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Doku über Fleischkonsum: Massentierhaltung - oder: Wie wir uns krank fressen

Der Fleischkonsum hat sich innerhalb von 50 Jahren verzwölffacht. Billiges Fleisch aus Massentierhaltung macht uns fett und ungesund. Eine Dokumentation will nun aufrütteln.

Schweine in der Massentierhaltung

Schweine in der Massentierhaltung: Eine Dokumentation 

Verletzte Ferkel, Schweine mit offenen Wunden - dazwischen tote Tiere, die niemand entsorgt. Diese Tiere erleiden unglaubliche Schmerzen. Und das mitten in Baden-Württemberg.
Diese Zustände enthüllte stern TV in einem Schweinemastbetrieb in Merklingen – und entfacht erneut die Diskussion um Tierschutz, billiges Fleisch und unser Essverhalten. Denn die Verantwortung für diese Misstände muss zwar der Landwirt übernehmen – doch eigentlich liegt der Fehler im System. Das Problem ist: die unstillbare Gier nach billigem Fleisch. 

Innerhalb der vergangenen 50 Jahre hat sich unser Fleischkonsum verzwölffacht. Jedes Jahr sterben 65 Milliarden Tiere, um auf unseren Tellern zu landen. Ein Drittel des weltweit produzierten Getreides wird an die Masttiere verfüttert – zeitgleich hungern 1,8 Milliarden Menschen. Die Dokumentation "Hope for all", die seit vergangener Woche auf DVD zu haben ist, prangert diese globalen Strukturen an. Der Film will informieren, aufrütteln, erschüttern.  "Sie können etwas bewirken. Jeder einzelne.", sagt die berühmte Wissenschaftlerin Jane Goodall in der Dokumentation.

Schweine in der Massentierhaltung

Fleischkonsum: Wir fressen uns krank und fett

Die Filmemacherin, Österreicherin Nina Messinger, will den Zusammenhang aufzeigen, wie unser Fleisch-, Milch-, und Fertigessenkonsum die Welt – aber auch uns verändert. Denn gesünder leben wir sicherlich nicht: Diabetes nimmt zu, inzwischen gibt es in der westlichen Welt mehr dicke als dünne Menschen. Jeder sechste Deutsche gilt als fettleibig. In "Hope for all" wird nicht nur der Leidensweg der Tiere thematisiert. Die Interessen der Fleischindustrie werden kritisiert – und die Auswirkungen auf den Menschen bekommen Raum. Darüber hinaus werden auch andere Faktoren beleuchtet, beispielsweise die Folgen der Massentierhaltung auf das Klima. "Die Veränderung unseres Essverhaltens kann unsere Gesundheit und unseren Planeten wieder ins Gleichgewicht bringen", heißt es in dem Film. Allerdings: Nur der totale Fleischverzicht wird als mögliche Lösung präsentiert. Ausgewogen und nachhaltiger Fleischkonsum wird nicht thematisiert.

USA stockt Massentierhaltung auf

Dass es in absehbarer Zeit zu einer drastischen Änderung der Essgewohnheiten kommen wird, ist allerdings Utopie. Die billigen Preise – aber auch die Erziehung und der Glaube daran, dass Fleisch gesund sei, schüren die Entwicklung. So vermeldete das US-Landwirtschaftsministerium, dass die Farmer in Amerika die Zahl der Tiere in den Mastbetrieben aufstocken. Zum Stichtag am 1. September wurden in den USA insgesamt 70,85 Millionen Schweine gehalten, das entspricht einem Plus von 1,67 Millionen Tieren oder 2,4 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Seit dem Beginn der statistischen Aufzeichnung wurden noch nie so viele Schweine gehalten wie heute. 

"Tiere essen": Wie steht es um Ihren Fleischkonsum?