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Kochen mit Folgen: Frau droht Gefängnisstrafe – weil sie Essen über Facebook verkauft hat

Schon häufiger hatte Mariza Ruelas aus Kalifornien das von ihr gekochte Fischgericht per Facebook verkauft. Doch plötzlich wurde ihr Ceviche zur illegalen Substanz – und die sechsfache Mutter landete vor Gericht.

Ceviche

Ceviche stammt aus Peru und besteht aus rohem Fisch, der in Limettensaft kalt gegart wird

Mariza Ruelas wurde von einem verdeckten Ermittler erwischt. Die alleinerziehende Mutter aus Stockton im US-Bundesstaat Kalifornien wird angeklagt wegen des Verkaufs einer illegalen Substanz. Doch damit sind keine Drogen oder Ähnliches gemeint, sondern ihr hausgemachtes Ceviche. Ruelas hatte das Fischgericht über eine örtliche Facebook-Gruppe verkauft, in der Rezepte getauscht und manchmal auch Selbstgekochtes angeboten wurde.

Im Dezember des vergangenen Jahres wurde Ruelas über Facebook von einem fremden Mann angeschrieben. Er bat sie um eine Portion ihres Ceviches. In ihrem Freundeskreis ist die sechsfache Mutter berühmt für ihre Version des lateinamerikanischen Fischgerichts, erzählte sie dem TV-Sender "Fox 40". Doch der hungrige Feinschmecker entpuppte sich als geheimer Ermittler. Er klagte Ruelas und andere Mitglieder der Facebook-Gruppe an.

Bewährung abgelehnt

Der Grund: In Kalifornien ist es verboten, selbstgekochtes Essen zu verkaufen, wenn man keine Lizenz dafür hat. Auch in Deutschland gibt es strenge Auflagen, wenn man Lebensmittel aus eigener Herstellung zum Kauf anbieten möchte. Diese Verordnungen, egal ob in Deutschland oder den USA, sollen die Konsumenten vor gesundheitlichen Folgen schützen. Doch dass Ruelas nun sogar eine einjährige Gefängnisstrafe droht, empfinden viele Beobachter in den USA als übertrieben.

Anscheinend hatte sich die Amerikanerin als einzige der angeklagten Mitglieder der Facebook-Gruppe gegen einen Deal entschieden, da sie nach eigener Aussage eine Bewährungsstrafe von drei Jahren akzeptieren sollte, während die anderen nur ein Jahr auf Bewährung bekamen. So ist nun auch nur ihr Fall vor Gericht gelandet. Für ihre Kinder sei der Prozess, der am kommenden Donnerstag beginnen soll, großer Stress, erzählte Ruelas "Fox 40". Ihr jüngster Sohn habe bereits jetzt jeden Tag Angst, dass sie am Abend nicht mehr nach Hause kommen könnte.

vim