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Ausstellung Che-Guevara-Bild: Che junior kämpft für die Familienehre

Es ist das meistgedruckte Foto der Welt: Che Guevara, fotografiert vom Kubaner Alberto Korda. Eine Ausstellung in Wien erzählt die Geschichte des Bildes. Zur Eröffnung reiste sogar Ches Sohn Camilo Guevara aus Kuba an. Mit dem berühmten Rebell hat der Sohn wenig gemein.

Von Anja Lösel

Es sind die Augen. Manchmal, wenn Camilo Guevara so seltsam ernst und traurig in die Ferne blickt, dann blitzt plötzlich die Ähnlichkeit mit seinem Vater für ein paar Sekunden hervor. Sonst allerdings würde man kaum darauf kommen, dass dieser Mann von 46 Jahren, der hier in der Wiener Westbahnstraße sitzt, der Sohn des kubanischen Revolutionärs Che Guevara sein könnte. Camilo ist in fast allem das komplette Gegenteil seines Vaters: schüttere, dunkelblonde Haare bis auf die Schultern, leicht verfettete Figur, zurückhaltendes, fast schüchternes Wesen.

Gekommen ist er, um eine Ausstellung mit Fotos seines Vaters zu eröffnen und dessen 80. Geburtstag zu feiern. Mittelpunkt der Schau: Das berühmte Che-Foto von Alberto Korda, das jeder kennt und das angeblich "das meistreproduzierte Foto der Welt" ist. Sagt jedenfalls Peter Coeln von der Fotogalerie "Westlicht", der die Ausstellung organisiert hat.

Wer ist eigentlich Steven Soderbergh?

Camilo Guevara wird schon seit vier Tagen herumgereicht, besuchte Wiener Freunde, ließ sich mit dem Winzer des Jahres fotografieren und unter den Brüsten einer Sphinx-Statue im Garten von Schloss Belvedere. Nun sitzt er in der Ausstellung zwischen all den Fotos von Che Guevara, trinkt Tee, kaut Kaugummi und will eigentlich nicht so gern über seinen Vater sprechen und schon gar nicht über Kuba und Politik.

Über Kino vielleicht? Kennt er Steven Soderberghs Che-Film, der gerade in Cannes lief und einen Preis bekam? Nein. Der beste Film über Che sei ohnehin "der mit dem Motorrad". ("Die Reise des jungen Che", US-Spielfilm von 2004, Anm. d. Red.) Warum? "Da sieht man gut, wie einer zum Mann wird", sagt Camilo. "Nach dieser Reise war der Che ein anderer Mensch. Ich möchte, dass die Leute verstehen: Der Che hat etwas geschafft, was eigentlich unmöglich schien." DER CHE sagt er. Nie mein Vater, immer der Che.

Würde Camilo gern mit dem Motorrad auf den Spuren des Vaters durch Argentinien, Chile und Peru fahren? "Ja schon. Aber Kuba ist eine Insel. Das wäre schwierig." Okay. Verstanden.

"Für uns war der Che ein Held"

Camilo hat es nicht leicht. Alle wollen mit ihm über seinen Vater sprechen, keiner interessiert sich für ihn selbst. Dabei ist er doch Familienvater, hat Jura studiert und arbeitet im Studienzentrum "Che Guevara" in Havanna. Che hat er kaum gekannt. Seine früheste Erinnerung? "Eigentlich gibt es da nichts, das ist nur sehr diffus. Ich war ja erst drei, als der Che in den Kongo fuhr."

Und wie war das, als 1967 die Nachricht von Ches Tod in Bolivien kam? "Ich weiß nur noch, dass wir uns versammelt haben. Die Mutter sagte uns vier Geschwistern: Sie haben ihn umgebracht. Aber sie hat das schön erzählt, für uns war der Che ein Held. Und ich konnte glücklich mit dieser Nachricht sein, obwohl der Vater tot war."

Sprach die Mutter Aleida oft von Che? "Für meine Mutter war er der erste Mann, der Vater ihrer Kinder und ihr Kampfgenosse. Sie waren Komplizen. Sie hatten die gleichen Werte. Alles, was er tat, war richtig." So geht das immer weiter. Che Guevara ist der Größte, der Beste, der Übermensch. Und wer etwas anderes behauptet, der lügt. Camilo weiß nämlich: "Über den Che werden viele Lügen erzählt."

