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Studiengebühren: Studenten wollen zahlen

Rund 30 Prozent der Studenten in Deutschland wären einer Umfrage zufolge bereit, Studiengebühren von 500 Euro pro Semester zu akzeptieren.

Voraussetzung ist allerdings, dass die aufgelaufene Summe erst nach Eintritt ins Berufsleben schrittweise abbezahlt werden kann, wie eine am Wochenende im Auftrag von "UniSpiegel" veröffentlichte Forsa-Befragung ergab. Derweil setzten sich in Berlin die Proteste gegen die Millionenkürzungen an den Hochschulen fort.

Rund 5.000 Studenten marschierten nach Polizeiangaben friedlich vom Brandenburger Tor zur Humboldt-Universität. Während der Abschlusskundgebung seilten sich zwei Studenten vom Dach der Universität ab. Sie trugen ein Plakat mit der Aufschrift "For Sale" ("Zum Verkauf").

Flierl schließt Lockerung der Sparvorgaben nicht aus

Der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Wolfgang Frühwald, bezeichnete die Einschnitte in die Bildungsetats als "fatal". "Wir geben derzeit Millionen dafür aus, deutsche Wissenschaftler aus dem Ausland zurück zu holen, gleichzeitig streicht man im Land die Stellen, auf die junge Forscher nachrücken könnten", wird er vom "Focus" zitiert. Darüber hinaus habe in Deutschland viel zu lange der Grundsatz gegolten, "alle Universitäten sind gleich, alle müssen die selben Fächer anbieten". Erst unter Spardruck sähen Politiker und Hochschulrektoren ein, dass beispielsweise nicht jede Universität ein eigenes Uniklinikum brauche.

Berlins Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) schloss erstmals eine Lockerung der Sparvorgaben nicht mehr aus. Er könne dies zurzeit zwar nicht zusagen, zunächst müsse man die Strukturplanung der Universitäten abwarten, sagte Flierl laut "Berliner Zeitung". Bislang hatte der Senator jegliche Änderung an der Sparquote in Höhe von 75 Millionen Euro abgelehnt.

Laut Forsa-Umfrage glauben drei Viertel aller Studenten allerdings nicht, dass die Einführung von Studiengebühren zu einer qualitativen Verbesserung des Studiums führen würde. An der Umfrage beteiligten sich 1.004 Studenten.

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