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Weine mit grünem Gewissen: Diese Bio-Wein-Siegel sollten Sie kennen

Wer Bio-Wein kaufen möchte, sieht sich auf dem Flaschenetikett oft mit unterschiedlichen Bio-Siegeln konfrontiert.  Bio sind diese gesiegelten Weine alle, doch die feinen Unterscheide liegen im Detail. Eine Übersicht. 

Das EU-Bio-Siegel

Das EU-Biosiegel ist der Mindeststandard, den ein Winzer erfüllen muss, wenn er seinen Wein Bio nennen möchte und es ist die Grundvoraussetzung zum Beitritt in einen der Bio-Verbände, deren Auflagen jedoch noch strenger sind. Weine mit dem EU-Siegel müssen zu 95 Prozent aus der Bio-Produktion stammen, Gen-Technik ist grundsätzlich verboten. Die Höchstwerte für Sulfite sind um ein Drittel reduziert, der Einsatz von Sorbinsäure zur Konservierung ist untersagt. In der Bodenpflege dürfen keine Unkrautvernichter (Herbizide) zum Einsatz kommen. Zudem ist die Wahl der Pestizide ist stark eingeschränkt und synthetische Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt.

 



Das EcoVin-Siegel

EcoVin ist der größte deutsche Verband ökologisch arbeitender Weingüter, das Verbandslogo ist als Warenzeichen zugelassen, also ein Garantiesiegel. Derzeit zählt EcoVin 235 Mitglieder, die zusammengerechnet gut 2000 Hektar Rebfläche bewirtschaften - etwa ein gutes Viertel der Bio-Rebfläche in Deutschland. Die Mitglieder machen mehr als nur Bio-Wein. Ihre gesamte Wertschöpfung und der Umgang mit Ressourcen folgen dem ökologischen Gedanken. So sehen sich die EcoVin-Mitglieder auch dem Erhalt der Vielfalt von Pflanzen und Tieren verpflichtet, sie sorgen für eine klimafreundliche Produktion und vermeiden Umweltfolgekosten. Wie bei allen Bio-Wein-Verbänden gibt es auch bei EcoVin keine Zweigleisigkeit bei den Produkten. Winzer müssen ihren Betrieb vollständig umstellen und dürfen nicht einen Teil der Rebfläche für die konventionelle Weinherstellung nutzen.

 


Demeter

In enger Kooperation mit EcoVin steht Demeter. 1928 als Warenzeichen eingetragen ist Demeter das älteste Bio-Siegel in Deutschland – und eines der strengsten. Die Produktion folgt anthropologischen Grundsätzen, man könnte auch sagen der Demeter-Winzer folgt einer Weltanschauung.  In ihrem Kern steht die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die sich nicht nur auf biochemische Prozesse reduziert, sondern Landwirtschaft als Teil geistiger und kosmischer Wechselwirkungen begreift. Ein Beispiel: Mit Hornkiesel könne laut Demeter die Pflanzenqualität erhöht werden. Hornkiesel wird hergestellt, in dem der Winzer Quarz in ein Kuhhorn füllt und es vom Frühjahr bis Herbst vergräbt. In der Erde speichern Horn und Quarz die kosmischen Kräfte. Ausgegraben wird der Kiesel "rhythmisch" in Wasser verrührt und über den Weinberg gespritzt.

 


Bioland

Das Bioland-Siegel findet sich nicht nur auf Weinen, sondern auf allen Landwirtschaftlichen Produkten, die nach den Richtlinien des größten deutschen Verbandes für ökologischen Landbau arbeiten. Vergleichbar zu anderen Öko-Verbänden geht auch das Bioland-Zertifikat weit über das EU-Sigel hinaus. Es fördert die Artenvielfalt, den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft und den schonenden Umgang mit Ressourcen. 265 Winzer aus Deutschland und Süd-Tirol sind in Bioland organisiert.

 

Naturland

Der größte Unterschied von Naturland zu anderen Öko-Verbänden ist die Sozialrichtlinie in der Satzung. Die Produkte sollen nicht nur höchsten Bio-Ansprüchen genügen, sondern auch fair gehandelt werden. Fair bedeutet, dass der Erzeuger einen guten Preis für sein Produkt bekommt, damit er zum Beispiel seinen Mitarbeitern gute soziale Standards ermöglichen kann. Nicht umsonst arbeiten Naturland und GEPA Fairtrade sehr eng zusammen. Fairtrade ist jedoch im eigentlichen Sinne kein Öko-Siegel, es soll vor allem die sozialen Standards durch einen fairen Preis für die Produkte sicherstellen. Häufig er als beim Wein ist das Logo auf Kaffee-Packungen anzutreffen. Die Kaffeebohne wächst vorrangig in Entwicklungs- und Schwellenländer. Niedrige Preise wirken sich direkt auf den ohnehin niedrigen Lebensstandard der Kaffeebauern aus. Insofern ist Fairtrade ein Mittel zur Armutsbekämpfung und es setzt sich zugleich für hohe ökologische Standards in den Erzeugerländern ein.