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Trend: Die Wahrheit über Açai - wie sie ein Volk rettete und zur It-Beere wurde

Sie gilt als die Trend-Beere schlechthin: Açai. Einst von der US-Moderatorin Oprah Winfrey als Wunderbeere angepriesen, erlebte sie einen weltweiten Hype. Aber was hat es mit der Beere wirklich auf sich - und woher stammt sie eigentlich?

Das Trendgericht schlechthin: Açai-Bowls

Das Trendgericht schlechthin: Açai-Bowls

Getty Images

Vor ein paar Jahren kannte den Begriff noch keiner - Superfoods. Heutzutage haben sie sich zum Lifestyle gewandelt. Denn Superfoods sind Obst und Gemüse, die viel gesünder sein sollen als "normale" Früchte und herkömmliches Grünzeug. Aber was sind Superfoods eigentlich genau und was kann man mit ihnen anstellen?

Als Superfoods werden Lebensmittel bezeichnet, die besonders viele wertvolle Nährstoffe enthalten - und denen hohe gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Sie sollen voller Mineralstoffe, Vitamine und Antioxidantien sein. Wie beispielsweise die Açai-Beere, die aus Südamerika stammt.

Seit US-Moderatorin Oprah Winfrey die Açai-Beere als Schlankmacher und Anti-Aging-Wunderbeere angepriesen hat, ist ein weltweiter Hype um sie ausgebrochen. Sie enthält Anthocyan - ein dunkler Pflanzenfarbstoff und ein starkes Antioxidans, das die Zellen vor freien Radikalen schützt und faltiger Haut und anderen Gesundheitsbeschwerden vorbeugen soll.

Wie die Açai-Beere ein Amazonas-Volk rettete

Der Sage nach, soll die Açai-Beere ein Volk vor dem Verhungern gerettet haben. Noch bevor portugiesische Schiffe in Brasilien anlandeten, lebte ein großer Tupi-Stamm am Ufer des Amazonas, wo sich heute die Stadt Belém befindet. Das Volk litt Hunger, also ordnete der Häuptling des Stammes Itaki an, dass alle Neugeborenen geopfert werden sollten, bis eine neue Nahrungsquelle gefunden werde. Und er machte keine Ausnahmen. Zum großen Erschrecken seiner Tochter Iaça, die mit einem Mädchen schwanger war. 

Die junge Mutter weinte tagelange, nachdem sie ihr Baby verloren hatte und betete zu ihrem Gott Tupa, um ihrem Vater einen Weg zu zeigen, den Stamm vor Hunger und Leid zu retten. Der Legende nach soll ihr in einer Mondnacht ihre Tochter erschienen sein, sie saß am Fuß einer Palme. Genauso plötzlich wie der Säugling erschien, so still verschwand er wieder. Bei Sonnenaufgang starrte Iaça zur Baumkrone, die voller dunkler Früchte war. Die stellten sich als dicke, nahrhafte Beeren heraus. Der Häuptling Itaki sah es als Segen des Gottes Tupa und nannte die Beere Açai zu Ehren seiner Tochter (ihr Name rückwarts buchstabiert). Den Befehl Neugeborene zu opfern, hob der Häuptling auf. Der Tupi-Stamm musste nie wieder hungern. 

Chia, Açai & Goji: Das sind die besten heimischen Alternativen für Superfoods
Für Açai-Beeren aus Südamerika muss man tief in die Tasche greifen. Sie sind ein Superfood und enthalten reichlich Kalzium, Mineral- und Ballaststoffe - vor allem aber Anthocyane. Die dunklen Pflanzenfarbstoffe gelten als Antioxidantien, die widerum schützen unsere Zellen. In einer Smoothie Bowl beipielsweise wie auf dem Bild machen die Beeren eine gute Figur. Aber er müssen gar nicht diese Exoten sein, denn die Alternative wächst direkt vor unserer Tür...

Für Açai-Beeren aus Südamerika muss man tief in die Tasche greifen. Sie sind ein Superfood und enthalten reichlich Kalzium, Mineral- und Ballaststoffe - vor allem aber Anthocyane. Die dunklen Pflanzenfarbstoffe gelten als Antioxidantien, die widerum schützen unsere Zellen. In einer Smoothie Bowl beipielsweise wie auf dem Bild machen die Beeren eine gute Figur. Aber er müssen gar nicht diese Exoten sein, denn die Alternative wächst direkt vor unserer Tür...

Açai-Bowls - das It-Gericht der Surfer und Fitnessanhänger

Viele Hunderte Jahre später ist die Açai auch global in aller Munde. In Brasilien wird sie von allen Schichten der Gesellschaft gern verspeist, ob arm oder reich. In Rio de Janeiro gibt es fast an jeder Straßenecke einen Stand, der Açai-Bowls verkauft, als süßer Brei mit verschiedenen Toppings. Traditionell ist das keinesfalls. Die Beere wird typischerweise als Beilage zu gebratenem Fisch und Garnelen gegessen. Die Einheimischen genießen die Beere auch gern pur.

Es war in den 90er Jahren, da entdeckten die Surfer und Sportler an den Küsten von Rio de Janeiro die Wunderbeere und haben die Açai mit Guarana-Sirup, das reich an Koffein ist, gesüßt. Das machte die Beere zu einem belebenden Snack und war der Anstoß für das Açai-Fieber in der Sportler-Szene.

Açai gibt es bei uns meist schon verarbeitet, denn die frischen Beeren sind leicht verderblich: Saft, Pulver oder Fruchtaufstriche finden sich im Handel. Der Saft der Açai lässt sich lecker mit anderen Fruchtsäften kombinieren. Getrocknete Açai-Beeren peppen jedes Müsli auf. Aber Vorsicht!  Nur weil den Açai-Beeren gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesagt werden, ist ein zuckerreiches Müsli nicht gesünder durch ein paar getrocknete Açai-Beeren.

Superfoods können natürlich Abwechslung in den Speiseplan bringen, oft braucht man aber keine Exoten. Denn es gibt einheimische Alternativen: Rotkohl, Blaubeeren, Holunder und rote Trauben beinhalten die gleichen gesunden Inhaltsstoffe wie Açai-Beeren - und sind dabei kostengünstiger und auf jedem Wochenmarkt zu kaufen. 

Acai