Donald Trump erhebt Anspruch auf Grönland und drohte bereits mehrfach mit einer gewaltsamen Einnahme der Insel in der Arktis. "Wir brauchen Grönland, unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung", betonte der US-Präsident jüngst. Doch ein Militäreinsatz wäre de facto ein Angriff auf einen Nato-Bündnispartner, denn Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet, das zum Nato-Mitglied Dänemark gehört.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte zuletzt, eine US-Attacke auf das Territorium eines Bündnispartners würde das Ende des Nordatlantikpakts bedeuten. "Wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf."
Donald Trump hat es auf Grönland abgesehen
Rund zwei Drittel der Bundesbürger sind der Meinung, dass Deutschland einschreiten müsse, wenn es zu einer militärischen Intervention kommt und Dänemark den Bündnisfall ausruft. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des stern gaben 62 Prozent der Befragten an, dass die Bundesrepublik gemeinsam mit anderen Bündnispartnern Dänemark zu Hilfe eilen sollte, falls der US-Präsident seine Drohung wirklich wahr macht. 32 Prozent sprachen sich dagegen aus, sechs Prozent äußerten sich nicht.
Vor allem Anhänger von Grünen, Union, der Linken und der SPD teilen diese Auffassung. Bei den Grünen sprachen sich sogar drei Viertel aller Befragten für einen militärischen Beistand aus. Unter Wählern von Union und Linke waren es 71 Prozent, bei SPD-Anhängern 68 Prozent.
Ganz anders ist das Bild bei Wählern der AfD: Dort ist eine Mehrheit (59 Prozent) gegen eine militärische Unterstützung Dänemarks; nur etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) gab an, dafür zu sein.
Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa für den stern und RTL Deutschland am 8. und 9. Januar 2026 erhoben. Datenbasis: 1002 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Damit ist die Umfrage repräsentativ.