Die Geburt eines Kultbildes

Nun ist er hier, um Che zu feiern. So ganz wohl scheint ihm dabei nicht zu sein. Zu viele Leute, zu viele Fragen. Und nur wenige Meter entfernt wirbt auch noch ein Jeansladen mit eben jenem Che-Foto, das alle kennen. Camilo mag das nicht. "Es ist nicht richtig, mit dem Bild des Che Geld zu verdienen. Aber was soll ich machen? Ich rege mich darüber nicht mehr auf", sagt er.

Immerhin: Er mag dieses Bild von Che. "Es ist ein Superfoto!" sagt Camilo. "Und dem amerikanischen Imperialismus haben wir zu verdanken, dass es entstand." Wie das? "Es wurde bei einer großen Beerdigungsfeier gemacht. Fast hundert Menschen waren bei einer Explosion gestorben, ausgelöst von der CIA. Das war ein sehr trauriger Tag für die Nation Kuba."

Schuld war die CIA

Tatsächlich hatte im März 1960, ein Jahr nach der kubanischen Revolution, der Frachter La Coubre im Hafen von Havanna festgemacht, voll beladen mit Munition, die Castro in Belgien gekauft hatte. Plötzlich erschütterte eine Explosion die Stadt. Später noch eine zweite. 95 Hafenarbeiter starben, 200 wurden verletzt. Für alle Kubaner war klar: Schuld war die CIA, sie hatte das Schiff in die Luft gejagt.

Am Tag der Beerdigung gab es einen riesigen Trauermarsch durch Havanna, Fidel Castro hielt vor dem Friedhof eine flammende Rede. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir waren da, um ihn und die Revolution zu unterstützen. Und irgendwann guckt Che aus der zweiten Reihe hervor, mit traurigen Augen, die Mütze mit dem Stern auf dem Kopf, den Reißverschluss seiner Jacke bis zum Hals zugezogen. Alberto Korda, der für die Zeitung "Revolución" arbeitete, drückte zweimal auf den Auslöser: Ein Kultbild war geboren. "Dieser Blick. Dieser Ausdruck", schwärmt Camilo Guevara. "Es ist ein großer Gedanke, den der Che da gerade im Kopf hat: Die Völker sollen sich ändern. Alles soll sozialer und gerechter werden. Für diese Ziele hat der Che gekämpft. Und er hat danach gehandelt. Jeden Tag."

Che mit dicker Zigarre. Che beim Angeln. Che beim Tanzen.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Fotos. Zeigt, wie und wo es verwendet wurde. Und dekoriert das Ganze mit weiteren Bildern des Revolutionärs: Che mit dicker Zigarre, fotografiert vom Schweizer René Burri. Che beim Angeln. Che beim Tanzen. Che mit Mao. Und am Ende: Che auf dem Totenbett.

Als der kubanische Revolutionär im Oktober 1967 in Bolivien ermordet wurde, ließ der italienische Verleger Giangiacomo Feltrinelli nicht nur dessen bolivianische Tagebücher drucken, sondern auch Plakate mit Ches Konterfei - der Siegeszug des Bildes begann.

Hätte Che Guevara die Vermarktung seines Bildes gefallen? Camilo meint: "Nein. Niemals. Weil er nicht so war." Sicher ist aber: Die kubanische Revolution wurde auch deshalb in die Welt hinausgetragen, weil es einprägsame Bilder davon gab. "Viele der Fotos sind inszeniert", glaubt Peter Coeln. "Die Revolutionäre wussten, wie sie sich geben mussten."

"Ich bin nur ein Kubaner von vielen"

Keine kubanische Revolution ohne Che-Foto? "Nein, so kann man das nicht sehen", sagt Camilo. "Aber das Foto vom Che kann die Menschen zum Nachdenken anregen. Leider denken die meisten, die das Foto benutzen, nicht wie der Che. Sie sind falsch. Wie ein Messer mit zwei Schneiden. Manche tragen sogar Ches Bild auf ihrem T-Shirt ohne zu wissen, wer er ist und was er getan hat." Und er selbst? Macht er nicht auch mit bei der Che-Show? "Oh nein. Ich bin nur ein Kubaner von vielen", sagt Camilo Guevara. Und blickt mit traurigen Augen in die Ferne.

Che Guevara. Das Kultbild einer Generation.
Westlicht. Schauplatz für Fotografie. Westbahnstraße 40, 1070 Wien
Bis 31. Juni 2008

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(