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Unlautere Werbung: Verbraucherschützer klagen gegen Lichtblick

Vor nicht einmal sechs Monaten flog auf, dass der Ökostromanbieter Lichtblick seinen Kunden - entgegen eigener Angaben - Atom- und Kohlestrom verkauft. Jetzt hat das Unternehmen wieder Ärger: Die Bremer Verbraucherzentrale hat Lichtblick wegen unlauterer Telefonwerbung verklagt.

Der Ökostromanbieter LichtBlick ist von der Bremer Verbraucherzentrale wegen des Vorwurfs des "Cold callings" verklagt worden. Konkret geht es beim Vorwurf der unlauteren Werbung darum, dass Lichtblick-Mitarbeiter Verbraucher ohne vorherige Erlaubnis zu Werbezwecken angerufen hätten. Dabei hätten sich manche Anrufer sogar als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale ausgegeben, sagten Sprecher der Zentrale am Dienstag.

Schon 300 Millionen ungebetene Anrufe

Gerade die unerlaubte Telefonwerbung hat in den letzten Jahren in Deutschland ständig zugelegt. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen spricht in diesem Zusammenhang von mittlerweile 300 Millionen ungebetenen Anrufen im Jahr - Tendenz steigend. Nach Angaben der Sprecher gingen mehr als zehn Beschwerden gegen Lichtblick wegen unerwünschter Werbetelefonate ein.

Die Verbraucherschützer wollen vor dem Landgericht Hamburg eine Unterlassungserklärung durchsetzen. Hat sie Erfolg, drohen Lichtblick künftig bis zu 250.000 Euro Strafe pro unerlaubtem Werbeanruf. Eine Abmahnung habe das Unternehmen akzeptiert und die fällige Bearbeitungspauschale von 200 Euro bezahlt. Die Unterlassungserklärung habe es indes nicht unterzeichnet, weshalb Wiederholungsgefahr bestehe. Einem Schreiben der Firma zufolge sei einem externen Vertriebspartner nach der Abmahnung gekündigt worden. Seither seien indes weitere Beschwerden eingegangen.

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