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Weihnachtsbaumkauf: Alle wollen den Schönsten

Was darf ein Weihnachten keinesfalls fehlen? Natürlich der Weihnachtsbaum. Damit Sie auch möglichst lange etwas von ihm haben, gibt stern.de die besten Tipps zu Kauf, Transport und Pflege.

Dicht behängt mit Kugeln, Holzengeln und Kerzen werden an Heiligabend rund 28 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnungen erstrahlen. Das sind 300.000 mehr als im Vorjahr, teilte der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen) mit.

Rund 70 Prozent stammen aus heimischen Wäldern, der größte Teil davon kommt aus dem Sauerland. "Das ist das größte Anbaugebiet in ganz Europa", sagt Manfred Graf vom Arbeitskreis Heimischer Christbaum (AKHC) der Forstkammer Baden-Württemberg. Obwohl in Deutschland nahezu flächendeckend Weihnachtsbäume angebaut werden, liegen die Hochburgen der heimischen Christbaumproduktion in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Preiserhöhung wegen Ernteausfällen

Der Deutschen liebstes Weihnachtsaccessoire wird dieses Jahr allerdings im Durchschnitt zwölf bis 15 Prozent teurer als Vorjahr sein. So werden Baumkäufer für eine Baumlänge von 165 Zentimetern im Schnitt 22 Euro ausgeben müssen. Grund für die Preissteigerung sind Spätfrostschäden im Vorjahr und die extreme Kälte Anfang dieses Jahres. Das liege am kalten Winter zu Jahresbeginn, sagte Dirk-Uwe Klass, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie. Aber auch der heiße Sommer habe zu einigen Ernteausfällen geführt. Im Schnitt sei der Durchschnittspreis um zehn bis zwölf Prozent höher als im vergangenen Jahr.

Wer sparen will, sollte seinen Baum auf dem Land kaufen. Dort sind die Christbäume nach den Worten Grafs günstiger als in der Stadt. Zudem bieten die Bauern oft ein Begleitprogramm zum Baumkauf an. "Viele veranstalten für die Kinder Kutschfahrten im Wald oder machen ein Lagerfeuer", erläutert Rullmann. So werde das Baumfällen zum "vorweihnachtlichen Event". Allerdings verkaufen den Großteil der Weihnachtsbäume in Deutschland Supermarktketten und Baumärkte.

Große Bäume sind Mangelware

Doch sowohl heimische Händler als auch Großhändler werden in diesem Jahr Engpässe bei hohen Weihnachtsbäumen haben. "Es wird schwierig sein, einen Baum mit einer Größe von mehr als zwei Metern zu finden", sagt Graf. Die Bauern hätten im Vorjahr noch nicht ausgewachsene Bäume gefällt, die dieses Jahr fehlten. Allerdings sei der Trend zu hohen Bäumen ohnehin rückläufig. "Die Wohnungen werden kleiner und die Leute wollen einen Baum, der wenig Platz wegnimmt", erläutert Rullmann. Der Traumbaum habe in Deutschland viele geschlossene Etagen und sei zwischen 1,50 Meter und 2,50 Meter hoch.

Trotz kleiner Wohnungen und Sparsinn haben die Deutschen aber längst nicht mehr nur einen Baum. "Der Trend geht zum Zweitbaum, weil sich der Weihnachtsbaum zum Deko-Element entwickelt", sagt der Experte der Schutzgemeinschaft. Bereits zu Beginn der Adventszeit stehen bunt geschmückte Bäume auf den Balkonen. Vor Heiligabend wird dann noch einer für die Wohnung gekauft.

fri mit DPA

1. Baumarten

Nordmanntanne

Als Weihnachtsbaum ist in Deutschland die Nordmanntanne am beliebtesten. Da diese Baumart sehr lange ihre Nadeln behält und frisch aussieht, ist sie im Vergleich immer teuerer. Der Aufpreis lohnt sich aber, da man länger Freude an dem Baum hat.

Fichte

Als Weihnachtsbaum hält sich die Fichte in geheizten Räumen nicht so lange wie andere Baumarten. Sie verliert nach ungefähr einer Woche trotz bester Pflege ihre Nadeln. Allerdings sorgt sie mit ihrem typischen Geruch für die weihnachtliche Stimmung.

Blautanne/Blaufichte

Haltbarer als die Fichte ist die Blautanne, die auch als Blaufichte bezeichnet wird. Ihren Namen verdankt sie ihrer besonderen Nadelfärbung. Diese reicht von Hell- über Dunkelgrün, Blaugrün bis helles Blau. Die Blautanne wird häufig als Alternative zur teureren Nordmanntanne.

Andere Sorten

Natürlich gibt es auch noch viele andere Baumarten, die sich als Weihnachtsbäume eignen. Es handelt sich hier allerdings um Züchtungen. Ein Beispiel ist die Pazifische Edeltanne. Selbst nach vier Wochen im beheizten Raum wirft sie ihre Nadeln nicht ab.

