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Bio-Eier: Auch wo Bio draufsteht, ist allermeistens Legebatterie drin

Das Bild vom idyllischen Hühnerhof, wo Bio-Eier im Stroh liegen, ist von der Industrie gewünscht, trifft nur so gut wie nie zu. Auch Bio-Hennen müssen mit Tausenden Artgenossinnen auf engem Raum leben. Tiergesundheit ist immer noch kein Kriterium.

Die Hühner und das Bio-Ei

Trotz aller besseren Bestimmungen stammen Bio-Eier nicht nur von glücklichen, gesunden Hühnern. 

DPA

Ist das Bio, wenn ein Betrieb 6000, 15.000 oder 30.000 Legehennen hält? Die Branche sagt: Ja. Mit kleinen Hühnerhöfen wäre die Nachfrage nach Bio-Eiern schon lange nicht mehr zu befriedigen. Nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ist derzeit etwa jedes zehnte Ei ein Bio-Ei. Und Bio biete den Tieren bessere Lebensbedingungen.

Entscheidend sei nicht die Größe eines Betriebes, sondern dass Bio-Betriebe den Hennen 50 Prozent mehr Platz im Stall und im Auslauf bieten als die konventionelle Freilandhaltung, erläutert BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig. Selbstverständlich bekämen die Hühner nur Bio-Futter und der Medikamenteneinsatz sei begrenzt.

3000 Hennen pro Stall erlaubt

Die EU-Öko-Verordnung erlaubt maximal 3000 Legehennen pro Stall. Wenn ein Betrieb mehrere 3000er Ställe hat, ist das Röhrig zufolge in Ordnung, sofern der Auslauf stimmt und gewährleistet ist, dass die Hennen nicht nur im Eingangsbereich zum Stall scharren und picken, sondern die gesamte Fläche nutzen. Dazu brauchen sie Unterschlüpfe zum Schutz vor Greifvögeln.

Der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg, Michael Wimmer, hält das Vorgehen in Mecklenburg-Vorpommern für sinnvoll. Dort werden seit 2015 nur noch Betriebe mit höchstens zwei mal 3000 Hennen pro Stallgebäude gefördert. In solchen Ställen komme es beim Auslauf nicht zum "Reihenmittelhaus-Effekt" mit nur einem schmalen, langen Streifen Auslauf vor dem Gebäude.

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Kartoffeln sollte man waschen, nicht nur, weil sie aus konventionellem Anbau mit Pestiziden belastet sind, sondern auch, weil sie direkt aus der Erde gegraben werden und daher noch viel Dreck an ihnen klebt.

Kartoffeln sollte man waschen, nicht nur, weil sie aus konventionellem Anbau mit Pestiziden belastet sind, sondern auch, weil sie direkt aus der Erde gegraben werden und daher noch viel Dreck an ihnen klebt.

Besser als in der konventionellen Freilandhaltung als nächstbesserer Kategorie gehe es den Bio-Hennen allemal, ist sich Wimmer sicher. "Wem das Wohl der Legehennen besonders am Herzen liegt, ist im Bio-Laden oder Bio-Supermarkt an der richtigen Adresse." Dort würden ausschließlich Eier angeboten, die dem bäuerlichen oder dem Verbandsideal entsprächen. Ein Ei aus einem Demeter-Betrieb kostet um die 50 Cent - nicht machbar im konventionellen Einzelhandel.

Demeter hält besonders artgerecht

Somit gibt es bei Bio längst mehrere Kategorien und außer dem europäischen Mindeststandard keine einheitlichen Regelungen. In dem Demeter-Betrieb Hufe 8 in Selow im Landkreis Rostock leben 6600 Hennen in vier Mobilställen, die laut Röhrig als innovativste und besonders artgerechte Haltungsform gelten. Auch die Hähnchen werden aufgezogen und nicht als Eintagsküken getötet, wie es in der konventionellen und ökologischen Produktion überwiegend geschieht.

Im selben Landkreis hat mit dem Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof einer der größten Erzeuger von Bio-Eiern in der Bundesrepublik seinen Sitz. 23 Betriebe gehören dazu, berichtet Geschäftsführerin Annalina Behrens. Zwölf von ihnen halten knapp 300.000 Legehennen, zwei haben Bio-Elterntiere für den Nachwuchs und zwei Betriebe ziehen Junghennen und -hähne gemeinsam auf.

Weitere Betriebe sind für Ackerbau und Futterproduktion zuständig. Um den Kreislauf zu schließen, fehlt nur noch eine eigene Brüterei, die im ersten Halbjahr geplant ist. Der Vorteil des Zusammenschlusses: "Die Bauern können sich auf ihre Kernkompetenz im Stall konzentrieren", sagt Behrens. Sie müssten sich nicht um Anträge, Buchführung oder Vertrieb kümmern. Die Arbeitszeiten für die Mitarbeiter seien besser zu regeln.

Die Höfe, die weit verstreut zwischen Volkenshagen bei Rostock und Feldberg an der Grenze zu Brandenburg liegen, versorgen 15.000 bis 33.000 Tiere. Damit liegen sie über dem von der Organisation Foodwatch 2015 erfassten bundesweiten Durchschnitt von 13.500 Hennen je

Bio-Betrieb. Maximal leben 18.000 Tiere unter einem Dach. Mehr dürften es nicht sein, sonst werde es mit dem Auslauf schwierig, sagt Behrens. Auch bei Fürstenhof wird die 17-wöchige Hähnchenaufzucht über einen Aufschlag von 4 Cent auf ein "Hähnlein-Ei" mitfinanziert.

Tiergesundheit ist immer noch kein Kriterium 

Trotz aller besseren Bestimmungen stammen Bio-Eier nicht nur von glücklichen, gesunden Hühnern. Bei keiner Haltungsform sei die Tiergesundheit ein Kriterium, bemängelt Foodwatch-Sprecher Dario Sarmadi. Man könne nie sicher sein, dass die Eier, die man kauft, von gesunden Tieren stammen. "Es geht Tieren in Biobetrieben nicht unbedingt besser", meint er. Mit mehr Auslauf allein sei es nicht getan. Neben Parasiten plagten die Hennen häufig Knochenbrüche, da viel Kalzium in die Eierschalen gehe.

Behrens zufolge werden in den Fürstenhof-Betrieben neuerdings sogenannte Hühnerbonituren vorgenommen. Einmal im Quartal werde jedes Tier vom Kamm über die Schnabelspitze und das Gefieder bis zur Kloake, dem Legeorgan, und den Füßen untersucht. Die Anregung sei vom Abnehmer Alnatura gekommen, der nur Eier von Hennen wolle, die "telegen" sind.

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nik/DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.