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Studie über Essgewohnheiten Ihr Kind mag keinen Brokkoli? Daran sind Sie selbst schuld!

Pommes und Burger - ja, das mögen die Kleinen. Aber gegen Brokkoli oder Rosenkohl wehren sie sich mit Händen und Füßen. Daran sind Eltern selbst schuld - denn Kinder kopieren ihre Eltern - und auch deren Essverhalten.

Die ewige Diskussion am Küchentisch: Kinder pieken lustlos am Brokkoli-Röschen herum, die Eltern erklären, er sei gesund und werde jetzt aufgegessen. Doch im Grunde ist da nichts zu machen - gegen ein "Das schmeckt mir aber nicht" können Eltern wenig ausrichten.

Aber wie kommt es dazu, dass Kinder einige Lebensmittel strikt ablehnen? Hat der Kindermund eine andere Art zu schmecken? Und welchen Einfluss haben Eltern auf die Essgewohnheiten ihrer Kinder? Diesen Fragen ist die Psychologin Zoe Liberman von der Universität von Santa Barbara nachgegangen. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Eltern haben großen Einfluss auf die kulinarischen Vorlieben ihrer Sprösslinge - allerdings anders, als gedacht.

Was Kinder übers Essen lernen

"Essen ist eine sehr soziale Aktivität", verrät Liberman der "Daily Mail". Es geht nicht nur darum, was man ist, sondern auch darum, mit wem gegessen wird und wie sehr dieser Mensch Einfluss auf Essgewohnheiten nehme  kann. 

Doch dieses Verhalten müssen Kinder erst lernen. So stecken sich Babys alles in den Mund, ob nun essbar oder nicht. Brei, Seife, matsch - alles wird zunächst probiert und dann für essbar oder eben nicht abgespeichert. Wachsen die Kinder, kommt der soziale Aspekt bei der Nahrungsaufnahme dazu. So essen Kinder mehr, wenn sie mit anderen Menschen gemeinsam essen. Und speichern positive Erinnerungen ab, wenn sie mit unterhaltsamen Menschen essen. Und sie erinnern sich, was sie essen. 

Kinder schauen sich Verhaltensweisen ab

Für ihre Untersuchung ließ Liberman Kleinkinder einen Film sehen, in dem zwei Schauspieler unterschiedliche Lebensmittel zu sich nahmen und darüber sprachen. Schmecke ihnen das Essen nicht, waren die Kleinen verwirrt und schauten sich den Film interessierter an. "Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass Babys grundsätzlich lernen, dass Essen etwas soziales ist", so Liberman. "Wenn sie einen Menschen etwas essen sehen, können sie durch die Beobachten lernen, was essbar ist - aber sie lernen auch etwas über die Menschen, die die Speisen essen."

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung sollen Gesundheitspolitiker darauf aufmerksam machen, wie wichtig der soziale Interaktion mit Kinder bei diesem Thema ist - und es nicht nur darum geht, auf Nährwerte zu achten. "Unsere Studie offenbart den tiefen sozialen Aspekt, wie Menschen über Essen denken", so Liberman. 

kg

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