HOME

gefluegel: Huhn mit Ananas

Zum Huhn passt die grünschalige, säuerlich-aromatische Thai-Ananas. Die Frucht gibt es bei Fachhändlern für Exotenfrüchte

Darauf kommt's an

Die Ananas gehört zu den ersten Tropenfrüchten, die aus der Neuen Welt nach Europa gelangten. Die Pflanze sieht aus wie der Schopf der Frucht, nur viel mächtiger: Fast ein Meter lange, spitze, scharfkantige Blätter bilden die Rosette. Aus ihrer Mitte wächst ein etwa 30 cm langer Stiel mit 100 bis 200 weißrosa Blüten, die wie eine Ähre angeordnet sind. Um die Blüten stehen Deckblätter, die Spitze krönt eine weitere Blattrosette. Beim Reifen werden die Blüten zu Beeren, wachsen mit Deckblättern und Blütenstiel zu einer fleischigen Frucht zusammen. Auf der ungeschälten, halbierten Ananas kann man die Entwicklungsstadien noch erkennen: Die eckigen Warzen auf der Schale waren Beeren, die Deckblätter sind zu Schuppen geworden, der Schopf sitzt immer noch als Krone auf der Frucht, und aus dem Blütenstiel hat sich der Strunk in der Mitte entwickelt.

Die Ananas kann nur an der Pflanze reif werden und muss nach dem Pflücken schnell in den Handel kommen - deshalb schmeckt eingeflogene Ware am besten. Unreif gepflückte Früchte, die wochenlang mit dem Schiff unterwegs sind, reifen nicht nach. Die Farbe einer Ananas ist kein Reifemerkmal. Es gibt Früchte mit gelber, orangefarbener und grüner Schale. Ihre Reife erkennen Laien am typischen Ananasduft, Fachleute auch durch Fingerdruck. Reifetests sind bei einer grünen Ananas besonders wichtig: Wenn die Frucht sehr stark duftet, ist sie wirklich eine reife grünschalige Sorte. Sonst handelt es sich bloß um eine unreife Ananas.

Reife Ananas:

schwere, duftende Früchte mit saftigen Blättern am Schopf, die sich in der Rosette leicht auszupfen lassen.

Überreife Ananas:

weiche Früchte mit welker Blattrosette, häufig aber noch essbar, wenn sie sofort verbraucht werden.

Überlagerte Ananas:

Früchte, die beim Aufschneiden braune Stellen im Fruchtfleisch zeigen, beginnen zu faulen und sollten nicht mehr gegessen werden.

Wer Ananas mit Gelatine oder Milchprodukten verarbeiten will, muss das Fruchtfleisch vorher aufkochen, da sonst ein Enzym das Gelieren verhindert oder die Masse bitter werden lässt.

Barbara Rias-Bucher

Zutaten für 4 Personen

1 großes Huhn (ca. 2 kg);

Salz, Pfeffer aus der Mühle;

1 reife Ananas (möglichst grünschalig (1,6-2 kg);

2 kleine Limetten;

2 rote Pfefferschoten;

3-4 Salbeiblättchen;

400 ml Geflügelfond (Glas);

11/2 EL Butter;

2 EL Reisessig

Zubereitung

Das Huhn innen und außen kalt waschen, trockentupfen und der Länge nach halbieren. Dicke Fettschichten abschneiden, ohne dabei die Haut zu verletzen. Die Hühnerhälften mit Salz und Pfeffer würzen.

Ananas in etwa fingerdicke Scheiben teilen, die Schale und den inneren faserigen Kern abschneiden, dann das Fruchtfleisch würfeln. Die Limetten waschen, abtrocknen und mit der Schale in große Stücke schneiden. Pfefferschoten halbieren, Trennwände und Kerne entfernen.

Etwa 3/4 der Ananaswürfel, Limetten, Pfefferschoten und die Salbeiblättchen in der Fettpfanne des Backofens verteilen. Die Hühnerhälften mit der Hautseite nach oben darauf legen. Huhn in den kalten Backofen schieben und bei 200 Grad 30 Minuten braten. Nach 15 Minuten etwa 1/3 des Geflügelfonds dazugießen.

Inzwischen die Butter schmelzen. Die restlichen Ananaswürfel pürieren, mit Reisessig und flüssiger Butter verrühren und mit einem Esslöffel auf die Hühnerhälften verteilen. Das zweite Drittel des Geflügelfonds zugießen und das Huhn weitere 15 bis 20 Minuten bei 180 Grad braten.

Huhn herausnehmen, in Stücke teilen und mit der Ananasmischung auf einer vorgewärmten Platte anrichten.

Den Fond in der Fettpfanne mit dem restlichen Geflügelfond mischen, mit einem Holzspatel lösen und in einer vorgewärmten Schüssel zum Huhn servieren.

Dazu: Reis oder Weißbrot und Eissalat.

Tipp:

Zum Huhn passt die grünschalige, säuerlich-aromatische Thai-Ananas. Die Frucht gibt es bei Fachhändlern für Exotenfrüchte; sie werden auch als »Wildwuchs« angeboten, was bedeutet, dass sie nicht von Plantagen kommen.

Heft 9 vom 24.2.2000

Themen in diesem Artikel