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Skandal an US-Schule: Gefeuert wegen Mitleids - Essen an hungriges Kind verschenkt

Dalene Bowden hat einem hungrigen Kind ohne Bezahlung ein Essen gegeben. Dafür wurde die Küchenfrau gefeuert und angezeigt. Dank einer Internet-Kampagne kann sie nun ihren Job zurückbekommen.

Nun könnte Dalene Bowden wieder zur Arbeit gehen, aber sie vertraut ihrem Arbeitgeber nicht mehr.

Nun könnte Dalene Bowden wieder zur Arbeit gehen, aber sie vertraut ihrem Arbeitgeber nicht mehr.

Dalene Bowden arbeitet in der Essenausgabe der Irving Middle School in den USA. Vor Weihnachten stand ein 12-jähriges Mädchen in der Schlange. Das Kind hatte Hunger, aber kein Geld dabei. Darauf gab Bowden ihr aus Mitleid ein Essen im Wert von 1,70 Dollar.

Dabei wurde sie beobachtet und zur Rede gestellt.  Zwar bot sie an, das Essen aus eigener Tasche zu bezahlen, aber das war zu spät. "Ich weiß, dass ich Mist gebaut habe, aber was soll man machen, wenn die Kinder hungrig sind und kein Geld haben," sagte sie dem "Idaho Statesman". Zumal Bowden schon einmal eine Verwarnung bekommen hatte, weil sie einem Kind einen Keks zugesteckt hatte.

Das Entlassungsschreiben.

Das Entlassungsschreiben.


Doch der Leitung des Schuldistriktes ging es ums Prinzip: Die Frau wurde gefeuert und damit nicht genug. Sie wurde auch noch vom Schul Distrikt  Pocatello/Chubbuck in Idaho wegen Diebstahls angezeigt. Trotz eines landesweiten Aufschreis sah der Distrikt sich im Recht und startete eine beleidigende  Kampagne. Unter anderem wurde lanciert, dass Frau Bowden bei einem früheren Job reguläre Einnahmen in das Trinkgeldschälchen gepackt habe. Die gutherzige Frau sollte zur Gewohnheitskriminellen gestempelt werden.

Doch damit hatte der Bezirk den Bogen wohl überspannt. Eine Kampagne mit dem Ziel, Bowden wieder einzustellen, gewann 80.000 Unterstützer. Vermögende Amerikaner spendeten Geld für die Küchenhilfe, denn Bowden fasste sich ein Herz und sammelte Geld für einen Anwalt auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe. "Ich entschuldige mich nicht und ich würde genau das Gleiche wieder tun“, schrieb sie in ihrem Aufruf. "Ich liebe meinen Job. Aber es bricht mir das Herz, wenn die Kinder hungrig sind."

Besonders perfide: Nicht verkauftes Essen darf nicht anderweitig verwendet werden. Es wird vor den Augen der Kinder, die sich kein Essen leisten können, weggeworfen. Diese Methode hat schon häufiger zu Problemen geführt. Erst vor kurzem wurde eine Küchenchefin in Colorado gefeuert, weil sie überzählige Essen nicht wegwarf, sondern an die Armen verteilte.

Zu Weihnachten knickte der Bezirk ein und bot an, dass Dalene Bowden weiter arbeiten könne. Aber sie traut dem Angebot nicht und glaubt, dass der Arbeitgeber nur den Shitstorm beenden wolle, aber den Fehler im System immer noch nicht erkenne. "Ich muss darüber nachdenken. Ich habe Angst, dass sie mir das Leben zur Hölle machen, mir Fallen stellen, um mich später irgendwie loszuwerden."  Außerdem bleibt ein Problem: Bowden will auch in Zukunft keine hungrigen Kinder abweisen.

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