus allen erdenklichen Bereichen. Doch Vorsicht vor allzu unkompliziert scheinenden Offerten. Wer Arbeit sucht, dem wird oft das Blaue vom Himmel versprochen - verführerisch auch, wenn man gerade eigentlich nur einen Kurzzeitjob sucht. "Viel Geld verdienen", "In ganz kurzer Zeit" oder auch "Leichter Nebenverdienst von zuhause aus". Oftmals zahlen Jobsuchende bei solchen vermeintlich tollen Offerten drauf.

Die Alarmsignale sind stets die gleichen - egal, ob die Angebote per Internet, über einen Aushang an der Bushaltestelle oder über eine Annonce im Kleinanzeigenteil der Tages- und Wochenzeitungen unter die Leute gebracht werden. Firmenname und Firmenzweck gehen aus der Annonce nicht hervor, die Jobbeschreibung klingt dafür extrem verlockend. Auch übertrieben hoch angesetzte Verdienstmöglichkeiten sollten stutzig machen. Oder wenn die Tätigkeit nicht oder bestenfalls vage beschrieben wird. Ebenfalls abschrecken sollte es, wenn als Kontakt eine teure 0190er-Nummer angegeben ist. Oder wenn keine Vorkenntnisse verlangt werden und womöglich für die "Ausbildung" Geld verlangt wird. Dubios ist es auch, wenn Jobinteressenten andere Leute werben müssen, um auf ihre Kosten kommen zu können.

Die Finger lassen sollten Jobsuchende in jedem Fall von allem, wo vorher Geld gezahlt oder eine Leistung erbracht werden muss. "Die Investition ist in den meisten Fällen nutzlos", warnt Sabine Fischer, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. "Weil sie sich über die möglichen Einnahmen nicht amortisiert oder der Anbieter nach der Zahlung nicht mehr erreichbar ist." Auf solche Anzeigen sollten sich Jobsuchende nicht melden, rät sie.


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