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Weihnachtsbaumkauf: Oh Tannenbaum...

Ein Weihnachtsfest ohne Tannenbaum? Geht gar nicht! Damit Sie auch möglichst lange etwas von ihm haben, gibt stern.de die besten Tipps zu Kauf, Transport und Pflege.

Ein Weihnachtsfest ohne geschmückten Baum ist ungefähr so toll wie ein Weihnachtsmenü vom Pizzaboten: Irgendwie o.k., wenn's gar nicht anders geht, aber sonst bitte mit der geballten Wucht abendländischer Tradition. Kein Wunder, dass sich um die Christbaum-Verkäufer immer größere Menschentrauben ansammeln: Jetzt geht es langsam auf die Zielgerade. Ungefähr 28,3 Millionen Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr von den Deutschen gekauft werden, "das sind rund 300.000 Stück mehr, als im Vorjahr", schätzt Ursula Geismann, Pressesprecherin des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie aus Bad Honnef.

20 Prozent teurer

Dieses weihnachtliche Wachstum liegt nicht etwa an einer zahlenmäßige Explosion der feiernden Christenheit, sondern hat andere Gründe. Für Geismann fällt darunter klar der "Trend zum Zweit- und sogar Drittbaum". Neben dem traditionellen Grün für die gute Stube würden auch noch verstärkt Bäume für den Garten, den Balkon oder das Büro gekauft. "Dann sorgt natürlich die steigende Zahl der Singlehaushalte für einen größeren Bedarf an Christbäumen", analysiert Geismann. Und auch die "Emotionalisierung des Verkaufs" würde die Nachfrage anheizen. Sprich: Die Einzelhandelsinitiativen würden zunehmen, was dazu führt, dass man in einer durchschnittlichen innerstädtischen Fußgängerzone alle paar Meter in einen Weihnachtsbaum stolpert.

Wo die Nachfrage steigt, steigt leider auch der Preis. Diese ökonomische Binsenweisheit gilt leider auch für die Ware Weihnachtsbaum: Tannenbäume sind in diesem Jahr um rund 20 Prozent teurer geworden, der durchschnittliche Baum kostet mittlerweile zwischen 24 und 28 Euro. Die Kostensteigerung liegt unter anderem am Wirbelsturm Kyrill, der viele Forstschäden vor allem im Sauerland, dem Hauptlieferanten deutscher Weihnachtsbäume, hinterlassen hat. Hinzu kommen die höheren Transportkosten durch gestiegene Energiekosten bei den Bäumen aus Skandinavien. Denn immerhin 35 Prozent der Bäume werden von dort importiert, "nur rund 65 Prozent sind heimische Gewächste", erklärt Geismann.

Exporte steigen - besonders in Wüstenstaaten

Deutsche Weihnachtsbäume werden auch in immer größerer Stückzahl ins Ausland exportiert. "Vor allem im Mittleren Osten steigt die Nachfrage deutlich", heißt es bei der Holzindustrie. "Die internationalen Hotels in Dubai und Abu Dhabi haben zu Weihnachten internationale Gäste, die auch ind er Wüste nicht auf den gewohnten Tannenbaum verzichten wollen", sagt Geismann. Da fallen die Bäumchen für die deutschen Soldaten in Afghanistan auch nicht mehr ins Gewicht.

Doch nicht nur beim Kauf eines Weihnachtsbaumes, auch bei der Sorte an sich sind die Deutschen Traditionalisten. Laut dem Handelsverband der Holzindustrie sind zwei Drittel aller Weihnachtsbäume Nordmanntannen. Da sie nicht so spitze Nadeln haben, stechen sie beim Transport nicht und halten bei der richtigen Pflege außerdem extrem lange. Erst auf den Plätzen folgen die Blaufichte und die Nobilis.

Trend: Weißer Baumschmuck

Doch auch bei der Dekoration sitzt den Deutschen das Portemonee locker: Laut Statistischem Bundesamt wurde allein im Zeitraum von Januar bis September 2007 Weihnachtsschmuck im Wert von 71 Millionen Euro importiert. Das ist immerhin eine Steigerung um 10,8 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Besonders "hip" sollen in diesem Jahr alle Accessoires in der Farbe "Weiß" sein. Doch ab opulent oder bescheiden, trendig oder traditionell, mit Wachskerzen oder elektrischer Lichterkette: Hauptsache alle haben unter ihrem Weihnachtsbaum ein friedliches Fest.

