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Tierschutzverein warnt Online-Betrug mit Hundewelpen boomt, viele sterben qualvoll


Tierschützer warnen vor illegalem Welpenhandel: Betrüger bieten im Internet angeblich gechippte, geimpfte Welpen an – dann ist plötzlich alles ganz anders. Die jungen Hunde leiden erheblich darunter.

Der Deutsche Tierschutzbund warnt schon seit Längerem vor illegalem Handel mit Hundewelpen im Internet. In der Corona-Krise hat sich das Problem offenbar noch einmal verschärft. Vor allem in Hamburg boomt gerade der Online-Betrug, berichtet der Hamburger Tierschutzverein (HTV) in einer Pressemitteilung.

Es gebe "täglich, zum Teil stündlich, neue Hinweise zu Welpenkäufen und tragischen Schicksalen", schreiben die Tierschützer. Dabei geht es vor allem um den Verkauf von jungen Hunden über Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen. Die Käufer werden systematisch getäuscht und erhalten in vielen Fällen kranke Tiere, die sie dann in den Tierheimen abgeben. "Wir haben längst unsere Kapazitätsgrenzen erreicht, was die Aufnahme der notleidenden Welpen angeht", sagt Sina Hanke von der Tierschutzberatung des HTV.

Welpen sterben unter qualvollen Bedingungen

Die Betrüger gehen meist mit der gleichen Masche vor. Während der Kommunikation über die Online-Verkaufsplattform geben sie sich freundlich und seriös. Angeboten werden junge Hunde, die gechippt und geimpft seien, auch das Muttertier könne in Augenschein genommen werden. All das stellt sich jedoch bald als falsche Versprechungen heraus. "Verfloht, viel zu jung und zum Teil erbrechend" würden die Welpen den neuen Besitzern übergeben, berichtet der Tierschutzverein. Die Preise liegen nach Angaben des Tierheims Henstedt-Ulzburg dennoch meist bei mehr als 700 Euro.

Für viele der Hunde kommt dann jede medizinische Hilfe zu spät. Sie müssen sich oft übergeben, können nicht mehr schlucken und sterben qualvoll. Viele der Welpen stammen aus sogenannten Hundefabriken im Ausland. Dort werden laut Tierschutzbund die Muttertiere zu "Gebärmaschinen", die männlichen Tiere werden mit Hormonen potent gemacht. Viele von ihnen hätten ihr Leben lang kein Sonnenlicht gesehen und keinen Menschenkontakt gehabt. Die Welpen werden früh von ihren Eltern getrennt und teuer in Deutschland verkauft.

Im Zweifel die Polizei einschalten

"Das Welpensterben betrifft uns alle – in erster Linie jene, die sich ohne jede Rücksicht ein Hundekind anschaffen möchten", sagt Janet Bernhardt, Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins. Sie fordert potenzielle Käufer, denen bei Angeboten Unregelmäßigkeiten auffallen, dazu auf, die Polizei einzuschalten. Ein Zeichen dafür ist unter anderem, dass die Tiere angeblich nicht mehr geimpft werden konnten, die Besichtigung des Muttertieres nicht mehr möglich ist oder dass – angeblich aufgrund der Corona-Beschränkungen – die Übergabe an einem abgelegenen Ort, zum Beispiel in einem Hinterhof, vorgeschlagen wird.

Quellen:Hamburger Tierschutzverein / Tierheim Henstedt-Ulzburg auf Facebook / Deutscher Tierschutzbund

epp

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