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Vierbeinige Helfer Nach Hauseinsturz in Florida: Für Rettungshunde reicht schon ein Zahn aus, um eine Fährte aufzunehmen

Schäferhund läuft über Trümmer eines Hauses, ein Hundeführer beobachtet ihn aus der Ferne.
Für die vierbeinigen Retter ist die Suche nach Vermissten ein Spiel
© egon69 / Getty Images
Sie sind Experten auf ihrem Gebiet und können, wozu Menschen ewig bräuchten: Rettungshunde spüren vermisste Personen auf – manchmal mit nicht mehr als dem Geruch menschlichen Atems. Doch wie machen sie das und wie werden diese Hunde trainiert?

Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunamis zwingen Gebäude in die Knie. Nicht selten werden Menschen verschüttet, wie zuletzt in Florida, wo Rettungshunde zum Einsatz kommen, um in den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses nach Überlebenden oder den Überresten von Menschen zu suchen.

Wie der K-9 Polizist und Militärtrainer Sinead Imbaro NewsNation erklärt, schnuppern die Hunde auf der Suche nach Menschen nach menschlichem Atem. Riechen sie diesen, bellen sie, um ein Rettungsteam zu alarmieren. Ein Rettungsteam teilte einem lokalen Nachrichtensender mit, dass die Rettungshunde in Florida nun den ganzen Tag daran arbeiteten, Überlebende zu finden. Seite an Seite mit ihren Besitzern und Kadaver-Hunden, die darauf trainiert wurden, menschliche Überreste zu erschnüffeln. 

Die Suche ist ein Spiel

Viele verschiedene Rassen werden als Rettungshunde ausgebildet und auf verschiedene Fachgebiete trainiert. Einige suchen nach menschlichen Gerüchen, wie dem Atem oder dem Körpergeruch eines Menschen. Andere – wie klassische Suchhunde – sind darauf trainiert, der Fährte einer vermissten Person zu verfolgen, um herauszufinden, wo sie hingegangen sein könnte. Wieder anderen Hunden ist es möglich, menschliche Überreste sogar unter der Wasseroberfläche zu lokalisieren.

Hunde für jede solcher Missionen zu trainieren ist ein langer, schwieriger und kostspieliger Prozess. Meistens dauert es eineinhalb bis zwei Jahre, bis ein Hund bereit für eine Mission ist. Für die Vierbeiner ist die Suche ein Spiel – beendet mit einem Leckerli oder dem Lieblingsspielzeug. Wie Trainerin und Hundeführerin Bev Peabody gegenüber National Geographic erklärt: "Wir trainieren sie manchmal schon mit nur einem Zahn." Positive Verstärkung, so Peabody, sei der Schlüssel, um die Hunde für die Suche zu begeistern. 

Auch Erfolglosigkeit muss gefeiert werden

Die Hunde sind Experten auf ihrem Gebiet. Dennoch kann es passieren, dass ihre Suche erfolglos bleibt. Beim nächsten Training werde das gesuchte Objekt dann so leicht versteckt, dass es schnell gefunden werden könne, erklärt Peabody. "Dann feiern wir sie und loben sie, und das macht sie wieder richtig munter."

Diese Trainingstechnik wird auch bei der Suche eingesetzt. Wenn ein Hund einen ganzen Tag lang erfolglos gesucht hat, "verstecke" der Hundeführer, der gleichzeitig der Besitzer des Hundes ist, jemanden und ermögliche es dem Hund, diese Person innerhalb weniger Minuten aufzuspüren, so dass der Hund den Tag mit einem erfolgreichen Fund und den damit verbundenen Belohnungen beenden kann.

Lob und Dankbarkeit von allen Seiten

"Nach einem Fund", so Peabody gegenüber National Geographic, "schauen wir nach dem körperlichen und emotionalen Zustand der Person, während der Hund normalerweise Tauziehen spielen darf oder sein Lieblingsspielzeug bekommt."

Die vierbeinigen Retter erhalten oft Lob – sowohl von ihren Hundeführern als auch von den Personen, die sie gefunden haben. "Die Personen überhäufen die Hunde mit Dankbarkeit", sagt Peabody, "und die Hunde wissen, dass sie einen guten Job gemacht haben. Für sie ist es ein Spiel, für uns ist es ernst." 

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Emotionale Aufgabe

Schwierig wird es emotional für die Hundeführer, wenn eine erfolgreiche Suche zu einem Toten oder seinen Überresten führt. Für die Hunde sei es schließlich immer noch ein Spiel, erklärt Peabody gegenüber National Geographic. Auch wenn es schwierig ist, die Hunde bräuchten dennoch ihr Lob, die Freude und ihren Lohn für den Fund, damit es ihnen weiterhin Spaß mache. Eine andere Expertin erklärte gegenüber National Geographic: "Wenn Hundeführer sagen, ihre Hunde seien deprimiert, dann haben sie das von ihren Besitzern – direkt vom anderen Ende der Leine."

Häufig fühlten sich Familienmitglieder einer gefundenen toten Person mit den Rettungshunden verbunden, wenn sie beim Fund anwesend waren. Laut Peabody fragten sie oft, ob sie den Hund streicheln und ihm danken könnten, dass sie den Menschen gefunden haben. Denn auch wenn es eine traurige Gewissheit sei, Ungewissheit sei deutlich schlimmer, so Peabody.

Quelle:  "National Geographic"


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