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Mediation: Kaffeerunden verkürzen das Verfahren

Streitschlichtung gilt als neues Zaubermittel bei Konflikten: Statt langer Verfahren vor Gericht und Revisionen setzen sich die Streithähne zusammen mit Richtern an einen Tisch. Tränen und lautstarke Beschimpfungen gehören auch dazu.

Verbissene Streitereien bei einem Scheidungsverfahren oder Alltagsbanalitäten wie Gartenzäune und Partylärm könnten Richtern in Schleswig-Holstein künftig öfter mal erspart bleiben. Denn die Mediation an den Gerichten im nördlichsten Bundesland entwickelt sich zum Erfolgsmodell. Nach einer ersten Bilanz des Justizministeriums in Kiel wurden bereits einige hundert Fälle mit Hilfe speziell ausgebildeter Richter-Mediatoren bearbeitet. Ihr Ziel: Die Streithähne ermutigen, in einem direkten, fairen und vertraulichen Gespräch die Konflikte selbst zu lösen, statt eine Entscheidung des Gerichts einzufordern.

Eine bessere Streitkultur entwickeln

Es gibt bei dieser Art der Konfliktlösung nur Gewinner und Lob. Minister Uwe Döring (SPD) resümiert "einen Erfolg, der sich sehen lassen kann. Wir stehen am Anfang einer langfristig möglicherweise sehr bedeutsamen Entwicklung für die Justiz Schleswig-Holsteins".

Derart positive Erfahrungen machte zuerst Niedersachsen, das schon vor Jahren Pilotprojekte an Gerichten etablierte. Seither erproben in immer mehr Bundesländern Gerichte dieses Verfahren als Modell, "um langfristig zu einer besseren Streitkultur zu kommen", wie Döring betont. In mehr als 80 Prozent der Fälle gelingt eine Einigung, die beiden Seiten gerecht wird und dauerhaften Rechtsfrieden bringt.

Streitschlichtung erleichtert auch hinterher den Kontakt

Mediation bieten das Oberlandesgericht Schleswig, die Landgerichte Flensburg, Itzehoe, Lübeck und Kiel sowie die Amtsgerichte Kiel und Pinneberg an. Auch das Landesarbeitsgericht Kiel erprobt Mediation, um Verfahren zu verkürzen und Anfechtungen von Urteilen zu vermeiden. Der Vizepräsident des Kieler Amtsgerichtes, Torsten Block, hält diese Art Streitschlichtung überall dort für sinnvoll, "wo Menschen auch weiter miteinander umgehen wollen: zum Beispiel in der Familie, als Nachbarn, in Mietverhältnissen, in Erbschaftsfragen und in wirtschaftlichen Beziehungen".

Richter Andrej Marc Gabler vom Kieler Landgericht ergänzt: "Bisher hat noch keiner das Mediationsverfahren bereut, weder die Anwälte, noch die streitenden Parteien, selbst wenn es mal zu keinem Erfolg kommen sollte. Denn immer wurde auf eine Lösung hingearbeitet." Konstruktives Miteinander und Vertraulichkeit sind dabei oberstes Gebot. "Da können die Parteien plötzlich alles ansprechen, ohne einen möglicherweise schlechten Eindruck zu machen. Tränen und auch lautstarke Beschimpfungen sind möglich. Wenn es der Sache dient und der Aufarbeitung hilft, akzeptieren wir das und machen eine Pause, bis sich die Gemüter beruhigen", sagt Gabler. "Dann ist die Luft raus und Einvernehmen in Sicht."

Runder Tisch mit Kaffee und Keksen

Anwälte und Richter üben sich dabei in einer neuen Rolle: Den Parteien zuzuhören und sie selbst Lösungsvorschläge entwickeln zu lassen. Dazu trifft man sich am runden Tisch, bei Kaffee und Keksen. Zwei bis vier Stunden dauert durchschnittlich das Verfahren. "Doch niemand muss sich beeilen, wir nehmen uns Zeit." Termine werden kurzfristig vereinbart. Auch für Richterin Insa Paul, die die Verfahren am Kieler Amtsgericht koordiniert, ist "Mediation ein gutes, zukunftsweisendes Modell, weil es die Probleme da anpackt, wo sie sind".

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Wie im Falle eines Ehepaares, das sich jahrelang um den Unterhalt stritt. Vier Urteile wurden gefällt, bevor in der Mediation eine befriedigende Lösung gefunden wurde. "Wenn das Paar vorher den tiefer gehenden Hass in einem Mediationsgespräch hätten klären können, hätte man sich wahrscheinlich die Prozesse sparen können", meint die Richterin.

Gefühle klären - und dann sachlich weiter machen

Derartige Erfolge motivieren: "Wir machen die Mediation völlig unentgeltlich obendrauf, weil wir wirklich überzeugt sind", betont die Richterin. "Urteile schreiben, das können wir alle. Wenn aber die Streitenden hinterher sagen: Das war gut, wir hätten nie gedacht, dass wir uns darauf einigen können, wir sind so froh - dann haben wir erreicht, was wir uns wünschen: Leute wirklich zu befrieden, eine richtig verkrustete Sache zu lösen. Das ist ein so schönes Gefühl und gibt so ein Mehr an beruflicher Zufriedenheit - das ist die Motivation für uns, diese Mehrarbeit auf uns zu nehmen."

Karen Katzke/DPA / DPA

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(