Weihnachtsbäume im Topf

Nicht größer als 1,20 Meter sollten Weihnachtsbäume im Topf sein. Das hat nichts mit der Deckenhöhe des Wohnzimmers zu tun, sondern mit den Wurzeln. Bei einer größeren Baumhöhe passen die Wurzeln nämlich einfach nicht mehr in den Topf.
Der optimale Topfbaum ist die Blautanne. Von einer eingetopften Nordmanntanne ist dagegen eher abzuraten. Sie hat einen besonders dicken Stamm und große Wurzeln. Um sie passgerecht zu machen, werden die Wurzeln oft gekürzt. Damit geht die Nordmanntanne nach wenigen Wochen ein.

2. Wo kaufen

Weihnachtsbäume kann man in Forstwirtschaften, vor dem Supermarkt oder auf Bauerhöfen kaufen. Inzwischen ist es auch möglich, Bäume über Versandhäuser und das Internet zu bestellen.
Das Angebot der Baumarten und Größen variiert bei den Anbietern. Kein Verkäufer wird alle Varianten auf Lager haben.

Fortwirtschaften

Förster oder Forstamt sind der absolute Spartipp. Der Baumbestand in den Forstwirtschaften wird jedes Jahr ausgedünnt und im Unterholz werden Nachwuchs-Weihnachtsbaume gezüchtet. Hier können Baumkäufer noch die Chance auf einen gesunden Baum haben, der noch nicht der Preiserhöhung erlegen ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass man beim Förster eine fachkundige Beratung zu Baum und Pflege erhalten kann.
Aber nicht vergessen: Festes Schuhwerk anziehen. Die Bäume werden meist auf großen Flächen im Wald verkauft. Wenn es regnet, wird der Untergrund schlammig.

Supermarkt

Im Gegensatz zum Förster ist die Beratung beim Weihnachtsbaumverkauf vor dem Supermarkt eher dürftig. Auch sind die Stellflächen eher klein, so dass der Baumkäufer kaum Platz hat, den Baum mit entfalteten zweigen genauer zu betrachten. Wer sich gern Zeit lässt und den Weihnachtsbaumkauf als Ritual ansieht, ist hier ebenfalls nicht gut aufgehoben. Zeit ist schließlich Geld.
À propos Geld: Vor dem Supermarkt wird die Preiserhöhung von 12 bis 15 Prozent garantiert Einzug gehalten haben. Sparen kann der Baumkäufer hier sicherlich nicht.
Allerdings praktisch ist es schon: Die vielen Weihnachtseinkäufe im Auto verstauen und gleich den Baum mit einpacken. Das verringert den vorweihnachtlichen Stress.

Verkauf beim Bauern

Baumverkäufe auf Bauernhöfen sind natürlich auf dem Land anzutreffen und daher meist schlecht zu erreichen, wenn man nicht in der Gegend wohnt und kein Auto hat. Aber dafür lohnt es sich: In den Vorjahren haben Preissteigerungen diese Weihnachtsbaumverkäufe nicht erreicht. Die Chancen stehen also gut, dass es dieses Jahr genauso läuft.
Wer den Kauf des Weihnachtsbaumes gerne zelebriert, ist hier gut aufgehoben. Denn auf Bauernhof-Verkäufen kann man die Bäume häufig selber schlagen. Käufer können die Bäume in Lebensgröße begutachten. Die Frische ist zudem garantiert.

Versandhäuser oder Internet

Der Vorteil ist hier ganz klar: Baumkäufer müssen nicht lange mit der Sucher des Weihnachtsbaums verbringen. Einfach per Mausklick ordern und anliefern lassen. Sorte, Größe und ähnliches kann man bequem auswählen, die gewünschte Qualität wird dann direkt an die Haustür geliefert. Expresslieferung macht es auch Unentschlossenen möglich, in der letzten Minute den passenden Baum zu bekommen.
Wer sich keine Mühe machen möchte, kann den Weihnachtschmuck gleich mitbestellen. Einige Anbieter liefern den Weihnachtsbaum dann festlich geschmückt.
Der Nachteil, wenn man sich für die Variante Bestellung und Lieferung entscheidet, ist, dass die Frische der Bäume nicht unbedingt gewährleistet ist. Die Form des Baumes kann man zwar selbst bestimmen durch Auswahl. Doch dies ist keine Garantie dafür, dass der Baum dann auch tatsächlich so aussieht.

3. Frische erkennen

Woran man einen frischen Weihnachtsbaum - also einen Baum, der erst vor kurzem geschlagen worden ist - erkennt, ist ganz einfach: An seiner Schnittstelle. Je heller diese ist, desto frischer ist auch der Baum.

Um die Frische des Baumes festzustellen, kann man auch mit der Hand die Nadeln berühren. Nicht drüber streichen, sondern richtig mit der Hand umgreifen und die Hand dann langsam abziehen. Wenn auf der Haut ein intensiver Harzgeruch bleibt und die Hand sich klebrig vom Harz anfühlt, ist der Baum noch frisch.

