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LEIPZIG: Netzwerk ehemaliger Leipziger

Alumni-Arbeit der Universität Leipzig ist hauptsächlich international

Alumni-Arbeit der Universität Leipzig ist hauptsächlich international

Johann Wolfgang von Goethe war einer, Christa Wolf, Angela Merkel und Peter Sodann sind welche. Ebenso der derzeitige Botschafter des Sudan in Deutschland, Ahmed Gaafar Abdelkarim, und der italienische Staatspräsident Dr. Carlo Azeglio Ciampi. Sie alle sind Alumni, ehemalige Studierende der Universität Leipzig. Der Begriff Alumni schließt übrigens auch ehemalige Dozenten ein.

Die Datenbank der ehemaligen ausländischen Studierenden in Leipzig betreut und aktualisiert Anna Wuttke vom Akademischen Auslandsamt, die selbst ehemalige Leipziger Studentin ist. Sie besetzt damit ein Projekt, das seit 1998 unter dem Namen »Leipzig Alumni International« (LAI) existiert. Wuttke vergräbt sich aber nicht nur hinter der Datenbank mit ihren etwa 800 Einträgen, ihr liegt vor allem am Bekannt machen der Alumni-Arbeit, an Kontakten, die noch während des Studiums beginnen und nach dem Studienabschluss fortgeführt werden. »In die Alumni-Arbeit muss man zunächst sehr viel investieren, bevor man Leistungen zurückbekommt, die man ?abrechnen' kann«, betont sie. Diese Leistungen sind langfristig Praktikumsplätze und Jobs in den jeweiligen Heimatländern der Studenten. Kurzfristig aber die Gründung von Alumni-Vereinen und daraus folgend Wiedersehenstreffen, Erfahrungsaustausch und deutsche Sprachpraxis. Bei ihr laufen in der Alumni-Arbeit der Universität Leipzig die Fäden zusammen - aber eben nur die der internationalen. Sie hat ein Netzwerk aufgebaut, ist auf Messen und bei Uni-Events präsent und gibt einen Newsletter heraus.

»Für die deutschen Alumni gibt es keine Anlaufstelle, das ist Sache der jeweiligen Fachbereiche«, erklärt Anna Wuttke. In verschiedenen Fachbereichen haben sich auch inzwischen Alumni-Vereine gegründet. Absolventen-Vereinigung der Juristenfakultät (AFIL), Vereinigung der Freunde und Förderer der Amerikastudien (ASAA), le-ave (Alumni-Vereinigung der Wirtschaftswissenschaften), Alumni-Club (Förderverein der Politikwissenschaft), Perspektive (Vereinigung ehemaliger Studierender des Schwerpunktes Öffentlichkeitsarbeit/PR am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft) und Freundeskreis der Fakultät für Physik und Geowissenschaften heißen sie. Sie alle verfolgen ähnliche Ziele wie Anna Wuttke mit der internationalen Alumni-Arbeit. Allerdings fällt ihnen die Organisation von Aktionen sehr viel schwerer, weil sie keine konkrete Unterstützung durch die Uni erfahren.

»Nach dem amerikanischen Vorbild ist die Universität eine Serviceeinrichtung, mit der sich Studierende identifizieren sollen«, sagt Anna Wuttke. Und ergänzt, dass das besonders an einer so großen Universität wie Leipzig mit vielen Magisterstudiengängen kaum möglich sei. Ständig habe man mit anderen Leuten zu tun - ein Gemeinschaftsgefühl käme da kaum auf. Unter den ausländischen Studierenden, die einer Nation angehören, schon eher. Sie treffen sich wieder, gründen in der Heimat Alumni-Vereinigungen und setzen gemeinsam Projekte um. Wie etwa eine ehemalige »Leipzigerin«, die jetzt in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator einen deutschsprachigen Kindergarten gegründet hat. »Das ist einer der schönsten Erfolge für mich«, sagt Anna Wuttke. Auch mit der Hoffnung, dass sich bald in Polen, Russland und Äthiopien Alumni-Vereine gründen werden. (ah)

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