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Staatliche Hilfen: Was bekommen Familien?

Die Bundesregierung hat sich das Thema Familienförderung auf die Fahnen geschrieben. Deshalb bietet der Staat verschiedene Zuschüsse und steuerliche Entlastungen. stern.de gibt einen Überblick.

Allein in vergangenen Jahr schüttete der Bund fast 60 Milliarden Euro an Familienförderungsmaßnahmen aus. Auf der Homepage des Familienministeriums finden Sie eine Auswahl der bundesweiten Leistungen.

Ausbildungsförderung

Schüler und Studierende in weiterführenden Schulen und Hochschulen werden mit Bafög gefördert, wenn deren Eltern keine finanziellen Mittel für die Ausbildung haben. Der Höchstbetrag liegt bei 585 Euro pro Monat.

Elternzeit

Berufstätige Eltern haben drei Jahre lang nach der Geburt ihres Kindes Anspruch auf Elternzeit. Der Anspruch gilt für Mutter und Vater einzeln.

Entlastung von Alleinerziehenden

Der steuerliche Freibetrag liegt bei 1308 Euro pro Jahr.

Erziehungsgeld

Eltern, die ihr Kind selbst betreuen, erhalten zwei Jahre lang 300 Euro monatlich, oder ein Jahr 450 Euro. Der Zuschuss ist abhängig vom Einkommen. Das Erziehungsgeld soll laut Koalitionsvertrag in ein einkommensabhängiges Elterngeld umgewandelt werden. Eltern, die wegen Kindererziehung vorübergehend im Beruf pausieren, sollen für ein Jahr zwei Drittel ihres letzten Nettoeinkommens erhalten, aber maximal 1800 Euro im Monat.

Kinderbetreuungskosten

Bisher konnten berufstätige Eltern für jedes Kind bis zum Alter von einschließlich 13 Jahren maximal 1500 Euro an Kinderbetreuungskosten geltend machen - allerdings nur, wenn die Betreuung mehr als 1548 Euro kostet . Bei Alleinerziehenden galten die halben Beträge.

Nach längerem Streit einigte sich die Regierungskoalition nun auf eine neue Regelung, die rückwirkend vom 1. Januar 2006 gilt: Ab sofort können Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind,jährlich zwei Drittel der Betreuungskosten für Kinder bis 14 Jahre von der Steuer absetzten. Allerdings nur bis zu einer Höhe von 4000 Euro. Diese Regelung soll genauso für Alleinerzieher gelten.

Für drei- bis sechsjährigen Kinder können Familien, in denen nur ein Elternteil berufstätig ist, ebenso zwei Drittel der jährlichen Betreuungskosten steuermindernd gelten machen - und auch hier nur bis zu einer Grenze von 4000 Euro.

Kinderfreibetrag

Der steuerliche Freibetrag liegt bei 3648 Euro für Ehepaare und 1824 Euro für Alleinerziehende. Er wird in den meisten Fällen durch das Kindergeld abgegolten. Zusätzlich gibt es einen steuerlichen Freibetrag für Betreuung und Erziehung in der Höhe von 2160 Euro für Ehepaare und 1080 Euro für Alleinerziehende.

Kindergeld

Dies wird für alle minderjährigen Kinder gezahlt. Für Kinder in der Ausbildung verlängert es sich bis zum 27. Lebensjahr. Für das erste, zweite und dritte Kind beträgt es 154 Euro pro Monat, für das vierte und jedes weitere Kinder 179 Euro.

Kinderzuschlag

Eltern, die sich selbst, aber nicht ihr Kind finanzieren können, bekommen bis zu 140 Euro je Kind pro Monat. Das soll verhindern, dass Eltern auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind.

Krankenversicherung

Völlig unabhängig vom elterlichen Einkommen: Minderjährige Kinder sind in der gesetzlichen Krankenkasse kostenlos mitversichert.

Mutterschaftsgeld

Dieses erhalten berufstätige Frauen sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes. Gesetzlich krankenversicherte Mütter bekommen bis zu 13 Euro am Tag. Der Arbeitgeber übernimmt die Differenz zwischen den 13 Euro und dem täglichen Netto-Entgelt. Diesen Betrag bekommt auch die Mutter, die nicht gesetzlich krankenversichert ist.

Unterhaltsvorschuss

Die Förderung soll Alleinstehenden helfen, wenn die Unterhaltszahlungen des Vaters beziehungsweise der Mutter ausbleiben. In den alten Bundesländern sind das für Kinder unter sechs Jahren 122 Euro monatlich, in den neuen Ländern 106 Euro. Für Kinder von sechs bis zwölf gibt es in den alten Ländern 164 Euro in den neuen 145 Euro.

Wohngeld

Dieses wird als Mietzuschuss an einkommenschwache Familien gezahlt. Die Höhe ist unter anderem abhängig von Gesamteinkommen, der Zahl der im Haushalt lebenden Familienmitglieder und den örtlichen Mieten.

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