4. Transport

Weihnachtsbäume sollten für den Transport gut verpackt werden. Immerhin wäre es ja schade, wenn die Zweige abknicken. Am besten transportiert man den Baum in einem Netz. Am Verkaufsstand wird der Baum üblicherweise auch durch ein Gestell gezogen, wodurch der Baum in das Netz gelangt.

Der Baum sollte - wenn möglich - im Inneren des Autos transportiert werden. Denn durch den Fahrtwind auf dem Dachträger des Autos, verliert der Baum enorme Mengen an Feuchtigkeit und trocknet schneller aus.
Beim Transport im Wageninneren darf der Baum dem Fahrer nicht die Sicht nehmen. Wenn sich die Heckklappe nicht vollständig schließen lässt, muss sie mit Hilfe eines Spanngurts fixiert werden. Dann kann sie nicht gegen den Stamm schlagen und beschädigt werden.

Wer keine andere Wahl als das Autodach hat, muss den Baum gut einpacken, um den Baum vor Austrocknung zu schützen.
Auf dem Dachträger müssen die Spanngurte um den Stamm - und nicht um die Äste - geschlungen und festgezurrt werden. So kann man verhindern, dass der Baum verrutscht oder herunterfällt. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass der Fahrer uneingeschränkte Sicht hat. Also dürfen der im Netz verpackte Baum nicht vorne oder an den Seiten über das Dach hinausragen. Steht der Baum nach hinten mehr als einen Meter über das Heck hinaus, muss er mit einem roten Tuch markiert werden.
Wichtiger Hinweis: Damit der Fahrtwind keine Äste abknicken kann, gehört die Spitze des Baums nach hinten.

5. Lagerung bis zum Fest

Bis der Baum als Prachtstück im Wohnzimmer steht und weihnachtlich erstrahlt, bleibt er meist ein Paar Tage oder Wochen stehen. In diese Zwischenzeit sollte der Baum unbedingt an einem kühlen Ort wie Garage oder Keller aufbewahrt werden. So gewöhnt er sich einerseits schon einmal an die warmen Temperaturen und bleibt zudem länger frisch.
Achtung: Nicht den Baum sofort ins Wohnzimmer stellen. Sonst bekommt der Baum einen Schock und nadelt schneller.

Die Entfernung des Transportnetzes vom Baum ist eine Kunst für sich: Schneiden Sie das Netz von unten nach oben auf und streifen Sie es auch von unten nach oben ab.

Der Baum sollte möglichst stehend, mit dem Stumpf in einem Wassereimer stehend gelagert werden. So bekommt der Baum Feuchtigkeit und die Zweige knicken nicht ab. Zusätzlich sollte ein Stück von ungefähr zwei Zentimetern Länge vom Stumpf abgesägt oder als Alternative zwei Zentimeter Rinde am Stumpf entfernen werden. Dadurch werden die Leitungsbahnen des Baumes wieder freigelegt, die zuvor eingetrocknet sind. Der Baum kann so wieder ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen.

6. Aufstellen

Nach dem Kauf sollte der Weihnachtsbaum im Keller oder in der Garage untergebracht werden, damit er sich hier an die warmen Innentemperaturen gewöhnen kann. Auch wer den Baum erst am 24. Dezember kauft, sollte dies beachten. Der Baum sollte letztlich mindestens einen halben Tag in einem kühleren Raum stehen. Dadurch bedeutet der Temperaturwechsel kein Schock für den Baum.

Packen Sie den Baum in einen Ständer, in dem der Baum fest und sicher gehalten. Weder der Baum noch der Ständer dürfen kippeln. Sonst ist die Gefahr von Unfällen groß.

Achtung: Spitzen Sie den Baum auf keinen Fall an. Besorgen Sie sich notfalls einen anderen Ständer. Durch das schräge Abschneiden werden die Leitungsbahnen des Baumes zerstört, er kann Wasser kaum noch aufnehmen.

7. Lästiges Nadeln verhindern

Wer lange Freude an seinem Weihnachtsbaum haben will, sollte den Baum in einen Ständer packen, der mit Wasser befüllt wird. Dadurch ist für konstante Feuchtigkeit gesorgt und der Baum bleibt länger schön. Bei Trockenheit schließen sich die Leitungsbahnen des Baumes wieder und der Baum verliert an Kraft.

Um die Nadelhaftung zu verlängern, kann man zusätzlich Frischhaltemittel aus einem Blumengeschäft oder aus dem Gartencenter ins Wasser geben. Auch eine kräftige Prise Salz hilft.

Der Baum sollte nicht dicht an der Heizung oder gar unter einen Lampe stehen. Dadurch kann der Baum nämlich schneller austrocknen. Also suchen Sie ein "schattiges" Plätzchen im Wohnzimmer.

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