HOME

Pilzsaison: Tipps zum Pilzesammeln - so landen Sie nicht im Krankenhaus

Einige Wochen früher als in anderen Jahren ist die Pilzsaison gestartet. Das ist dem feuchtwarmen Sommerwetter geschuldet. Die Saison verspricht eine reiche Ernte. Dennoch gibt es ein paar Regeln zu beachten, damit das Pilzvergnügen nicht im Krankenhaus endet. Wir geben Orientierung.

In diesem Jahr sprießen Pilze schon um einiges früher als die letzten Jahre. Das feuchtwarme Sommerwetter soll eine reiche Ernte bescheren. Auch typische Herbstpilze wie beispielsweise Maronen kann man bereits sammeln. Trotzdem: Beim Pilzesammeln ist zur Vorsicht geboten, denn das Verspeisen eines unbekannten Pilzes kann schnell zu Vergiftungen und letztendlich im Krankenhaus enden.

Wir geben Orientierung, auf was Sie beim Pilzesammeln achten sollen, welche Verwechslungsgefahr Sie befürchten und was Sie im Notfall tun müssen.

Worauf sollten Pilzsammler achten?

Grundsätzlich gilt: ausschließlich bekannte essen. Natürlich gibt es Beschreibungen in Büchern und auch im Internet. Für ungeübte Sammler besteht aber schnell Verwechslungsgefahr. Es wird geraten: Im Zweifel besser auf die Pilzmahlzeit verzichten - oder eine Beratungsstelle aufsuchen. Eine Adresse kann die Giftnotrufzentrale geben. Pilzsammler sollten einen Korb oder andere luftige Gefäße verwenden. Alte, madige und zu kleine Pilze stehen lassen.

Welche Pilze sind sehr giftig?

In Mitteleuropa gehören vor allem der grüne und spitzhütige Knollenblätterpilz zu den Giftpilzen. Außerdem Gifthäubling, orangenfuchsige und spitzbuckelige Schleierlinge, Frühjahrslorchel, Pantherpilz und der berüchtigte Fliegenpilz. Es gibt kein allgemeines Kriterium zur Unterscheidung von Speise- und Giftpilzen. Zu den Röhrenpilzen gehören aber nur sehr wenige giftige und keine tödlichen Arten. Bei Pilzen mit Lamellen an der Unterseite finden sich mehr giftige Exemplare. 


Können auch Speisepilze Vergiftungen auslösen?

Pilzvergiftungen entstehen am häufigsten durch verdorbene Pilze. Das gibt die Deutsche Gesellschaft für Mykologie an. Die Folgen seien aber nicht ganz so dramatisch wie bei Giftpilzen. Die verspeisten Pilze waren dann entweder zu alt, oder sie wurden zu lange oder falsch gelagert - etwa in Plastikverpackungen.
Auch rohe Speisepilze als Salat, eine zu kurze Garzeit oder häufigeres Aufwärmen einer Pilzmahlzeit können dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge eine "unechte" Pilzvergiftung auslösen. Nur Zuchtchampignon, Steinpilz und einige wenige andere Arten sind roh genießbar. Deshalb sollte jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten gegart werden. Auch zu viele Pilze können, womöglich in Verbindung mit Alkohol, zur Unverträglichkeit führen.

Wie oft dürfen Mahlzeiten aufgewärmt werden?

Pilzgerichte können nach Aufbewahrung im Kühlschrank noch ein zweites Mal aufgewärmt werden.

Welche Verwechslungsgefahren bestehen?

Es kommt häufig vor, dass harmlose Exemplare mit Giftpilzen verwechselt werden. Verwechslungsgefahr besteht etwa beim grünen Knollenblätterpilz und Champignons oder Täublingen sowie bei Frühjahrslorchel und Speisemorchel. Gleiches gilt für Pantherpilz und Perlpilz sowie Giftchampignon und Wiesenchampignon.

Welche Symptome äußern sich bei einer Vergiftung?

Es gilt zu beachten: Lebensgefährliche Pilzvergiftungen zeigen erste Symptome frühestens sechs bis acht Stunden nach dem Verzehr. Mögliche Symptome sind heftiges wiederholtes Erbrechen, krampfhafte Blähungen und Übelkeit. In schweren Fällen kann es zur Schädigung von Leber oder Nieren kommen bis hin zum Organversagen. Nicht selten treten aber auch Pilzallergien oder -unverträglichkeiten auf.

Was sollte man im Fall einer Pilzvergiftung tun?

Suchen Sie bei den ersten Anzeichen einer Pilzvergiftung schnellstens einen Arzt auf oder wählen Sie den Giftnotruf. Heben Sie Reste der gesammelten Pilze, der Mahlzeit oder sogar Erbrochenes auf. Sie können bei der Bestimmung der Vergiftung helfen. In keinem Fall sollten Sie Milch trinken oder Kohletabletten gegen Durchfall nehmen. Milch kann die Giftaufnahme begünstigen. Auch Erbrechen selber auslösen, kann gefährlich sein, weil Erbrochenes in der Lunge stecken bleiben kann. Kinder dürfen auf gar keinen Fall mit Salzwasser zum Erbrechen gebracht werden. Dies kann tödlich enden. 

dsw mit AFP
Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren