HOME

Schulunterricht zu Hause: "Kinder nicht mehr an der Schultür abgeben"

Der Verein „Schulunterricht zu Hause“ setzt sich für den Unterricht in den eigenen vier Wänden ein. In den USA hat sich das "Home Schooling" bereits zur Massenbewegung entwickelt.

Das Ansehen des staatlichen Schulsystems hat einen Tiefpunkt erreicht. Verunsichert vom miserablen Abschneiden der deutschen Schulen bei internationalen Vergleichstests, von schlechtem Lernklima und Gewalt auf Pausenhöfen schauen sich mehr und mehr Eltern nach Alternativen um. Ein in Dreieich bei Frankfurt am Main ansässiger Verein kämpft dafür, dass Eltern die Bildung ihrer Kinder selbst in die Hand nehmen dürfen.

"Viele Eltern melden sich bei uns und wissen nicht mehr, was sie machen sollen", erklärt Ingrid Guenther vom Verein "Schulunterricht zu Hause". Ihre Kinder wollten nicht mehr zur Schule gehen, zögen sich zurück, litten unter Gewalt und Mobbing von Klassenkameraden. Wer so schlechte Erfahrungen gemacht habe, für den sei die Konsequenz klar, erklärt Guenther: "Wir wollen unsere Kinder nicht mehr an der Schultür abgeben."

In den USA ist "Home Schooling" zur Massenbewegung geworden

Es bedürfe einer großen Opferbereitschaft, die eigenen Kinder zu unterrichten, erklärt die Mutter von zwei Söhnen, aber es sei durchführbar. "Die Möglichkeiten, zu Hause zu unterrichten, sind heute ganz anders als noch vor einigen Jahren", betont Guenther. Sprachen, Physik oder Erdkunde - was die Schule den Kindern beibringe, könnten Eltern genauso leisten. Denn ein gewaltiges Wissenspotenzial stehe mittlerweile über das Internet zur Verfügung.

In den USA, wo die meisten Bundesstaaten es seit den 80er Jahren den Eltern frei stellen, ob sie ihre Kinder selbst unterrichten oder zur Schule schicken wollen, ist "Home Schooling" seither zu einer Massenbewegung geworden. Bereits 1993 wurden nach Angaben der US-Regierung rund 350.000 Kinder von ihren Eltern unterrichtet. Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass inzwischen bis zu 1,9 Millionen Kinder dem Schulsystem den Rücken gekehrt haben.

Unterricht zu Hause: In Deutschland bislang eine Nischenexistenz

Dass eine erfolgreiche Schulbildung auch am Küchentisch möglich ist, wird inzwischen auch von Fachleuten nicht mehr bestritten. Wissenschaftliche Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass Entwicklung und Wissensstand der von den Eltern unterrichteten Kinder dem der Schulabsolventen nicht nachsteht.

In Deutschland führt Unterricht zu Hause bislang eine Nischenexistenz. Neuland ist "Home Schooling" aber keineswegs. Bereits 1971 wurde die Deutsche Fernschule gegründet. Das Unternehmen mit Sitz in Wetzlar betreut derzeit rund 500 Kinder, vor allem Sprösslinge von Diplomaten oder Entwicklungshelfern im Auslandseinsatz, aber auch Kinder von Zirkusfamilien, Schaustellern oder Binnenschiffern.

Die Schulpflicht verhindert den Schulunterricht in den eigenen vier Wänden

Die Fernschule, deren Angebot den Lernstoff der Jahrgangsstufen eins bis vier komplett abdeckt, verschickt an ihre Schüler Arbeitshefte und Lernmaterialien, wie Schulleiter Georg Pflüger erläutert. Alle 14 Tage wird der Lernfortschritt durch Tests abgeprüft. Ein ähnliches Konzept für Schüler der Mittelstufe bietet das Institut für Lernsysteme in Hamburg an.

Dass Schulunterricht in den eigenen vier Wänden noch keine Massenbewegung wie in den USA geworden ist, verhindert in Deutschland bislang die Schulpflicht. Von begründeten Ausnahmen abgesehen muss jedes Kind eine staatliche oder staatlich anerkannte Bildungsanstalt besuchen. Das war nicht immer so.

Verstoß gegen die Schulpflicht strafbar

Der Verein "Schulunterricht zu Hause" verweist darauf, dass noch in der Weimarer Zeit eine Befreiung von der allgemeinen Schulpflicht etwa aus Gewissensgründen möglich war. Tatsächlich hat erst das Reichsschulgesetz von 1938 den bis heute gültigen Zustand hergestellt. Es herrsche eine "totalitäre Schulpflicht" in Deutschland, kritisiert Guenther.

Wer seine Kinder aus der Schule nimmt, um sie selbst zu unterrichten, macht sich strafbar. Erst Anfang November wurde ein Ehepaar aus dem oberhessischen Vogelsbergkreis vom Landgericht Gießen verurteilt, weil es aus religiösen Gründen seine fünf schulpflichtigen Kinder zu Hause unterrichtet. Das Gericht verwarnte die Eltern und drohte eine Geldstrafe von insgesamt 1.600 Euro an, sollten die Eheleute weiter gegen die Schulpflicht verstoßen.

"Wenn Eltern das Beste für ihre Kinder wollen, dann sollten sie vom Staat nicht bestraft werden", kritisiert Guenther. Nach Angaben des Vereins werden die gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Schulpflicht anhalten. Einige Eltern seien inzwischen entschlossen, ihren Anspruch auf Unterricht zu Hause vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einzuklagen.

Guido Rijkhoek, AP

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.