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Traditionslokale in den USA: Schauen Sie sich diese Diner in New York City an - bevor sie aussterben

Dass amerikanische Diner aussterben, wird seit Jahren prognostiziert. Aber noch gibt es sie. Eine Amerikanerin hat alle, wirklich alle, Diner in New York City fotografiert.

Diner werden bald aussterben. Seit Jahren wird darüber spekuliert, wie lange es wohl noch dauern wird, bis die verbliebenen Läden in Manhattan und anderen Stadtteilen von New York City ein letztes Mal aufschließen werden. Der Grund dafür: steigende Mieten und Angebote von Immobilienhaien, die schwer abzuschlagen sind. Vor allem, wenn man jahrzehntelang geschuftet hat. Häufig finden die Betreiber im Rentenalter aber auch einfach niemanden mehr, der das Diner übernehmen kann. Also bleibt nur eins: Sie verkaufen oft für einen horrenden Preis von mehreren Millionen US-Dollar. Das lohnt sich. 

Wie die "New York Times" berichtet, gab es 2014 sechs Verkäufe in Queens, sechs in Brooklyn, zwei in der Bronx und einen in Staten Island. Das ergab eine Analyse von Ariel Property Advisors, einem gewerblichen Immobilienmakler. Die Fotografin Riley Arthur wollte deshalb alle verbliebenen Diner noch einmal besuchen, bevor es sie nicht mehr gibt. Sie hat drei Jahre lang jedes einzelne in New York City fotografiert. Sie schätzt, dass noch 419 übrig sind. Auf Instagram hat sie ihre Bilder veröffentlicht. Mittlerweile haben 39 geschlossen, das ist ein Durchschnitt von 13 pro Jahr.

Die Fotografin will mit ihren Bildern Menschen dazu bewegen, die Diner wieder häufiger zu besuchen. "Das Essen ist zwar nicht das beste, aber es ist die entspannte Atmosphäre, die den Besuch zu einem Erlebnis macht", sagte Riley dem "Spiegel". Sie selbst hat auch ein Lieblingslokal: das Colonnade Diner auf Staten Island. Dort isst sie am liebsten Matzenknödelsuppe, wie sie dem "Spiegel" sagte.

Diner in den USA sind Orte der Begegnung

Dabei sind Diner in den USA, vor allem auch in New York City, Institutionen. Senioren treffen sich dort, um Karten zu spielen, Angestellte nehmen hier ihr erstes Frühstück ein, Verliebte treffen sich zu einer lockeren Verabredung, Kinder schlürfen nach der Schule Schoko-Milchshakes. Traditionell haben Diner rund um die Uhr geöffnet, mindestens aber bis spät in die Nacht hinein. Sie servieren Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Es gibt Hamburger, Pommes frites, Milchshakes, Kuchen und Sandwiches. Das Interieur? Klassisch amerikanisch mit einem langen Tresen, Barhockern, gepolsterten Sitzecken, Ketchup-Flaschen auf den Tischen, Jukeboxen in der Ecke.

Doch bleiben die Gäste aus, und somit schrumpfen die Gewinne. Dazu kommt der Mindestlohn, den man in New York City zahlen muss. Oft lohnt sich der Laden einfach nicht mehr für den Besitzer. Was also tun? Verkaufen oder das Diner neu erfinden? Oft fehlt den Betreibern einfach der Mut oder sie sind schlichtweg zu alt und nicht mehr in der Lage, etwas zu verändern. Was bleibt, sind 419 Diner in New York City, Tendenz sinkend. Da tut es gut, sich die Bilder von Riley Arthur anzusehen. Die zumindest bleiben.

Quelle: "New York Times", "Spiegel""dinersofnyc"