Karin Spitra

1. Baumarten

Nordmanntanne

Unter allen Weihnachtsbäumen ist die Nordmanntanne in Deutschland am beliebtesten. Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist ein Nadelbaum von kegelförmigem oder säulenförmigem Wuchs und kann bis zu 70 Meter hoch werden. Sie benötigt 12-15 Jahre, um Zimmerhöhe zu erreichen; deshalb ist sie mit Abstand der teuerste Weihnachtsbaum. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Nadelfestigkeit und ihre weichen glänzend-tiefgrünen, nichtstechende Nadeln aus.

Edeltanne

Die Edeltanne (Abies nobilis) liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nordmanntanne, ist aber noch länger haltbar. Sie hat weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv duften. Die etagenförmig angeordneten Zweige sind kräftig und eignen sich daher gut für schweren Baumschmuck. Den so typischen Tannengeruch kann man noch intensivieren, indem man die kleinen Harzkügelchen anritzt.

Fichte

Fichten haben nadelartige Blätter. Sie wachsen einzeln, spiraligförmig um den Zweig. Die Fichte (Picea abies) ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, hat aber von allen Arten die geringste Haltbarkeit. Sie nadelt in beheizten Räumen schon nach wenigen Tagen - auch bei bester Pflege. Allerdings sorgt die Fichte mit ihrem typischen Geruch für eine besonderes weihnachtliche Stimmung. Die Fichte hat dunkelgrüne, mäßig stechende Nadeln. Zimmerhöhe erreicht sie schon nach 5-7 Jahren.

Blautanne/Blaufichte

Haltbarer als die Fichte ist die Blautanne, auch als Blaufichte (Picea pungens) bezeichnet. Ihren Namen verdankt sie ihrer besonderen Nadelfärbung: Diese reicht von Hell- über Dunkelgrün, Blaugrün bis zu hellem Blau. Der blaue Schimmer ist von ihrer Spezies und auch von der Witterung abhängig und kann von Jahr zu Jahr variieren. Die Blaufichte besitzt eine etwas bessere Haltbarkeit als die gemeine Fichte, liegt daher im Preissegment etwas über ihrer Verwandten. Sie ist ein Klassiker unter den Weihnachtsbäumen, weil sie stets edel und elegant aussieht. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen stark, duften aber sehr nach Wald. Sie wächst auf Zimmerhöhe in rund 7 Jahren. Die Blautanne wird häufig als Alternative zur teureren Nordmanntanne gewählt.

Douglasie

Ursprünglich im pazifischen Küstengebiet Nordamerikas wachsend, wird die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) mittlerweile auch in Europa kultiviert. Sie ist ein immergrüner Nadelbaum mit regelmäßig aufgebauter, kegeliger Krone. Die Douglasie hat weiche, dünne Nadeln, die einen intensiven Zitrus-Duft verströmen. Sie hat eher dünne, biegsame Zweige und ist daher nur für leichten Weihnachtsbaumschmuck geeignet. Ihre Haltbarkeit ist etwa mit der Blaufichte zu vergleichen; preislich ist sie meist etwas günstiger als diese.

Andere Sorten

Natürlich gibt es auch noch viele andere Baumarten, die sich als Weihnachtsbäume eignen. Es handelt sich hier allerdings um Züchtungen. Ein Beispiel ist die Pazifische Edeltanne: Diese wirft selbst nach vier Wochen im beheizten Raum nicht ihre Nadeln ab.

Weihnachtsbäume im Topf

Wer auch beim Weihnachtsbaum an Nachhaltigkeit denkt, wählt den Baum im Topf. Doch dann sollte dieser nicht größer als 1,20 Meter sein. Das hat nichts mit der Deckenhöhe des Wohnzimmers zu tun, sondern mit den Wurzeln. Ist der Baum größer, passen die Wurzeln einfach nicht mehr in den Topf.
Der optimale Topfbaum ist übrigens die Blautanne. Von einer eingetopften Nordmanntanne ist dagegen eher abzuraten. Sie hat einen besonders dicken Stamm und große Wurzeln. Um sie passgerecht zu machen, werden die Wurzeln oft gekürzt. Damit geht die Nordmanntanne nach wenigen Wochen ein.

