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Art und Herkunft: Stiftung Warentest deckt auf: das dunkle Geheimnis der Grillkohle

Grillen ist fester Bestandteil des Sommers. Nur wenige wissen, dass Grillkohle zum Teil immer noch aus Tropenholz besteht. Die Stiftung Warentest hat 17 Säcke unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Grillkohle Stiftung Warentest

Grillkohle: Holz stammt immer wieder aus tropischen Wäldern

Getty Images

Ob im Garten oder im Park, wer grillen will, dem reicht bereits der kleine Kohlegrill, den man ohne Probleme transportieren kann. Dann benötigt man noch Grillgut wie Fleisch, Gemüse, Grillkäse und eben die Grillkohle. Und um genau die geht es. Besser gesagt, darum, woher das Holz eigentlich stammt.

Die Stiftung Warentest hat sich 17 Grillkohlen genauer angesehen. Die Branche an sich ist wenig transparent, wie Stiftung Warentest urteilt. Stichenprobenartig ließ die Stiftung Warentest Holzkohle aus Supermärkten, Baumärkten, im Getränkemarkt und an der Tankstelle mithilfe eines Spezialmikroskops analysieren. Erschreckenderweise verkaufen mehrere Händler nach wie vor Trophenholz. Auf neun von 17 Stäcken waren weder Holzarten noch Herkunft angegeben - in fünf davon steckte Kohle aus dem tropischen oder subtropischen Raum.

Holzkohle-Produkt falsch deklariert 

Ein Produkt fiel dabei besonders negativ aus. Die "Max Grill & Barbecue"-Holzkohle trägt zwar das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council), das Kohle als nachhaltig und aus heimischen Ländern ausweist. Eigentlich. Tatsächlich bestand der Sack komplett aus Tropenholz. Rund 233.000 Tonnen Holzkohle wurden laut Eurostat 2018 nach Deutschland importiert. Ohne zu wissen also, tragen die Deutschen zur Zerstörung von Tropen- und Urwäldern bei. Das Problem: Es ist zwar illegal, Tropenholz zu importieren, aber nicht, wenn diese Hölzer vorher zu Kohle verarbeitet wurden.

Stiftung Warentest rät deshalb, nur Produkte zu wählen, auf denen Holzart und -herkunft angeben sind, und das im besten Fall ein Siegel wie FSC, Naturland oder PEFC trägt. Im Test erfüllt die "Flammenco Grill-Holzkohle" (1,17 Euro pro Kilogramm) am ehesten diese Kriterien. Gering ist das Raubbau-Risiko auch bei der "Favorit Buchen Grillkohle" (2 Euro) und der "Buchen Grill-Holzkohle" von Pro-Fagus (2,60 Euro). Bei der "Favorit Qualitäts-Grill Holzkohle" ist die Holzart und Herkunft nicht deklariert, sie besteht aus Tropenholz.

Lesen Sie den ganzen Test hier gegen Gebühr!

Ein Grill.