2. Wo kaufen

Weihnachtsbäume kann man in Forstwirtschaften, vor dem Supermarkt oder auf Bauerhöfen kaufen. Inzwischen ist es auch möglich, Bäume via Versandhaus und das Internet zu bestellen.
Das Angebot der Baumarten und Größen variiert je nach Anbieter. Kein Verkäufer wird alle Varianten auf Lager haben.

Fortwirtschaften

Förster oder Forstamt sind der absolute Spartipp. Der Baumbestand in den Forstwirtschaften wird jedes Jahr ausgedünnt und im Unterholz werden Nachwuchs-Weihnachtsbaume gezüchtet. Hier haben Baumkäufer noch die Chance auf einen gesunden Baum, der außerdem noch günstig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass man beim Förster die fachkundige Beratung zu Baum und Pflege meist gleich mit erhält.
Aber nicht vergessen: Festes Schuhwerk anziehen. Die Bäume werden meist auf großen Flächen im Wald verkauft. Wenn es regnet, wird der Untergrund schlammig.

Supermarkt

Im Gegensatz zum Förster ist die Beratung beim Weihnachtsbaumverkauf vor dem Supermarkt eher dürftig. Auch sind die Stellflächen meist klein, so dass der Baumkäufer kaum Platz hat, den Baum mit entfalteten Zweigen genauer zu betrachten. Wer sich gern Zeit lässt und den Weihnachtsbaumkauf als Ritual ansieht, ist hier ebenfalls nicht gut aufgehoben. Zeit ist schließlich Geld.
À propos Geld: Vor dem Supermarkt wird die Preiserhöhung von 12 bis 15 Prozent garantiert Einzug gehalten haben. Sparen kann der Baumkäufer hier sicherlich nicht. Praktisch ist es allerdings schon: Wo sonst kann man die übrigen Einkäufe und den Baum im Auto verstauen?

Verkauf beim Bauern

Auf dem Land (auch am stadtrand) gibt es natürlich noch die Baumverkäufe auf dem Bauernhof. Ohne Auto lohnt sich die Anfahrt jedoch nicht. Dafür sind in den Vorjahren die Preissteigerungen meist moderat verlaufen.
Wer den Kauf des Weihnachtsbaumes gerne zelebriert, ist hier gut aufgehoben: Bei diesen Verkäufen kann man sich den ausgesuchten Baum oft auch gleich selber schlagen. Der Käufer kann den Baum vorher in voller Lebensgröße betrachten - und auch die Frische ist so garantiert.

Versandhäuser oder Internet

Der Vorteil ist hier ganz klar: Baumkäufer müssen nicht lange mit der Suche des Weihnachtsbaums verbringen. Einfach per Mausklick ordern und anliefern lassen. Sorte, Größe und ähnliches kann man bequem auswählen, die gewünschte Qualität wird dann direkt an die Haustür geliefert. Die Expresslieferung macht es auch Unentschlossenen möglich, in letzter Minute den passenden Baum zu bekommen. Vorteil: Wer will, kann den passenden Weihnachtsschmuck gleich mitbestellen. Einige Anbieter liefern den Weihnachtsbaum sogar festlich geschmückt. Dafür ist aber die Frische nicht unbedingt gewährleistet.

3. Frische erkennen

Woran man einen frischen Weihnachtsbaum - also einen Baum, der erst vor kurzem geschlagen worden ist - erkennt, ist ganz einfach: An seiner Schnittstelle. Je heller diese ist, desto frischer ist auch der Baum.

Um die Frische des Baumes festzustellen, kann man auch mit der Hand die Nadeln berühren. Nicht drüber streichen, sondern richtig mit der Hand umgreifen und die Hand dann langsam abziehen. Wenn auf der Haut ein intensiver Harzgeruch bleibt und die Hand sich klebrig vom Harz anfühlt, ist der Baum noch frisch.

4. Transport

Weihnachtsbäume sollten für den Transport gut verpackt werden. Es wäre doch schade, wenn Zweige abknicken. Am besten transportiert man den Baum in einem Netz. Üblicherweise wird der ausgesuchte Weihnachtsbaum am Verkaufsstand durch ein Gestell gezogen, das ihn sicher mit einem Netz umschließt. Außerdem sollte der Baum sicher im Inneren des Autos transportiert werden. Auf dem Dachgepäckträger würde der Baum durch den Fahrtwind viel Feuchtigkeit verlieren - und so schneller austrocknen. Bleibt keine andere Transportart übrig hilft nur eines: Den Baum richtig gut einwickeln.

Bei einem Transport auf dem Dachträger müssen die Spanngurte um den Stamm - und nicht um die Äste - geschlungen und festgezurrt werden. So kann man verhindern, dass der Baum verrutscht oder herunterfällt. Außerdem muss der Fahrer immer freie Sicht haben. Der Baum darf also nicht nach vorne oder an den Seiten über das Dach hinausragen. Steht der Baum nach hinten mehr als einen Meter über das Heck hinaus, muss er mit einem roten Tuch markiert werden. Wichtig: Damit der Fahrtwind keine Äste abknicken kann, gehört die Spitze des Baums nach hinten.

Auch beim Transport im Wageninneren sollte der Baum dem Fahrer nicht die Sicht nehmen. Wenn sich die Heckklappe nicht vollständig schließen lässt, muss sie mit Hilfe eines Spanngurts fixiert werden. Dann kann sie nicht gegen den Stamm schlagen und beschädigt werden.

5. Lagerung bis zum Fest

Bis der Baum als Prachtstück im Wohnzimmer steht und weihnachtlich erstrahlt, bleibt er meist einige Tage oder Wochen stehen. In dieser Zeit sollte er unbedingt an einem kühlen Ort wie Garage oder Keller gelagert werden. So gewöhnt sich der Weihnachtsbaum schon langsam an die wärmeren Temperaturen innen und bleibt auch länger frisch.
Achtung: Den Baum nicht gleich nach dem Kauf sofort ins Wohnzimmer stellen. Sonst bekommt der Baum einen "Wärmeschock" und nadelt schneller.

Die Entfernung des Transportnetzes vom Baum ist eine Kunst für sich: Schneiden Sie das Netz von unten nach oben auf und streifen Sie es auch von unten nach oben ab.

Der Baum sollte möglichst stehend, mit dem Stumpf in einem Wassereimer stehend gelagert werden. So bekommt der Baum Feuchtigkeit und die Zweige knicken nicht ab. Zusätzlich sollte ein Stück von ungefähr zwei Zentimetern Länge vom Stumpf abgesägt oder als Alternative zwei Zentimeter Rinde am Stumpf entfernen werden. Dadurch werden die Leitungsbahnen des Baumes wieder freigelegt, die zuvor eingetrocknet sind. Der Baum kann so wieder ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen.

6. Aufstellen

Nach dem Kauf sollte der Weihnachtsbaum im Keller oder in der Garage untergebracht werden, damit er sich hier an die warmen Innentemperaturen gewöhnen kann. Auch wer den Baum erst am 24. Dezember kauft, sollte dies beachten. Der Baum sollte letztlich mindestens einen halben Tag in einem kühleren Raum stehen. Dies verhindert einen Temperaturschock.

Packen Sie den Baum in einen Ständer, in dem der Baum fest und sicher steht. Weder Baum noch Ständer dürfen kippeln, sonst ist die Gefahr eines späteren Weihnachtsbaumbrandes zu groß.

Achtung: Spitzen Sie den Baum auf keinen Fall an. Besorgen Sie sich notfalls einen anderen Ständer. Durch das schräge Abschneiden werden die Leitungsbahnen des Baumes zerstört, er kann kaum noch Wasser aufnehmen.

7. Lästiges Nadeln verhindern

Wer lange Freude an seinem Weihnachtsbaum haben will, sollte den Baum in einen Ständer packen, der mit Wasser befüllt wird. Dadurch ist für konstante Feuchtigkeit gesorgt und der Baum bleibt länger schön. Bei Trockenheit schließen sich die Leitungsbahnen des Baumes und er verliert an Kraft.

Um die Nadelhaftung zu verlängern, kann man zusätzlich Frischhaltemittel aus einem Blumengeschäft oder aus dem Gartencenter ins Wasser geben. Auch eine kräftige Prise Salz hilft. Außerdem sollte man den Standort nicht dicht an einer Heizung oder gar unter einer Lampe wählen. Auch dadurch trocknet ein Weihnachtsbaum schneller aus.

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